Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 5 (2.1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 11 5 Läufern bestehende Gruppe vollbrachte besonders achtbare ski-alpine Leistungen auf Hochfahrten, bei Nacht- und Gratwanderungen. Die genußreichen Tage wurden mit dem traditionellen Ski rennen (Kombinierter Abfahrts- und Aufstiegslauf, Höhenunterschied: 150 m) abgeschlossen, an dem sich auch Sportler anderer Vereine beteiligten. Eine zweite Fahrt führt am 7. Februar wieder nach der gleichen Gegend, und auch der Bar Kochba Frankfurt führt dorthin eine Skiexpedition durch. Im Rasensport setzte die Rückrunde der „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Turn- und Sportvereine Südwestdeutschlands" im Fussball und Handball ein. In der Frage der „Arbeitsgemeinschaft" — Makkabi wird für die nächsten Wochen eine Bereinigung der Konflikte erwartet. — Die Bezirksrunde des Südwestdeutschen Makkabikreises ist soweit abgeschlossen, daß die Gruppenmeister mit Bar Kochba Frankfurt für die Maingruppe und mit Bar Kochba Mannheim für den Rhein-Neckar- Bezirk feststehen. In einem Entscheidungsspiel kämpfen die beiden Gruppenmeister jetzt um die Gesamtmeisterschaft der Bezirksrunde. Die südwestdeutsche Repräsentativelf im Fußball, die in der Hauptsache aus Spielern des Bar Kochba Frankfurt besteht, trifft in der Zwischenrunde um den Makkabipokal jetzt in Leipzig auf die mitteldeutsche Auswahlmannschaft. — Besonders erfreulich hat sich die Jugendabteilung des Bar Kochba entwickelt, die im Rasensport jetzt nicht weniger als 9 Einheiten stellen kann. Mit dem Schulsportverein Philanthropin kamen übrigens im Januar Begegnungen im Fußball und Handball zustande. Im Tischtennis entsendet der Bar Kochba seine besten Spieler zu den Deutschen Makkabimeisterschaften im Februar in Leipzig, wo die Frankfurter die Mannschaftsmeisterschaft zu verteidigen haben. — Im Kegelsport fanden wieder interessante Kämpfe statt. Der Reichsmeister auf Asphalt, Schild Frankfurt, war vom jüdischen Klub „Fidelio" herausgefordert worden und errang in diesem Kampf einen glänzenden Sieg. Im Schach begann der TSV. Schild in zwei Klassen sein diesjähriges Turnier, das besondere Bedeutung durch die jetzt ausgeschriebenen Reichsmeisterschaften gewinnt. Die Sieger werden zunächst um die Landesmeisterschaft kämpfen. Die Jugend des Schild hat inzwischen ihr Turnier beendet. Ebenso hat die Jüdische Schachvereinigung ihr Turnier, diesmal nur für die 2. und 3. Klasse ausgetragen, abgeschlossen, das eine kleine Leistungsverbesserung ergab. L. W—s. Literarische Rundschau Die Dankbarkeit bei Kindern und Jugendlichen von Dr. F. Baumgarten, Privatdozentin der Universität Bern. Bern, Francke-Verlag 1936, 106 Seiten. Franziska Baumgarten sagt in ihrer Schrift: „Die einzelnen Charaktereigenschaften, wie Güte, Mitleid, Wahrhaftigkeit, Sorge, Mut usw. wurden bisher nur sehr wenig experimentell-psychologisch untersucht...... Zu diesen Charaktereigenschaften wird auch die Dankarbeit gezählt.....". Die bekannte und geschätzte Psychologin hat die sehr interessanten Ergebnisse auf 2 Analysen des Dankbarkeitsgefühls aufgebaut. Auf ihre Initiative wurde zu diesem Zwecke eine Erhebung nach der Ausfrage- und Testmethode an etwa 2000 Berner Schulkindern im Alter von 7—15 Jahren durchgeführt. Eine zweite Erhebung an 530 Berner Kindern und 41 Lehrlingen der Eisenbahnwerkstätte Basel sollte die spontane und provozierte Dankbarkeitsreaktion verschiedener Arten, abhängig von Alter und Charakter, zum Vorschein kommen lassen. Eine für die pädagogische Praxis verwendbare Schlussfolgerung der Autorin ist diese: „In erster Linie handelt es sich darum, die Kinder über das Wesen der Dankbarkeit .aufzuklären. Hier kommt es vor allem darauf an, die soziale Natur des Dankes klar zu machen. Ein Dank wird bisher a 1 s Höflichkeitsformel oder als Pf 1 icht dargestellt. Beides führt dazu, ihn für die Kinder unsympathisch zu machen. Wasi notwendig scheint, ist eben der Hinweis auf die Gemeinschaft, die durch den Dank entwickelt und gestärkt, durch den Undank vermindert und vernichtet wird.....". Wir empfehlen Vorgesetzten, in erster Linie aber Eltern und Lehrern, die Lektüre dieses Büchleins. Viele Spannungen in