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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-02-01 · 5 (2.1937) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
5 (2.1937)
Date
1937-02-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Seite 7 Ein Jahr Grundlehre In wenigen Wochen Jährt es sich, daß die vorbereitenden Arbeiten zur Schaffung der Grundlehre aufgenommen und damit die Voraussetzungen für die berufliche Vorbildung von fast 200 Jungens und Mädchen geschaffen wurden. Neun Monate intensiver Arbeit sind vergangen — die Grundlehre ist zu einem kaum mehr wegzudenkenden Faktor der Arbeit unserer Gemeinde geworden. Das nahende Ende des Schuljahrs wird nicht nur von der Grundlehre F o r t f ü.h rung ihrer bisherigen Arbeit verlangen, sondern mit gesteigerten Bedürfnissen an die Grundlehre herantreten. Die Ursache für die Abnahme der zur Verfügung stehenden Lehrstellen für junge Juden sind bekannt: viele Betriebe sind nicht mehr in jüdischen Händen, die Einstellung der Tätigkeit der jüdischen Arbeitsnachweise erschwert die Beratung und Vermittlung. Ueber die Notwendigkeit einer gründlichen Berufsausbildung, nicht zuletzt für die Auswandernden, braucht nicht mehr gesprochen zu werden. Von dem Ernst, mit dem die Verpflichtung, unseren Kindern zu helfen, Fortsetzung von Seite 6 heute noch zu uns spricht! Wir finden es in den Briefen, die er von 1830, also von früher Jugend an, bis zum Jahre 1882, bis wenige Tage vor seinem Tode, an seinen Vetter und Freund Jakob Auerbach gerichtet hat. Wenn der Literarhistoriker in den beiden Bänden eine reiche Quelle für die Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts sieht, wenn vieles aus den geistigen .und politischen Entwicklung Deutschlands in diesem Zeitraum durch die Briefe beleuchtet wird, so hören wir außer diesem allem auch den treu mit seinem Glaubensgenossen, mit ihrem Schrifttum und erkannt wird, hängt die Gestaltung jüdischen Lebens der Zukunft ab. Die Erfüllung der Aufgaben der Grundlehre ist im wesentlichen von der Bereitstellung der erforderlichen Mittel abhängig. Die Gemeindekörperschaften wissen, daß die Schüler der Grundlehre auch im zweiten Jahre ausgebildet werden müs-en und d.nss die Aufnahme weiterer Schüler unumgänglich ist Aber die Gemeindekörperschaften allein können die großen notwendigen Mittel nicht beischaffen. Der Bereitschaft jedes einzelnen Mitglieds unserer Gemeinde bedarf es, um dieses Werk zu erhalten und an ihm weiter zu bauen. Die Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe wird den Eltern der Ostern 1937 zur Schulentlassung kommenden Jungen und Mädchen mit Beratung über alle die Aufnahme in die Grundlehre betreffenden Fragen zur Verfügung stehen. Die Einzelheiten über die erforderlichen Eignungsprüfungen, Probezeit usw. sind hier zu erfahren. Jeder helfe nach Kräften, unsere Jugend für Beruf und Leben zu schulen! ihren Geschicken verbundenen Juden, der — wie Erich Schmidt schön sagt — Zions und der Weiden Babylons im Hafen niemals vergass. Worte aus der Bibel, die er immer in der hebräischen Ursprache anführt, begleiten ihn von der Schülerzeit, von dem Eintritt ins Gymnasium zu Stuttgart an, durch sein ganzes wechselvolles Leben. Wenn er starke Eindrücke hat, wenn der Ernst eines menschlichen Schicksals, vor allem aber, wenn die Grösse und Ewigkeit der Natur ihn bewegt, dann steigt ein biblischer Spruch oder eine altjüdische Erinnerung in ihm auf.

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