Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 7 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 11 beanspruchen durfte. Von Rosy Geiger-Kullmann, der Frankfurter Komponistin, die am Hochschen Konservatorium das Musizieren und Komponieren gründlich, erlernt hat, sind im Laufe der letzten Jahre wiederholt kleinere oder grössere Tonschöpfungen zu Gehör gekommen, die sie als eine ehrlich um ihre „holde Kunst" Bemühte erkennen Hessen. Zu der etwa 3/4 stündigen Kantate „Jakob und Esau" hat Alfred Auerbach mit dichterischem Empfinden die bekannten Vorgänge der Bibel zusammengesträfft, jenen Streit der ungleichen Brüder, die Berufung des Auserwählten und die Versöhnung und hat damit ein knapperes Gegenstück zu Richard Beer-Hofmanns lyrisch dramatischem Vorspiel „Jaakobs Traum" gegeben. Die Komposition Rosy Geiger-Kullmanns bestätigt das Bild ihres fruchtbaren Schaffens erneut; wohl klingt ihre Musik in mancher Beziehung an Meister der Klassik und Romantik an, aber „sie blieb doch echt und wahr", und wer in der Art und Weise grosser verehrter Meister schlicht und ehrlich sagt, wie es ihm ums Herz ist, hat mehr Anspruch auf unsere Sympathie als wer durchaus neue Wege geht, an die er selbst nicht recht glaubt. In der Kantate sind einprägsame Melodien mit Geschick und wirksam verarbeitet, eine kunstvoll gefertigte vierstimmige Fuge hat frischen Zug, und für die Singstimmen weiß Rosy Geiger- Kullmann dankbar zu schreiben. (Das gilt besonders für die Stellen des Erzählers und des Knaben, die Lore Michaelis mit reinem schlanken Sopran sang.) Chor und Soloquartett bestreiten die vier Teile, und bei der Uraufführung durfte die Komponistin, die selbst am Flügel mitwirkte, mit Recht allen Ausführenden für ihre Leistung danken: der schon genannten Sporanistin, wie Paula L evi (Alt), die die Engelsbotschaft tonschön vortrug, dem hörbar herangereiften Tenor Rolf Sander, der seine nicht leichte Aufgabe (Jakob) ausgezeichnet beherrschte, und Hans Assenh e i m für die trefflich charakterisierte Gegengestalt Esau. Danken durfte sie und der Textdichter, die beide von dem zahlreichen Publikum mehrfach hervorgerufen wurden, last not least dem Jüdischen Kammerchor und seinem oft bewährten Dirigenten Dr. Nathan E h r e n r e i c h für die wohldisziplinierte Wiedergabe der Ensembles. Den ersten Teil des Abends hatten interessante Stücke der Motett- und Madrigalliteratur, z. T. auch in diesem Rahmen bereits gehört, bestritten, ferner Frauenchöre von Schubert (ganz allerliebst das „Ständchen", bei dem Elisabeth Weiler etwas zaghaft, aber doch stilvoll das Altsolo inne hatte) und vier sehr charakteristische slovakische Volkslieder von Bela Bartok. Der Chor, der ganz im Anfang noch nicht das Niveau des Abends erreicht hatte, erzielte mit diesen Bartokliedern besonderen Erfolg und konnte die letzten beiden wiederholen. An der Klavierbeglei: tung Lilly S ch w ar z-May e r h o f e r s fand er gute Unterstützung. Schade, daß das gedruckte Programm diesmal keinerlei Daten der verschiedenen Komponisten verzeichnete; man sollte auf diese bescheidene „freundliche Belehrung" nicht verzichten. Schade auch, daß der Konzertbeginn wieder über Gebühr hinausgezögert wurde. - Georg Schott Sonderkonzert der Judischen Tonkünstler Den Mittwochskonzerten der Jüdischen Tonkünstler Frankfurts, von denen in zwei Jahren 30 stattgefunden«haben, ist an dieser Stelle häufig bestätigt woruen, dass sie in der Programmgestaltung eine eigene, von künstlerischen Gesichtspunkten bestimmte Physiognomie aufwiesen. Bei einem Benefiz-Konzert, das zum Besten des Kassenfonds der Mittwochskonzerte vor vollbesetztem Saal stattfand, war man, um mancherlei Geschmack etwas zu bieten, von dieser so gern anerkannten einheitlichen Linie abgewichen, und die Vortragsfolge schien diesmal dem anspruchsvolleren Hörer etwas bunt zusammengesetzt. Hätte der Appell der Jüdischen Tonkünstler nicht auch dann ein bereites Echo gefunden, wenn die früher übliche, heute etwas verblasste Art eines bunten Abends unterblieben wäre? Und musste auch dieses Konzert wieder mit nahezu 1/2Stündiger Verspätung beginnen? In dem Konzert boten angesehene Künstler, vor allem solche, die auch zu dem Stamm der Mittwochskonzerte zählen, dem durchweg dankbaren Publikum vokale und instrumentale Gab-m. Stärk war der Eindruck, den Annie Steige r-B e t z a k, von Lilly Schaarz-Mayerhofer ebenbürtig begleitet, mit einem recht heiklen kleinen Suite von Achron, einem Mendel«sohnschen „Lied ohne Worte" und dem .surrenden „Hummelfing" Riaisky-Korsakows durch ihr Temperament und die Qualität des Geigentones erzielte. Hans Assenheim trug ein paar Sekles-Lieder mit Jüdischer Kulturbund Frankfurt am Main / Gärtnerweg 62 / Telefon 52638 Montag, den 5. April 1937 Saalbau, 20 Uhr Sonderveranstaltung Zum Besten der Orchester - Hillskasse Konzert des Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Julius Prüwer und Richard Karp Donnerstag, den 15. April 1937 Vereinshaus Eschersh. Ldstr. 27. 20 Uhr Liederabend H. Sdiey Donnerstag, den 29. April 1937 Vereinshaus Eschersh. Ldstr. 27, 20 Uhr Tanz-Abend Ruth Anselm-Condell-Berlin Nelly Hirsch-Berlin Ausstellung von Theater-Modellen u. Entwürfen Vorverkauf; Kulturbund-Büro, Gärtnerweg 62, Wochentag vorm. von 10—1 Uhr u. in den bekannten Vorverkaufsstelleu. Das jüdische Blumengeschäft A. HENDLISCH Bockenheimer bandstrasse 17 (geg. Rothschild-Palais) Telefon 79554 £äg(t<$ Sa* Mitteler frinfen (Sefefon 00439 <Befunt> — UUmmüäf — erfrifäeno UHREN- Fü CHS Inn. E. van Gelder Reiche Auswahl — Billige Preise JUWELEN ZEIL 65 (Konstabier Wache) Eigene Reparaturwerkstatt Kauft bei unseren Inserenten Markenbestecke echt Silber u.schwerversilbett. Kompl. Silberkästen spottbillig 1 Katalog und Otferten unverbindlich. FROMM Berlin-Charlottenburg, Li etzenseeuf er 11 Klavier« Stimmer C. SIMON SetaKkinlioIstr.M ptr. Tel. 63407 Inserieren bringt Gewinn I Kleiner Saal Im Saalbau Mittwoch, den 31. 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