Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-03-01 · 6 (3.1937) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
6 (3.1937)
Date
1937-03-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3094266-3094439-3094445--5619-3100437
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 7 Dr. iur. Hugo Hofff mann "Ä&Ss51 Versicherungen aller Art 'durch den KKL erlöst worden. In diese Zeit fällt auch die Ei Schliessung bedeutungsvoller Gebiete Palästinas für eine jüdische Kolonisation. Der Keren Ka;emeth Lejisrael hat sich seine Stellung nicht zuletzt dadurch erworben, weil er wie keine andere Institution den sittlichen Gehalf der nationalen Bewegung des jüdischen Volkes verkörpert. Der Boden gehört auf ewig dem jüdischen Volke. Die Grundsätze des KKL verhindern es, daß auf seinem Boden die nationale Heimstätte durch Ausbeutung fremder Arbeitskräfte errichtet wird. In seinen Siedlungen ist das Prinzip der jüdischen Arbeit restlos durchgeführt. Die verheerenden Folgen der Bodenspekulation können sich bei ihm nicht auswirken. Der Siedler ist nur Pächter auf dem Boden, der dem ganzen jüdischen Volk gehört. Er bleibt von vornherein vor der Versuchung bewahrt, den Boden zu irgendeinem Zeitpunkt vorteilhaft zu veräussern. Der Keren Kajemeth erzieht die Siedler aber auch zur Selbstarbeit, denn niemanden wird mehr Boden zugewiesen, als er selbst mit seiner Familie zu bearbeiten imstande ist. Die politische Diskussion der letzten Wochen, die durch die Untersuchungen der Royal Commission veranlaßt wurde und auch den KKL in sich einbezog, hat die Schwierigkeiten aufgezeigt, die imstande sein können, unsere Kolonisationsarbeit zu beeinflussen. Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß auf die Dauer keine politische oder administrative Massnahme die Erlösung des Bodens in Erez Jisrael verhindern kann, wenn nur das jüdische Volk die Mittel hierfür bereitstellt. Berufsausbildung in Zahlen von Dr. Eudolf Stahl Seitdem im Jahre 1933 in Deutschland viele Juden in ihren bisherigen Berufen ein Fortkommen nicht mehr fanden, haben die verantwortlichen jüdischen Sozialstellen unter Führung der Reichsvertretung der Juden in Berlin es übernommen, diese Menschen für neue Berufe ausbilden zu lassen. Hierdurch bekamen sie die Möglichkeit, sich im Ausland eine neue Existenz aufbauen zu können. Für die Gemeinde Frankfurt und den Bezirk des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen-Nassau ist die Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe in Frankfurt am Main Trägerin dieser Arbeit. Diese begann damit; den aus ihren früheren Berufen ausgeschalteten Menschen die notwendige Berufsumschichtung zu ermöglichen und ihnen, soweit erforderlich, die Mittel hierzu durch Zuschüsse zur Verfügung zu stellen. Für die Umschichtler aus dem Bezirk des Provinzialverbandes wurden die Mittel im wesentlichen von der lleichsvertretung, zu einem kleinen Teil von den Heimatgemeinden gestellt. Die Mittel für die Frankfurter Umschichtler wurden gemeinsam von der Reichsvertretung und der Gemeinde Frankfurt aufgebracht. Die Ausbildungsarbeit der Beratungsstelle wuchs in raschem Anstieg bis zum Mai 1934. Danach stetzte infolge der Verknappung der zur Verfügung stehenden Mittel eine Kontigentierungsmassnahme der Reichsvertretung ein. Die Zahl der betreuten Menschen hielt sich deshalb etwa auf gleicher Höhe, sank dann im Frühjahr 1936 und stieg seit dieser Zeit infolge des Neuzugangs der Schulentlassenen zur Berufausbildung (Grundlehre) in steiler Kurve an. Heute werden annähernd 400 Menschen durch die Bezirksstelle Frankfurt bezus c h u s s t. Diese Entwicklung wird durch das folgende Bild 1 veranschaulicht, das die Zahl der im Provinzialverband - . - . - .— der in der Gemeinde Frankfurt (Beratungsstelle)---- und der in beiden Bereichen zusammen (Bezirksstelle) - Betreuten darstellt. Die Ausbildung erfolgt in: Metallbearbeitung, Holzbearbeitung, Bauhandwerk, Landwirtschaft, Gärtnerei, Hauswirtschaft, Schneiderei, Kindergarten, Krankenpflege, Wohlfahrtspflege u. a. m. KOPFZAHL DER in berufs-umschichtung uberufs-ausbildung von der Bezirksstelle FRANKFURTa.m. BEZIRKSSTELLE - , nr "71 irrLII lf»M*Pk I provSki^erbSh» Z.7Z.Z.T Bc^USCHlJSS1 ELN 7AU ^03 „ 193* 1935 1936 - ~"3-flVPrl0KT| NOV,Dg JAN, FEBB MÄRZ APBL MAI JUNI JULI .AUS .SEPTiOKT. NOV i DEZ JAN iFEBB.MSgJtfgH.MAI JUNI JULI .AUG .SEIT .OKT NOV.DEZ JAN.FEBR.MWgAPBILiMAl JUNI JUll AUG.SEPT

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.