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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-11-01 · 2 (11.1936) · p. Seite 21

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
2 (11.1936)
Date
1936-11-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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Seite 21 deutend. Unter den 59,485 Juden waren 59,222 tunesischen Ursprungs. Oesterreich. Die vom Bunde jüdischer Frontsoldaten eingeleiteten Verhandlungen zur »Schaffung einer Einheitsfront aller Juden Oesterreichs haben zur Vereinbarung von Richtlinien geführt, die in einem Schreiben des Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde an den Bundesführer der jüdischen Frontsoldaten niedergelegt wurden. Sie haben folgenden Wortlaut: 1.) Es besteht Einverständnis darüber, dass ein gemeinsamer Ausschuss (Vollzugsausschuß) zum Zwecke der Wahrung der Interessen der österreichischen Judenschaft ehestens geschaffen werden soll. 2.) Der Beitritt ist grundsätzlich allen zahlenmäßig beachtlichen jüdischen Gruppen offen zu halten, die nach ihrem Wirkungskreise an den öffentlichen Vorgängen Oesterreichs teilnehmen, sich zu dem Gedanken der Solidarität und Schicksalsverbundonheit aller Juden rückhaltlos bekennen und die Verpflichtung übernehmen, in allen Angelegenheiten, welche in die Kompetenz des zu bildenden Vollzugsausschusses fallen, selbständige Aktionen zu unterlassen. Von dem Beitritt ausgeschlossen sind solche Organisationen, die lediglieh gesellschaftliche, berufliche, charitative oder ähnliche Zwecke verfolgen. Ueber die Aufnahme von Organisationen nach der Konstituierung des Vollzugsausschusses entscheidet das einzusetzende Executivkomitee. 3.) Grundsätzlich soll jeder beigetretenen Gruppe ohne Rücksicht auf die Zahl ihrer Vertreter nur eine Stimme zustehen. 4.) Der Vollzugsausschuß wählt eine Executive, die zu bestehen hat: a) aus 2 Vertretern der zionistischen Gruppen; b) aus 2 Vertretern des Bundes jüdischer Frontsoldaten; c) aus 2 Vertretern nichtzionistischer Gruppen- und d) dem jeweiligen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, der den Vorsitz im Executivkomitee führt. 5.) Den Wirkungskreis des Vollzugsausschusses bildet die Stellungnahme zu allen öffentlichen, die Interessen der Judenschaft Oesterreichs berührenden Angelegenheiten. 6.) Die Konstituierung des Vollzugsausschusses soll tunlichst bis Ende 1936 erfolgen. — Eine Gruppe von Intellektuellen und Kaufleuten hat zu der am 9. November stattfindenden Neu- Avahl der Vertretung der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde eine überparteiliche Liste hervorragender jüdischer Persönlichkeiten aufgestellt. Im übrigen haben sich die Allgemeinen Zionisten, die Judenstaatler und die radikalen Zionisten auf eine gemeinsame Liste geeinigt. Die Revisionisten haben sich mit der thoratreuen Vereinigung „Achdut Jisrael" zum „National-religiösen Block" zusammengeschlossen. Die „Union österreichischer Juden" geht selbständig in den Wahlkampf, der „Bund jüdischer Frontsoldaten" stellt keine eigene Liste auf. — Die Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst hat den Kreisler-Preis für dieses Jahr dem 13jährigen Schüler des Wiener Jüdischen Chajes-Gymnasium Oskar W eitzner verliehen. Weitzner war unter den Preisbewerbern der jüngste. — Die Wiener jüdischakadeniische Verbindung Kadimah hat beschlossen, Prof. Sigmund Freud anlässlich seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied zu ernennen. Der Gelehrte hat diese Ehrung mit Dank entgegengenommen. — Professor Dr. Samuel Krauss, der seit dem Ableben des Rektors Hofrat Schwarz Vorsitzender des Lehrerkollegiums an der Jüdischen Theologischen Lehranstalt in Wien ist, wurde von dem Kuratorium zum Rektor ernannt. Polen. Das polnische Aussenministerium veröffentlicht soeben ein Communique über die Haltung der polnischen Delegation beim Völkerbund bei Behandlung der Emigrationsfrage. Es heisst darin: Jüdische Emigration ist ein internationales Problem, das durch Zusammenarbeit mehrerer ausländischer ökonomischer und finanzieller Faktoren gelöst werden muss; die Juden selbst müssen hierin eine wichtige Rolle spielen. Das nächste Jahr muss eine Intensivierung der bereits begonnenen Nachforschungen über die Möglichkeiten der Kolonisierung von Juden ausserhalb Palästinas bringen, da Palästina allein nicht die Emigrationsbedürfnisse der polnischen Juden befriedigen kann. Diese Untersuchungen müssen sich nach zwei Richtungen hin bewegen: 1.) Es müssen neue Gebiete für jüdische Kolonisation im Gleichklang mit den Bestrebungen der jüdischen Territorialisten ausfindig gemacht werden; 2.) finanzielle Mittel für Emigration und Ansiedlung in anderen Ländern müssen sicher gestellt werden. Schweiz. Die politische Kommission des Völkerbundes wird ^175^-&&-&, - M-f^^WS *1 fj—. •4Msi^k!r' A-^J^ss^ 'Ä%7fwH? - S' ------ ^^z^::^^^^-^^^:-^ 7i - , 1 ,,- •S'a.'Aj,'» - -•- \ CUNARD WHITE STAR Reisebureau GmbH., Frankfurt a. M. Kaiserstrasse 46 Fernruf 32601 Amerika«DienSt mit großen, modern. Schiffen Abfahrt zweimal wöchentlich Auskunft über Passagen, Akkreditive usw. Unverbindlicher Besuch erbeten Generalvertretung der Palestme ExpreSS Co. Spezialbüro für Palästina-Reisen Süd-Afrika, Süd-Amerika, Bordakkreditive Wir haben einige Aussenfilialen abgegeben ALLE unter der Firma Witfwe Hassan geführten Geschäfte bleiben weiterhin in unserem Besitz Inhaber: AI fr. Mayer & Jul. Sommer GH. ZQMß» HANAUERLANOSTR. 44 FERNSPR. 4S49I Leistungsfähiges jüdisches Fachgeschäft Spez.: Schlafzimmer, Küchen, Speisezimmer, Aufbaumöbel, Bettkautsch Besonders geeignet für Auswanderung und Umstellung Verlangen Sie unsere Anzeigen - Preisliste

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