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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-03-01 · 6 (3.1937) · p. Seite 13

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
6 (3.1937)
Date
1937-03-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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Seite 13 Konzert zu Gunsten der Jüdischen IWinterhilfe Frankfurt a. M. mit Kammersän'ger Wilhelm Guttmann Am Samstag, den 13. März 1937, findet im Grossen Saal des Saalbaus das zweite und letzte Konzert der Jüdischen Winterhilfe in diesem Jahre statt. Unter der künstlerischen Leitung von Max Neu maiin, wird eine Eeihe angesehener Solisten und ein Orchester von 38 jüdischen ßerufsmusikern einen „Wiener Abend" veranstalten, der Werke von Beethoven, Mozart, Schubert, Goldmark und Brüll, und vor allem vokale und instrumentale Werke von Suppe, Milloecker, Johann Strauss (Vater und Sohn), Kreisler, Fall und Heuberger umfasst. ~ Ausser selten gehörten Stücken werden beliebte Werke sowie Arien und Duette aus „Der Opernball" und „Der liebe Augustin" von Leo Fall geboten werden. Das vielseitige Programm, die Namen der Ausführenden und der bedeutsame Zweck lassen ein ausverkauftes Haus erhoffen. Eine ideale Forderung: Musik und — Latein! Es ist wohl zu begreifen, daß in einer Notzeit, da besonders die Zukunft der jungen Generation ungewiss ist, dem Unterricht in den modernen Sprachen, die gleichsam Schlüssel zu fremden Kulturen und zu neuen Möglichkeiten sind, ganz besondere Bedeutung zugemessen wird. Ueber die Grenzen dessen, was den Heranwachsenden zugemutet werden kann, über die Gefahren, die durch allzuweit getriebenes „Hamstern" mit sprachlichem Wissensstoff entstehen können, hat sich Studienrat Walter Rothschild in der letzten Nummer des Gemeindeblatts in beherzigenswerter Weise geäussert. Ein anderer Gesichtspunkt, der leider heute viel zu sehr ausser Acht gelassen wird, ist schon im Oktober 1936 von Professor Dr. Moritz Werner an der gleichen Stelle in trefflichen Worten hervorgehoben worden. Ich möchte es — mit Ibsen — die „ideale Forderung" unserer gegenwärtigen Lage nennen: Sie heisst, nicht nur das erwägen, was unmittelbar von praktischem Nutzen sein kann, nicht nur an die Stunde, an den Tag denken, sondern darüber wachen, daß auch unserer Jugend nicht die allgemeinen geistigen Kultur- und Bildungsgrundlagen verloren gehen. Wer es materiell noch einigermassen ermöglichen kann, seinen Kindern Musikunterricht zu Teil werden zu lassen, wenn sie daran Freude haben, und es unterlässt, weil sie Klavier, Geige, Cello usw. zur Bestreitung ihrer Existenz zumeist kaum brauchen, der begeht einen schweren, später kaum gut zu machenden Fehler. Er beraubt die kommende Generation des fast einzigartigen Freudegefühls, das ihnen die Ausübung der Haus- und Kammermusik gewähren würde, einer Freude, die das blosse Anhören auch der besten Konzerte oder des Radios nicht annähernd zu ersetzen vermag, / Und noch eines: in den erwähnten Aufsätzen ist vom Erlernen der modernen lebenden Sprache die Rede, und Professor Werner hat sehr mit Recht hervorgehoben, daß z. B. das jüdische Lehrhaus aus höheren als bloß utilitaristischen Gründen neben dem Englischen das Französische in seinen Studienplan aufgenommen hat, nicht das Spanische, das gegenwärtig für viele junge Juden von ungleich grösserer unmittelbarerer Bedeutung ist. Wenn wir aber — gemäß unserer ,,idealen Forderung" — nicht den Zusammenhang mit der großen europäischen Kultur opfern und verlieren wollen, so dürfen wir auch eine andere Sprache nicht völlig aus unserer Sphäre streichen, eine sogenannte „tote" Sprache, bei der ja die vielerlei — von Studienrat Rothschild erwähnten — Schwierigkeitendes Sprechens und des schriftlichen Ausdrucks so gut wie ganz wegfallen. Vom Lateinischen ist die Rede; vielleicht werden manche Eltern zunächst lachen oder doch von „ganz überflüssigem Ballast" sprechen, der wirklich nicht den allermindesten praktischen Sinn habe, VOM OPERNPLATZ E. Fuld&Co. Wäsdie-Speztalhaus Herren- und Damenwäsche, Bett-, Tischu Küchenwäsche, Kinderkleider Gute Quali'ät Billige Preise r Goethestr. 1 Koffsr u. Lederwaren zu niedrigen' preisen ist Loe wen herz, Goethestr"..21 Johanna Alexander Wäsche - Spezlalhaus Damen-, Baby- und Kinderwäsche Bett- und Küchenwäsche Berufskittel, Strümpfe, Taschentücher Grosse Auswahl Billige Preise Eine Sehenswürdigkeit Die neuen Frühjahrsmoden bei Finesse Schiffskarten nach allen Landern Eisenbahn- und Flugkarten Tel. 24961 Alfred Ad?Gf ^Gr.Bockeaö.SlrflOe 45 v flm Opernplalz j Dr. Zigarren-Meyer Inh. Dr. 1. Weiler Vorverkauf für die Kulturbund-Veranstaltungen r Biebergasse 1 ^_ p elz-Hess .I. Etage Pelz-Hüntel # Jacken Besatzfelle / f Ochse ZUR HAUPTWACHE

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