Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 6 (3.1937)
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 mudschüler. 24) Einer, der sich gute Tage, macht, Tagedieb. 25) Verdienst, mildernder Umstand. 26) Angeberei. 27) Wie Memuchan in Esther I, 16. 28) Unterbrochen. 29) Was liegt schon daran? 30) Monate. 31) Jammer, Klage. 32) Angst, Schrecken. 33) Von Haus zu Haus. 34) Der mit der Betreuung der Talmudschüler beauftragte Vorsteher- 35) Erbleicht, oh welche ein Schreck'. 36) Furcht. 37) Kommentare zum Pentateuch und anderen Gesetzbüchern. 38) Teil des Talmuds. 39) Schlechte Note in der Zensurenliste ist ihm sicher. 40) Er fürchtet, dass seine Aufenthaltserlaubnis vorbei ist 41) Schimpf und Schande. 42) Er bemüht sich um Fürsprache, bittet um gut' Wetter. 43) Tag und Nacht. 44) Lesen, lernen. 45) Tränen. 46) Des Reimes wegen „lehren", hier lernen. 47) Fasttage einsetzen. 48) Zwei örtliche Fasttage zum Andenken an Ereignisse aus der Geschichte der Frankfurter Juden. 49) Die Gans verriet 1349 in Worms die Judenhäuser (vgl. Mannheimer, Die Juden in Worms, 1842, S. 34, nach der Erzählung im Maasebuch). 50) Nach dem französischen trouver beim Essen antreffen. 51) Die Pfosten, die den Trauhimmel tragen, hier: mit Ruten aus der Stadt jagen. 52) Dafür, dass er eine Aenderung dieses willkürlichen Verfahrens herbeiführte, möge Gott ihm langes Leben schenken. 53) Hausfrau. 54) Vom französischen pucelle Hausmädchen (vgl. Tendlau, Sprichwörter und Redensarten S. 178 u. 588). 55) Gemüse. 56) Feiertagsspeisung. 57) Die fünfache Taxe. 58) Meistens. 59) Monat. 60) Vorsteher. 61) Feiertage. 62) Gemeindediener. 63) Acht geben. 64) Sich von der Arbeit drücken. 65) Meine Herren. 66) Am Ende, schliesslich. 67) Er zerreisst sich das Kleid über sein Unglück. 68) Textworte aus den Klageliedern. 69) Mit Achtung zu sagen. 70) Die Gemeindebehörden. 71) Soviel wie: Nichts, Niedriges. 72) Hilfe, Unterstützung. 73) Heilkur. 74) Arzt. 75) Ueberflüssig. 76) Ueberdrüssig. 77) Den Namen für wohltätig. 78) Zumal, gerade. 79) Dafür möge die Gemeinde bestehen, bis zu Zion der Erlöser komme. An die Gemeindemitglieder! Au! die a) am 10. Juni, 10. September und 10. Dezember 1936 fällig gewesenen Kultussteuerraten und die am 10. März 1937 fällig werdende letzte Rate der Steuer 1936/37 b) am 15. Mai und 1. November 1936 fällig gewesenen beiden Raten für Nur-Lohnsteuerpf lichtige c) das längst fällig, gewesene Gemeindegeld wird hierdurch nochmals hingewiesen. Wer die Raten und Gemeindegeld {noch nicht gezahlt hat, möge dies bei Meidung von Kosten und Weiterungen sofort tun. (Postscheckkonto No.800 Frankfurt-M., Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde.) Wir verweisen im übrigen auf die diesbezgl. Bekanntmachung des Steueramtes in der vorliegenden Nummer. Frankfurt a. M., den 22. Februar 1937. VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Fünfunddreissig Jahre Keren Kajemeth Lejisrael Am 19. Teweth 5697 sind 35 Jahre seit der Gründung des Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) vergangen. In langwierigen Beratungen des V. Zionistenkongresses wurden die Grundlagen für diese Institution gelegt, die im Verlaufe ihres Wirkens eine aussergewöhnliche Volkstümlichkeit errungen hat. Der Keren Kajemeth Lejisrael ist heute ein Begriff im jüdischen Lehen. Die hlaue Büchse, die in 900.000 jüdischen Häusern in der ganzen Welt steht, ist ein Symbol der Palästina- Arbeit geworden. Ein Gedanke voller Phantasie, den