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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-12-01 · 3 (12.1936) · p. Seite 31

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
3 (12.1936)
Date
1936-12-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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Seite 31 Hauspflege und Naclibarhilfe Mehr doim je fördert die Zeit von un:--. eine Kationalisierung und Vereinfachung unserer Arbeit, besonders dann, wenn durch eine Zusammenarbeit eine intensivere Leistung erzielt werden kann. Wenn diesem Wunsehe nach Gemeinsamkeit auch oft organisatorische Schwierigkeiten entgegenstehen, lassen sich doch bei gutem Willen Wege finden, der berechtigten Forderung der einen wie der anderen Organisation in der Zusammenarbeit Genüge zu tun. In dieser Voraussetzung haben die Vorstände der 11 aus pflege und der Nachbarhilfe es für richtig erkannt, in Zukunft ihre Arbeit gemeinsam zu leisten. — Beide Organisationen haben durch ihre Tätigkeit bewiesen, dass sie als soziale Arbeitsträger nötig sind und gebraucht werden; beide haben gleiche Zwecke und Ziele: sie wollen Helfer in der Not sein. Die J ü d i s c he Hauspflege, ein soziales Arbeitsgebiet der Frauenvereinigung der Frankfuit-Loge, gegründet im Jahre i90ß von Frau Rabbiner Dr. Marcus Horovitz s. A., übt ihre segensreiche Tätigkeit unter dem Vorsitz von Frau Betty Plaut in bewunderungswürdiger Weise aus. Bewunderungswürdig deshalb, wt.il die Not der Zeit verlangt, Vielen zu helfen, weil die Schichtung der Hilfesuchenden eine ganz andere geworden ist, mehr und mehr den Mittelstand umfasst, und weil schliesslich die Zahl der durchschnittlich KM. 1.- per Monat zahlenden Mitglieder von etwa 300 auf kaum 100 sich verringert hat. Dabei stellen die stete Zunahme der Hilfsbedürftigen erhöhte Anforderungen. Es wurden durchschnittlich in der W.oche 30-40 Familien betreut; Wöchnerinnen, alte und kranke Leute und kinderreiche Familien, in denen die Hausfrau durch Krankheit oder Schwäche ihren Haushalt nicht versorgen konnte. Oft erstreckte sich die Pflege, B. bei Wöchnerinnen, auf mehrere Wochen, indem sich eine der 3 festangestellten Pflegerinnen täglich um Besorgung der Kinderwasche, Sauberhalten der Wohnung u. a. m. bemühte Die Hauspflege betreut die Familien nach Vorlage eines ärztlichen Attestes, und hier liegt das Unterschiedliche der Arbeitsmethode Hauspflege — Nachbarhilfe. Die Nac h bar hilf e, ein sozialer Hilfsdienst der indischen Frauenorganisationen unserer Stadt, hat noch' keine Tradition wie die Hauspflege; sie besteht erst seit März dieses Jahres und ist nach vielen gemeinsamen Besprechungen aus einer Notlage ins Achtung! Auswanderer! Verwaltungen für zurückbleibendes Vermögen und Grundbesitz übernimmt %• Feitier Wolfsgangstr. 49 I Fernspr. 58670 Leben gerufen. Infolge der Hausangestellten-Gesetzgebung sollte sie ein Eingreifen in unvorhergesehenen Notfällen ermöglichen und unseren jüdischen Hausfrauen die Gewissheit bringen: „wir wollen Dir helfen, wenn Du plötzlich erkrankst oder aus anderen Gründen eine Vertretung brauchst". Nur im Moment Hilfe und damit Gewissheit und Beruhigung bringen, bis wieder eine ständige Hilfe da ist. oder die 11 auspflege eintritt, ist die Absicht. Die Nachbarhilfe ist also keine Hilfe für Wochen, sondern immer nur für wenige Tage oder Stunden, und hat eigentlich schon immer mit der Hauspflege Hand in Hand gearbeitet, je nachdem ein Fall gelagert ist. In manch schwierigen Situationen hat sich schon die Notwendigkeit der Nachbarhilfe erwiesen, und wenn nun in Zukunft beide Organisationen ihre Helferinnen gemeinsam in den Dienst der guten Sache stellen, kann dies für die Arbeit nur von Vorteil sein. Die Hauspflege, die ihre festen Helferinnen hat, und bestimmte Arbeiten in den Familien übernimmt, kann nun die Heilerinnen der Nachbarhilfe mit in ihren Arbeitskreis ziehen und umgekehrt. So ist anzunehmen, dass Hauspflege-Nachbarhil fe, die beide gleichermassen bestellt sind, zu helfen, durch diese Zusammenlegung sich gegenseitig zum Besten der Gemeinschaft stärken und fördern. Uns Frauen aber muss es Ehrenpflicht sein, durch Werben monatlich zahlender Mitglieder die Arbeit zu ermöglichen, dieim besten Sinne, als eine von jüdischer Verantwortlichkeit für einander getragene, anzusehen ist. „Geben" und ,.Nehmen" ergänzen sich hier wunderbar, und das eine ist so wichtig wie das andere. Cilly Neuhaus Anfragen erbitten wir an: Büro der Nachbarhilfe, Quinckestrasse 24. Tel. 41003 oder 53235 Ä Pelz-Mi ileli m cielfüshs* Besätze besonders preiswert Feine Maßunf rJigung Umarbeitung eiz Kürschuerineister | Telefon 25904 / Gr. 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