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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-11-01 · 2 (11.1936) · p. Seite 20

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
2 (11.1936)
Date
1936-11-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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Seite 20 Sch'mini Azeret sein 70. Lebensjahr. Zu Beginn des Weltkrieges wurde er Oberrabbiner in Posen, von wo aus er 1928 nach Berlin kam. Neben seiner rabbiniseben Tätigkeit hat sieh Dr. Freimann zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten gewidmet. Er ist Mitarbeiter an der Jüdischen Encyklopädie, dem Jüdischen Lexikon und hat .viele mittelalterliche hebräische Kommentarschriften sowie lokalgeschichtliche Arbeiten der Juden in Mähren und Westdeutschland herausgegeben. Er hält Vorlesungen und Uebungen am Berliner Rabbinerseminar ab. — Im 66. Lebensjahr ist am 20. Oktober der bekannte jüdische Bildhauer Jacob Plessner in Berlin gestorben. — Breslau. Die Synagogengemeinde S t r i e g a u in Schlesien hat sich am 1. Oktober aufgelöst. Nachdem eine erste jüdische Gemeinde in Striegau im Jahre 1454 ihr Ende gefunden hatte, ist nun auch die zweite Gemeinde, deren Friedhof im Mai 1815 eingeweiht worden war, eingegangen. Der Hauptteil der Kultgegenstände wurde vom Verband der Synagogengemeinden für die Provinz Niederschlesien in Obhut1 genommen. — Dresden. Die Dresdner Gemeinde veranstaltete aus Anlass des 50jährigen Jubiläums von Professor Dr. Jakob Winter als Rabbiner in Dresden verschiedene Feiern. Auf einem Festgottesdienst sprach Rabbiner Dr. Leo Baeck, der Präsident der Reichsvertretung und Vorsitzende des Allgemeinen Rabbinerverbandes, der die Glückwünsche von Reichsvertretung und Rabbinerverband überbrachte. Auf einem Gemeindeabend würdigte Gemeindevorsteher Max Lesser die Lebensarbeit von Professor Winter und Rabbiner Dr. Wolf seine Bedeutung als Wissenschaftler. — Im Alter von 63 Jahren starb der bekannte Handelsrechtler Prof. Dr. James Breit in Dresden. Prof. Breit, der Rechtsanwalt am Oberlandesgericht in Dresden war, hat zu vielen Fragen des Handelsrechts wichtige Arbeiten veröffentlicht. — Frankfurt a. M. In ihrem Verwaltungsbericht für 1935 berichtet laut „Landeszeitung" Wiesbaden die Stadt Frankfurt a. Main über Massnahmen gegnüber den jüdischen Schülern. Aus den Grundsehulklassen seien die jüdischen Schüler herausgenommen und zu rein jüdischen Klassen zusammengezogen worden. In diesen Klassen unterrichten noch im städtischen Dienst verbliebene Lehrer. Auch die jüdischen Schüler der kaufmännischen Berufsschule habe man in jüdische Sonderklassen untergebracht. Durch das allmähliche Aufsteigen der Klassen erstrecke sich diese Massnahme mit der Zeit auch auf die Oberstufe der Volksschulen. — Wie das „Frankfurter Volksblatt" mitteilt, befinden sich entsprechend der Durchführungsbestimmungen des Gesetzes über die Verpachtung und Verwaltung öffentlicher Apotheken mit dem 1. Oktober alle Apotheken Frankfurts in arischem Besitz. — Ende Dezember wird in Frankfurt a. Main der Kongress der jüdischen Schachspieler in Deutsehland, der mit der Austragung der jüdischen Schachmeisterschaft für 1937 verbünden ist, abgehalten werden. Es sind im ganzen vier Turniere angekündigt. Die Wettkämpfe beginnen am 25. Dezember. — Hannover. In der jüdischen Schule in Hannover werden in sechs Klassen 173 Schüler und