der verstorbene Mathematiker Professor Hermann Schapira jahrelang unermüdlich propagierte, wurde in der Wirklichkeit des Palästina- Aufbaus zu einem entscheidenden Instrument der Kolonisation von Erez Israel. Professor Schapira hat die Verwirklichung seines Planes nicht mehr erlebt. Seine Ideen haben aber den Weg in das jüdische Leben gefunden. Die Anfänge waren dürftig, wenn man sie mit dem heute Erreichten vergleicht. Man glaubte durch Markenverkauf die Mittel für eine Ueberführung des Bodens in Palästina in jüdischen Volksbesitz aufbringen zu können. Dementsprechend waren auch die ersten materiellen Ergebnisse. Im ersten Jahre seines Bestehens erhielt der KKL 10.000 Pfund, dann jährlich bis zum Ausbruch des Weltkrieges injedem Jahr durchschnittlich 40.000 Pfund. In den ersten 20 Jahren seines Bestehens brachte er es auf eine Gesamt-Einnahme von 950.000 Pfund. Wenn auch der Bodenbesitz bis zum Ende des Weitkrieges nicht mehr als 19000 Dunam betrug, so ist doch auf dem Boden des KKL das Geschlecht jüdischer Landwirte erzogen worden, das später zum Träger der nationalen Kolonisation wurde. Dr. Arthur Kuppin, der im Jahre 1907 die Leitung der zionistischen Kolonisationsarbeit in Palästina übernahm, war es, der auf den ersten vom KKL. erworbenen Böden landwirtschaftliche Lehrfarmen errichtete und im Jahre 1910 mit Hilfe der in diesen Farmen für landwirtschaftliche Arbeit erzogenen jungen Menschen die Mutter der Kwuzoth, Dagania, begründete. Von dieser Siedlung ist eine grosse erzieherische Kraft im jüdischen Leben ausgegangen. Das Ideal der Kwuzoth hat grosse Teile der Jugend unseres Volkes erfasst. Auf dem Boden des KKL konnte sie ihre Vorstellung von einem echten Gemeinschaftsleben verwirklichen. Bis zu der im Jahre 1920 erfolgten Gründung des Keren Hajessod war der KKL das einzige Finanzinstrument der nationalen Palästina-Kolonisation von einer gewissen Bedeutung. Jene Männer aus Jaffa, die vor mehr als zwei Jahrzehnten die Absieht fassten, vor den Toren von Jaffa eine kleine Gartenstadt, genannt Tel-Aviv, zu errichten, wandten sich auch an den KKL, um von ihm einen Kredit zu erhalten, ohne den ihr Plan nicht hätte verwirklicht werden können. Der KKL hat diesen Kredit gegeben. Dadurch wurde die Gründung von Tel-AviY, jener Stadt, auf die heute die Juden der ganzen Welt mit Stolz blicken, ermöglicht. Erst die Balfour-Deklaration und das Palästina-Mandat haben die Grundlagen für eine grosse umfassende kolonisatorische Arbeit in Palästina geschaffen. Der nach dem Krieg gegründete Keren Hajessod übernahm die Finanzierung der allgemeinen Aufgaben des jüdischen Siedlungswerkes. Der Keren Kajemeth konnte sich nunmehr ungeteilt seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich der Ueberführung des palästinensischen Bodens in jüdischen Volksbesitz, zuwenden. Mehr als 15 Jahre sind seitdem verflossen. Der Sitz des Hauptbüros des KKL ist seither Jerusalem. Der KKL wurde zu einem entscheidenden Faktor in der jüdischen Kolonisation. Diese Periode der schöpferischen Leistung ist auf das engste mit der Persönlichkeit des Mannes verbunden, der seit dieser Zeit an seiner Spitze steht. Menachem Ussischkin, dessen ganzes Leben der Arbeit für das jüdische Volk gewidmet war, hat sich damit bereits heute ein unvergängliches Denkmai errichtet. In diesen Jahren hat der KKL allein ungefähr 4 MillionenPfund aufgebracht und ca. 360.000 Dunam Boden erworben. 52% des nach dem Krieg durch Juden erworbenen Bodens sind