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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-01-01 · 4 (1.1937) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
4 (1.1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 häufig übersetzt worden und haben dadurch auch in anderen Ländern die Lernbeflissenen beeinfhisst. Daneben wurden durch Gesenius noch sehr viele Schriften veröffentlicht: Kommentar und Uebersetzung von Jesaja, De Samaritanum Theologia, Das Lehrgebäude der hebräischen Sprache, Die Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift usw. Wie jeder wahrhaft grosse Mann war Gesenius auch in der Lage, Fehler zuzugestehen. So schreibt er in der Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, dass er in seinem Wörterbuch geirrt habe. — Die Schüler rühmen die Klarheit seines Vortrages und seine Umgänglichkeit. Er erschien ihnen nicht wie der durch eine Mauer getrennte Lehrer, sondern wie ein Erster unter Gleichen. Ein wirklich leidenschaftlicher Lehrer muss er gewesen sein: er selbst sagte kurz vor seinem Tod, daß das Unterrichten ihm die anderen Ausspannungen ersetze. Frederik Miller schreibt über ihn in „The influenee of Gesenius on Hebrew Lexikography": „Der Nestor der hebräischen Lexikographie hinterliess eine trauernde Gemeinde von Verwandten, Studenten und Freunden, die seinen frühen Tod beklagten. Sein Einfluss war gross gewesen in dem ganzen Gebiet des orientalischen Studiums." Makkabäer-Tag des Philanthropins i. Am 20. Dezember 1936 fand der sechzehnte Makkabäertag des Philanthropins statt. Traditionell als Einrichtung, wandelbar nach Form und Inhalt, wie Zeit und Leben selbst, soll der Tag nach dem Wunsche seines Begründers, Oberstudiendirektor Dr. Driesen, gestaltet werden. Und weil die Wandlung aller Dinge die Frage nach der Sinngebung des Tages immer neu stellt, ist auch der Leitgedanke eines jeden dieser Tage ein anderer. Der Leitgedanke des 16. Makkabäertages lautete: „Das Makkabäererlebnis als pädagogische Offenbarung". Damit forderte dieser Tag: Steigerung der reinen Kenntnis des Makkabäergeschehens zum Makkabäererlebnis. Erst zum Erlebnis geworden, kann Geschichte „Offenbarung" werden, u. h. Erkenntnisse geben, die durch einfaches * Wissen der Tatsachen, des Geschehens und durch Denken über das Geschehen nicht gewonnen werden können. Erkenntisse, die über die Bereicherung des Wissens hinaus das Bewußtsein einer Verbindlichkeit, einer Verpflichtung gegenüber der sieh „offenbarenden" Macht der Vergangenheit schaffen. „Pädagogisch" wird diese Offenbarung nur dann, wenn sie den durch das Wissen um die Verpflichtung geformten Wullen der jungen Menschen jüdischer Zielsetzung dienstbar macht. II. In seiner Ansprache bei der Akademischen Feier führte Dr. D r i e s e n aus, Makkabäergeschehen werde uns Makkabäererlebnis, weil die Makkabäer in schwerster Bedrängnis jüdisches Leben vorgelebt haben und zwar: durch Erkenntnis der uralten, ewigen Auseinandersetzung zwischen Juden und Umwelt, als einer Auseinandersetzung zwischen Mehrheit und Minderheit, durch Ein Brief der Jüdischen Winterhilfe Nachstehendes Schreiben hat die Jüdische Winterhilfe in diesen Tagen versandt: „Sehr geehrter Herr........... Bei Durchsicht unserer Kartothek haben wir zu unserer Verwunderung feststellen müssen, daß Sie Ihrer Verpflichtung zur Beitragsleistung für die Jüdische Winterhilfe 1936-37 bislang noch nicht nachgekommen sind. Die Not ist gross, die Zeit drängt! Jede Verzögerung vermindert unsere Hilfe für unsere Betreuten! Wir dürfen wohl mit Recht erwarten, daß Sie unverzüglich Ihre Zeichnung für die Jüdische Winterhilfe nachholen. Ein Abseitsstehen bei diesem Hilfswerk erscheint mit den Pflichten eines Juden in Deutschland schlechterdings unvereinbar. In ausgezeichneter Hochachtung JUEDISCHE WINTERHILFE FRANKFURT A. M gez.: Justizrat Dr. Blau, E. Oettinger" Dieses Schreiben musste 2500 Personen zugestellt werden, die auch heute noch abseits stehen. Wenn auch die Leistung für die Jüdische Winterhilfe eine freiwillige ist, so hatten wir doch mit Bestimmtheit erwartet, dass sich niemand aus unserem Kreis seiner Verpflichtung zum Geben und zum Opfern entzieht. Dass dies doch geschieht, muß hierdurch festgestellt werden. Wir hoffen, daß die Feststellung allein genügt, um diesen Mißstand zu beseitigen und die noch Fernstehenden veranlasst, nunmehr ihre Pflicht zu erfüllen, ohne dass es eines weiteren öffentlichen Hinweises hierzu bedarf. JUEDISCHE WINTERHILFE FRANKFURT A. M. 1936/37 ■■^■■»■■■■■■■■■aBHMHHMBHi Erkenntnis der ausgleichenden Kräfte in diesem Spannungsverhältnis (der Jude bleibt ein ewig Lernender). Durch Bekenntn i s, d. h. durch positive Bewertung dieser jüdischen Lage (Du baust auf guter Tradition) und durch Tat, als Erfüllung von Erkenntnis und Bekenntnis. Weil diese Haltung der Makkabäer die ewig gültige jüdische Haltung sei, würden sie über die Schranken ihrer historischen Sendung und über die Jahrtausende hinaus zum Sinnbild und Vorbild erhoben, dem nachzuleben für die jüdische Jugend Pflicht sei, wenn sie die ewige Kette der Ahnen verantwortungsbewusst nicht abreißen lassen wolle; denn der Geist der Makkabäer sei der Geist des Judentums schlechthin. III. Als Ausdruck ihres Makkabäererlebnisses hatte die Schulgemeinschaft drei Formen gewählt: 1) Die Musik 2) Den dramatischen Dialog 3) Den turnerischen Wettkampf. Das Schulorchester unter der straffen Leitung von Studienrat Frank Rothschild spielte klangrein Teile aus Händeis „Judas Makabäus" und Mehuls „Joseph und seine Brüder", begleitet von dem gut abgestimmten Sehulchor. Verständnisvoll und feinfühlend brachten Hans Assenheim und Edith Baum JUWELEN +GOLD * SILBER Raclo^bn echt Silber DÜSltSCilfS und versilbert Trauringe / Uhren Anu. Verkauf aus Privatbesitz, stets Gelegenheiten in Juwelen ÜB 11/4349 OSEN KAISERSTRASSE 5 NÄCHST ROSSMARKT FRANKFURT AM MAIN Dosen » SILBER SCHMIEDE

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