Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 4 (1.1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
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SeiteT 15 h) Kultusstoncr pro 1936 der Nu r-L o h n s t e u e rp nichtigen. Die Steuer war am 1. November 1936 fällig. c) Nur- G-emcindegcldPflichtige. Das Gomcindegeld ist längst fällig gewesen. Wir ersuchen die Gomeindcmitglieder dringend, die noch bestehenden Rückstände unverzüglich zu entrichten. Nach vergeblicher Mahnung erfolgt die Beitreibung zuzüglich der Kosten durch die zuständige Vollstreckungsstellc des Finanzamtes. Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von 8% bis 12% Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zo gleicher Zeit statt. Für ältere und gebrechliche Personen steht der Personenaufzug zur Benutzung frei. Ffm., den 4. Januar 1937. VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Steueramt Kulturarbeit des Monats Die Hamburger Kulturbundschauspieler als Gäste Ein Frankfurter Gastabend des „S ehauspiel-Ense m b- 1 e s des jüdischen Kulturbundes TI a m b u r g"'(im Kulturbund) hatte das viel zitierte, viel erprobte Rezept des Goethe'- sclien Theaterdirektors „Wer vieles bringt...." getreu befolgt; so konnte im Ganzen auch die Nutzanwendung des Bühnenleiters „Ein Jeder geht zufrieden aus dem Haus" erreicht werden. Es war, von den jüdischen Schauspielern unter der Regie Dr. Hans Buxbaums veranstaltet, ein rechter Kabarett-Abend, der „ein paar schwere Stunden leichter machen" wollte, im Uobrigen aber nach der Pause kaum allzu hohe Ansprüche stellen konnte, noch wollte. Zuvor erzählte Jenny ß e r n s-t e i n-S c h a f f e r, die den Frankfurtern noch von ihrer Tätigkeit an Hellmers „Neuem Theater" in bester Erinnerung ist, Noveletten von Scholem Alechem und Andersen; ihre wohlklingende Stimme und die gewinnende Persönlichkeitsnote sind ihr geblieben. Eine Schnitzler- Komödie, „Das Bacchusfest" (in der Fritz Melchior, Fritz Benscher und die offenbar stark erkältete Friedl Münzer die tragenden Rollen verkörperten) zeigt jene typisch wienerische, lässige Behandlung eines sehr heiklen Themas, die vielleicht zuletzt' mit der Iioraz'schen Empfehlung ..Ridentem dicere verum" in geistigen Zusammenhang gebracht werden darf. Nachher also kam Heiteres und Groteskes: anmutige, nicht gerade sonderlich originelle Tänze von Jakoba E 11 e n z w e i g, kesse spritzige Couplets im waschechten Berlinsch von Erna Cohn-Lorenz, Heiter-Nachdenkliches der sympathisch anzuhörenden und anzuschauenden Marie Luise B r u c h, Klaus Brill, der einen Teil seiner erfreulichen Wirkung dem Hamburger Platt dankte, brachte vorwiegend lustige Chansons, Fritz B e n s c h e r, ein scharf pointierender Sprecher, war auch sein eigener Poet. Kurt Appel konferierte mit Geschick, und Kurt Behrens, der auf dem Flügel ein paar bekannte Stücke von Rachmaninoff und Brahms hören liess, war der zuverlässige Begleiter. Die Schlusszugabo, das Terzett aus „Meine Schwester und ich" fiel leider etwas ab, aber sonst hat man sich — das bewies der Beifall und die Ausdauer des Publikums — gut amüsiert, auch wohl die, denen es nachher „nicht hoch genug" hergegangen war! Georg Schott Frankfurter Komponisten bei den jüdischen Tonkünstleru Ausschnitte aus dem Schaffen Frankfurter Komponisten zu gefoen — das ist für die „jüdischen Tonkünstler F rankfurt s" eine lohnende und dankenswerte Aufgabe, der sie jetzt an zwei Liederabenden nachkamen. Für Bernhard S e k- 1 e s, der als Theorielehrer und Leiter des flcch'schen Konservatoriums vielen Jüngeren ein Wegweiser geworden ist, bedeutet das Lied einen wichtigen Zweig seiner auf mancherlei Gebiet bewährten und' erfolgreichen Produktion. Auch hier spricht sich bei dem Frankfurter Musiker, der in seiner Jugend einmal den entsclieidenden Eindruck durch die Gesänge eines fremdländischen Volksstamms erhielt, in der Wahl der Textvorlagen, aber auch in der Art und Weise der Vertonung, der starke Einfluss des Orients aus; der Tausend und eine Nacht-Oper „Schahrazade" dankte dieser geistvolle Lehrer, Musiker und Komponist denn auch seinen grössten Bühnenerfolg. Oestliches oder spezifisch jüdisches Gepräge haben ebenso die, am gleichen Abend zur Wiedergabe gelangten, Lieder Herbert Fromms, der in den letzten Jahren dem Frankfurter Musikleben des jüdischen Kreises mancherlei Anregung gegeben hat. Von ihm kamen u. a. eingängliche Vertonungen nach östlichen Volksliedern zu Gehör — Ein Schüler von Bernhard Sekles ist M a x K o w a 1 s k i, der zumal mit seinen anmutig gefälligen Pierrotliedern (von Andre Giraud, übersetzt von Otto Erich Hartleben) weithin bekannt geworden ist. Eine Gruppe aus diesem Zyklus sang Hans Assenlieim mit weicher gepflegter Stimme und gutem Ausdruck. (Der Referent erinnert sich daran, daß die hübsche Wendung „Mit einem phantastischen Mondstrahl" von anderen Künstlern ganz zart und piano, beinahe beiläufig, gebracht wurde und gerade so eine besondere Wirkung erhielt.) Für die Lieder von Sekles und Herbert Fromm setzte Bettina Feitier ihren reizvoll timbrierten, wenngleich mitunter etwas preziös angewandten, Sopran und sichere Musikalität ein. Neben Herbert fromm und Max Kowalski, die mit den Sängern starken Beifall fanden, wirkte Helene Lorsch-Morgenstern als treffliche Begleiterin am Flügel. An dem ersten Abend trug noch Leni Steinberg als warmherzige Sprecherin prächtige biblische Legenden von Herder ¥OM UPTBAHNHOF ~">y Gutleutstraße 31 a j Danzas&Co G. m. b. H. Tel. 3U041 früher Albert Herz. Abt. f. AuslandsumzOge Umzüge nach allen Ländern in Lifts- und Sammelladungen Verpackung. Spedition. Versicherung. Kronprinzen- Straße 21 V. r. Gr. HirscbgraDen J >v Warme Unterkleidung, schöne Wäsche, Strümpfe, Handschuhe, Stoffe, Koltern u. s. w. SALOMONco Haltestelle der Linien 14. 16, 18. 14 r, Eaiserstr. J *\ BADE: El NR ICHTUNGEN Gas-, Kohlenu komb. Herde, elektr. 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