Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 6 (3.1937)
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 11 Jakob und Esau Am 1. März kommt in einem Konzert des Kulturbundes die Kantate „Jakob und Esau" von Rosy Geiger-Kullmann, Text von Alfred Auerbach, zur Uraufführung. Das Werk, bei dem vor allem Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsoli mitwirken, wird von dem Jüdischen Kammerchor unter Leitung von Dr. Nathan Ehrenreich bestritten. Die Kantate Jakob und Esau ist die neueste Komposition von Frau Geiger-Kullmann, die in den vergangenen Jahren bereits mit anderen Werken, die Stoffe der Heiligen Schrift behandeln, hervorgetreten ist. Auf das Oratorium „Mose" folgte die Solokantate „Ruth und Boas", die in einem Konzert der Jüdischen Tonkünstler Frankfurts uraufgeführt wurde. Die neue Komposition gestaltet den Streit Jakobs und Esaus nach der Rückkehr Jakobs in die Heimat, das Erscheinen des Engels, der Jakob den Namen „Israel, Gotteskämpfer" verkündet, die Versöhnung der beiden Brüder und, abschliessend ihren und des Volkes Jubel. Wir bringen aus dem von Alfred Auerbach mit echter künstlerischer Formungskraft geschaffenen Text die Einleitung der Kantate zum Vorabdruck. Die Schriftleitung D er Erzähler Siehe, wie das Tal sich füllet mit Menschen. Herden lagern, Kamele tragen Schätze vor die Zelte. Und Jakob teilet sein Volk und alles, was sein ist... Volk Reiter sprengen heran! Auf der andern Seite des Baches nahet Esau. Geringer sein Volk, als das des Bruders. — Was wird geschehen? Stehen die Brüder gegen einander auf in altem Hasse? Herr! Erbarme dich der irrenden Brüder! Erleuchte ihre Herzen! Lass nicht Unheil geschehn. Lass nicht den Bruder die Hand erheben gegen den Bruder! Der Erzähler, Knabe Vater, warum4 zürnt dir der Oheim? Vater, ist es wahr, was die Mägde flüstern: Du seist der Erstgeborene nicht! Und die Knechte sagen: „Du stahlst dem Bruder den Segen!" Vater sage, dass sie lügen! — Oh sprich ein Wort zu mir. — Warum schrickst du auf in der Nacht aus dem Schlaf und ballst die Faust — Und legst dein Schwert neben dich und spähst hinüber nach dem Lager des Oheims? Vater, gib mir' Antwort.. sag ein Wort zu mir: Warum dürfen wir Kinder nicht mehr spielen gehn, wohin wir wollen? Und die Zither schlagen, wie es uns gefällt? Warum ist die Erde kein Garten der Freude, wie uns die Mutter gesagt, als sie die Schönheit der Dinge uns nannte. Als sie die Schöpfung pries ein Gottesgeschenk für den Menschen, der dienet dem Herrn.'? Jakob Lass dein Fragen, mein Kind. Wie sollt ich. dir Antwort geben auf alles, VOM HAUPTBAHNHOF Hindenburg Platz 12 gegenüber Hauptbahnh. LUDWIG GRAU das leistungsfähige jüdische Spezialgeschäft für Herren-u.Knabenkleidung Täglich Eingang von Frühjahrs-Neuheiten. /C Kronprinzen Straße 21 \_ Immer gleich preiswert: Kleider-, Wäschestoffe Wäsche, Unterzeuge Handarbeiten, Strickwolle Damenstrümpfe, Socken Arbeitsoekle idun g SALOMON & CO. Gr.HirscHgra&en 14 "\ BAD EINRICHTUNGEN •* Gas-, Kohlenu (comb. Herde, elekir. Kühlschränke, Eisschränke, Ofen, Kesselöten Ar" w LAMM 36 Monatsra ff bÄriri Telefon 23207 — Gemeinde-Mitglied Kaiserstraße 14 Siegmund Goldfchmidi im Hapaghaus Geqründet 1876 Aeltestes Spezial - Wäscheu. Ausstattungsgeschäft r-~^ Rossmarkt 17 . neb. Salamander . jSmmp-smh^ Schmuck-Moden „Charlotte" Aparter Schmuck - Kleine Geschenke ZUR HAUPTWACHE Was deiner Seele noch fremd? Geh zu den Geschwistern ins Zelt. Und gehorche mir! Knabe Vater, immer weiset du mich ab, Wenn ich die Dinge noch nicht erfassen kann. Jakob Gehe, mein Kind, und gehorche mir. Ich erwarte Esau, den Bruder. Siehe — er kommt des Weges über den Bach. F. mibe Ich geh'jTche deinem Worte, und den Worten Gottes, des Herrn .. .