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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-03-01 · 6 (3.1937) · p. Seite 14

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
6 (3.1937)
Date
1937-03-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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Seite 14 Ist das Latein, das in allen romanischen Sprachen, ja auch im Englischen noch fortleht, wirklich eine tote Sprache? Die Zahl der jungen Juden, die sich vielleicht später einmal ganz dem Stadium der klassischen Philologie zuwenden weiden (wozu natürlich auch das für die Bildung des Abendlandes ungemein bedeutsame Griechisch gehört) wird sehr beschränkt sein, und auf die, die den Spuren Jakob Bernays, Leos und Ludwig Friedländers folgen wollen, braucht nicht allgemein Rücksicht genommen zu werden. (Man treibt allerdings in der Schule auch Mathematik, ohne daß die überwiegende Mehrzahl der Erwachsenen je einmal mit Dreieckskonstruktionen, sphärischer Trigonometrie usw. zu tun haben wird.) Einige Grundkenntnisse des Lateins indes haben noch nie einem Menschen, der nicht ganz stumpf ist, geschadet, wohl aber schon sehr, sehr Vielen genützt. Zunächst, indem die Erlernung und Eroberung gerade dieser Sprache die Denkfähigkeit junger werdender Der Weg der Wir haben in der letzten Nummer über die Auffuhrung von Werfeis Werk kurz berichtet. Hierzu wird uns der folgende Bericht eines Zuschauers zur Verfügung gestellt. New York, den 17. Januar 1937 Gestern Abend' war ich in Werfe 1-Keinhardts „Eternal Road". Es war noch viel grossartiger, als ich es Qrwartet hatte. Man hat das ganze Proszenium des Theaters herausgenommen und so den Schnürboden in voller Höhe geöffnet. Dadurch konnte die Scenerie bis hoch hinauf geführt werden, dorthin, wo der Himmel seingang zu denken ist, dargestellt durch hinter Schleiern silbrig beleuchtete Engel; hier ist der Eingang zu Gott" und die oberste Stufe der Scenerie. Von dort führen in Wellenform Wege nach unten, zwischendurch verschiedene Ebenen bildend, auf denen die einzelnen Visionen sich abspielen. Zutiefst: die Synagoge über die ganze Bühnenbreite. Der Rabbi; umringt von der pogromgeschüttelten Gemeinde (Chassidim), liesst aus der Tora vor, z. B.: „Und Abraham machte sich auf mit seinen Knechten ...", dann verdunkelt sich die tiefliegende Synagoge und oben zieht Abraham mit seinem ganzen Tross heran, von hinten aus der Tiefe steigend, betet oben allein an einem Steinaltar, während sein Gefolge unten die Zelte aufschlägt. Ein Höhepunkt ist Moses und die Fronarbeit in Aegypten; von tief Literarische Menachem Meschiw I von Menachem Mendel Kirschbaum, Lublin, Oser Zweck in 5696. Der Frankfurter Rabhinatsassessor, Eabbiner Kirschbaum, tritt mit dem vorliegenden Werk nicht zum ersten Male literarisch an die Oeffentlichkeit. Die von ihm im Jahre 5685 in Krakau im Giwat Pinchas zum Abdruck gelangte Abhandlung Ale Ajin — das Werk ist inzwischen vollkommen vergriffen — ist in das neue Buch mitaufgenommen worden und erhält viele Zusätze. Menschen weiterbilden und steigern kann; dann aber auch praktisch: wer etwas Latein beherrscht, für den erlernen sich alle romanischen Sprachen wesentlich leichter, Französisch sowohl wie Italienisch, das jetzt bevorzugte Spanisch und Portugiesisch. Mein Grossvater, ein biederer Spenglermeister, hatte die Lebensregel: „Was man kann, ist gut nachtragen; drum soll man Alles, auch das scheinbar Nutzlose lernen" — der Enkel hat diese Maxime schon bei Dingen bestätigt gefunden, die ihm ursprünglich bloss Liebhabereien und Zeitvertreib bedeuteten. Mögen die jüdischen Eltern von den vorhandenen Möglichkeiten, ihre Kinder die Sprache des klassischen Roms und der „universitas litterarum" erlernen zu lassen, getrost Gebrauch machen. Sie brauchen nicht zu fürchten, daß diese Zeit verloren ist — auch wenn der praktische Gewinn sich nicht. unmittelbar zeigt und auswirkt. Georg Schott Verheissung unten reichen die Arbeitenden die Ziegel im Rhythmus der Musik nach oben, wo 50 Menschen unter Peitschenantrieb der Aufseher einen Obelisken an Seilen in die Höhe ziehen. Die Weil l'sche Musik ist sehr wirkungsvoll, wenn auch nicht epochemachend, was die scenische Darstellung gewiss ist. Andere Höhepunkte sind: Moses holt die Gesetzestafeln auf dem Sinai; das Bild ist unerhört grossartig. Unten tanzt das Volk einen wilden Tanz um's goldene Kalb, Moses steigt herab und zerschlägt die Tafeln. — Dann „Josef in Aegypten" und die Davidbilder. Wenn dann zum Schluss — während die Gemeinde in der Synagoge in Schlaf gesunken ist und nur dem 14jährigen Bübchen, das zum ersten Mal in seinem Leben in der Synagoge ist, die Stimme des Messias erscheint — die Nachricht kommt, dass die Gemeinde mit dem Morgengrauen den Ort zu verlassen hat, dann kommt die erschütterndste Steigerung des Ganzen: die Gemeinde mit dem Rabbi setzt sich nach oben in Marsch, geführt von den ganzen biblischen Figuren der Visionen, von Abraham bis zu David mit allem ihrem Volk. Die Musik steigert sich hier gewaltig, Avährend oben im Himmel schon die silbernen Engel erscheinen. Dieser Marsch des Volkes zweier Jahrtausende ist allein eine Reise über den Ozean wert. Rundschau Dieses umfasst im ganzen 60 zum Teil sehr ausführliche Gutachten und Abhandlungen und bringt dazu im Anhang zu fast allen Nummern noch zahlreiche Nachträge. Das ganze Werk legt Zeugnis ab von der grossen Belesenheit und Gelehrsamkeit, sowie von dem Sammeleifer des Verfassers. Es enthält nicht nur eine Reihe von halachischen Beiträgen zu allen Teilen des Schulchan Aruch, die zum Teil sehr aktuelle Fragen der Gegenwart betreffen, sondern bringt auch zahlreiche Glossen zu den Wer- Annahme sämtlicher Reparaturen und Anfertigungen KAISERS TR ASSE 3 JUWELEN « GOLD «SILBER In echt Silber und versilbert BESTECKE Uhren < Trauringe Anu. Verkauf aus PrivafbesUj Sfeis Gelegenheiten in Juwelen GB 11/4349 Dosen «Dosen SILBERSCHMIEDE KAISERSTRASSES NÄCHST ROSSMARKT FRANKFURT AM MAIN Verlangen Sie unsere Anzeigen - Preisliste

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