Schülerinnen unter- - richtet. — Köln. Die im Sommer dieses Jahres unterbrochenen Verhandlungen über die Vermeidung eines Wahlkampfes in der Synagogengemeinde Köln haben jetzt zu einer Einigung geführt. Es wird eine Einheitsliste für die Repräsentantenversammlung aufgestellt. Die Liberale Fraktion erhält 8, die Jüdische Volkspartei 9, die Konservativen 3 und die Mittelpartei 1 Sitz. Im Vorstand erhält die Liberale Partei 3, die Jüdische Volkspartei 3 und die Konservative Partei einen Sitz. Ausser- JUWELEN GOLD SILBER TRAURINGE BESTECKE edltSflberund 100grVers»|beru"g Armband-Uhren | Uhren»tteparaturen zuverlässig u. preiswert | Anu. 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Dr. Neumeyer Ausführungen über die Lage der Gemeinde, insbesondere zu den Fragen der Schul- und Finanzpolitik. Er hob dabei die Jugendführerkurse hervor, die in diesem Jahre zum dritten Mal durchgeführt werden. Auch soll die Errichtung eines Lehrhauses erwogen werden. Der Finanzreferent Justizrat Dr. Oesterreich teilte mit, dass zwar im laufenden Jahre der Etat noch ausgeglichen werden konnte, dass dies aber im kommenden Jahre wohl unmöglich sein werde. Die Anforderungen an die Gemeinde steigen stetig, ihre Mittel und Einkünfte dagegen sinken. Der Leiter der Wohlfahrtsstelle der Gemeinde, Rechtsrat Dr. Weiler, richtete einen eindringlichen Appell, an jedes einzelne Gemeindemitglied zur verstärkten Mitarbeit, im bayerischen Regierungsbezirk Pfalz wurden zum 1. September in vier Städten jüdische Sonderklassen an allgemeinen Volksschulen .errichtet, und zwar 2 Klassen in Ludwigshafen und jeeine in Kaiserslautern, in Landau und Neustadt. Ausserdem bestehen noch seit früher jüdische Schulen in Speier, Pirmasens und Rodalben. England. Amtlich wird bekannt gegeben, dass die Kgl. Kommission für Palästina im Colonial Office ihre erste Sitzung abgehalten hat.- Die Beratungen waren geheim und galten der Erörterung von Fragen der Untersuchungsprozedur und anderen vorbereitenden Massnahmen. — In London fand eine Gedenkfeier für den verstorbenen Bügermeister von Tel Awiw, Meir Dizengoff, statt. Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, Prof. Selig Brodetsky und Lord Melchett hielten Ansprachen. — An dem Gebäude der Jewish Lads Brigade in London wurde eine bronzene Gedenktafel für Lord Reading, der für die Erziehungsarbeit dieses jüdischen Pfadfinderbundes stets besonderes Interesse bekundet hatte, durch die Witwe des grossen englisch-jüdischen Staatsmanns feierlich enthüllt. — König Eduard VIII. liess seinen Gästen in seinem Privatkino den neuesten Film Elisabeth Bergners, die Verfilmung von Shakespeares „Was ihr wollt", vorführen'. Zum Schluss konnte sich Elisabeth Bergner persönlich für den reichen Beifall bedanken. — In dem Seebad Hove bei Brighton ist im Alter von 09 Jahren der letzte männliche Angehörige der Familie Disraeli, Major Coningsby Ralph D i s r a e 1 i, ein Neffe des grossen englischen Staatsmannes, gestorben. Frankreich. Im März fand in Algier eine Volkszählung statt. Sie ergab eine Zahl von 59,485 Juden unter einer Gesamtbevölkerung von 2,608,313. Die meisten Juden wohnen in der Stadt Tunis (32,384). In Sousse befinden sich etwa 5000 und auf der Insel Djerba 4109 Juden. Gegenüber der Gesamtzahl der Juden ist die Einwanderung ausländischer Juden völlig unbelUschhom KAI S E R S T R A S S E 3

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