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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-11-01 · 2 (11.1936) · p. Seite 15

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
2 (11.1936)
Date
1936-11-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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Seite 15 noch schwerer sind, als es hier der Fall sein kann. Neben die Arbeit treten theoretische Schulung und Unterricht in jüdischen Fächern, fremdsprachlicher Unterricht (kein Hebräisch) und Aussprachen über Fragen, die sich im täglichen Leben dort ergeben. Die Atmosphäre ist nach Bondys Darstellung gut, das Verhältnis der Menschen untereinander sehr kameradschaftlich und die erzieherichen Schwierigkeiten dank Bondys pädagogischen Fähigkeiten gering. Die Versuche, zu einer gemeinsamen Jüdischen Lebensform zu gelangen, sind — dem Bericht nach — noch nicht zureichend gelungen. Die Ausführungen Bondys gaben ein anschauliches Bild von dem Lehrgut. Es handelt sich um einen gross angelegten Versuch, ^ausgeführt mit einer Handvoll gut ausgesuchter Menschen, der inmitten der vorhandenen Umschichtungs-*und Ausbildungsinstitutionen einen. Sonderplatz einnimmt. Wo und wann einmal die Gross-Breesener siedeln werden, und ob die für die kleine Schar Menschen aufgewandten Mitteln angewandt sind, liegt im der künftigen Entwicklung.' W. S. Frankfurter Künstler auswärts Der Sender Bratislava brachte am 21. Oktober die neue Funkbearbeitung der Weber'schen „Preziosa", Einrichtung und Text von Alfred Auerbach. — Alfred Auerbach erntete bei( einem Vortragsabend in Mannheim grossen Erfolg. Die jüdische Presse rühmt seine rezitatorischen und dichterischen Leistungen n Aussprache II Schweigend helfen! Man macht Aufzeichnungen, was gegeben wurde. Oder es wird erzählt, Herr X. habe gestiftet, gegeben oder geholfen. Einer trägt es dem anderen zu. Es wird Tagesgespräch. Schliesslich hält es dieser cder jener für angebracht, seinem Bekannten oder irgend jemandem, der ihm dafür geeignet erscheint, zu erzählen, er habe dem gemeinsamen „Freunde" geholfen. — Nicht zu vergessen ist die grosse Armee der Ehepaare, die es für notwendig erachtet, ihre „Hilfe" gegenseitig bekanntzugeben. Dabei handelt es sich nur um Selbstverständlichkeiten. Weshalb dies alles? Der Sinn des Helfens oder der Hilfe wird verkannt. Viele haben eine falsche Vorstellung, einen falschen Begriff des Helfens, des Gebens. Bei dem Worte „Helfen" denkt leider jeder: „Will ich helfen, kann ich helfen, muss ich helfen?" Durch diese Einstellung ist der Sinn des Helfens bereits verkannt. Wir allehaben die sittliche Pflicht, dem Mitmenschen und damit der Allgemeinheit zu helfen. Diese Pflicht darf aber nicht der zu erwähnten Fragestellung führen. Was hat Helfen mit „Wollen, Können oder Müssen" zu tun? Sobald man sich in dieser Hinsicht eine Frage vorlegt, hat man den Sinn des Helfens bereits verkannt. „Helfen dürfen, ich darf helfen", kann und muss der einzige Gedanke überhaupt sein. Jeder Mensch muss es als seine Bestimmung ansehen, dass er helfen „d a r f". Helfen will jeder, helfen kann jeder, helfen muss jeder. Krankt an unserer falschen Einstellung nicht sehr viel, vielleicht viel mehr, als wir zu ahnen vermögen? Deshalb kann es für uns nur ein Leitmotiv geben: .,Wir dürfen helfen". F. R. VON DER KON JT. WACHE Zeil 124 v j IMnioeiterg 39 I. stock Katharinenpforte Das Gemeinüeblalt In allen Stadtteilen Größte Auswahl in Formen alier Preislagen. Größtes Spezialhaus Norddeutschlands Hamburg Lübeck Hannover Corsetthaus GAZELLE ernff Sotfmer & Sorf&etaier © e g r ft ji be t 1837 derrenßoffe Orofce 3Iu8n>a§l in ©ctBft* unb SSmier« neuheiten in bcn Bcf annten erftf L-Qualitäten ^erbstneubeifen für Jumper und ^leider <^Mefaöimenauer ciüolle und ^iandarbeifen Frankfurts grösste jüdische Zeitschrift Anzeigen - Annahme: M. ISAAC & CO Reineckstrasse 17-19 Tel. 24888 WITTWE HASSAN Lebens mitte i Weine, Spirituosen ZUR HAUPTWACHE Aus der Gemeindevertretung In einer nichtöffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung am 5. Oktober 1936 gedachte der Vorsitzende, Herr Dr. Riehard Merzbach, vor Eintritt in die Tagesordnung des schweren Verlustes, den der Vorsitzende des Vorstands, Herr Justizrat Dr. Blau, durch das Hinscheiden seiner Gattin erlitten hat. „Frau Fanny Blau war ihrem Gatten eine treue und verständnisvolle Gefährtin, die an allen Angelegenheiten ihres Gatten in ungewöhnlichem Masse Anteil nahm, ihn mit Rat unterstützte, sein Leben im Dienste des Judentums in der Oeffentlichkeit mit ihm teilte und ihm auf diese Weise seine verantwortungsvolle schwere Arbeit tragen half. Der Verlust, der den verehrten Vorsitzenden, Herrn Justizrat Dr. Blau, betroffen hat, ist schwer und schmerzlich. Wir wollen ihm wünschen, dass es ihm gelingt, in seiner Arbeit den Schmerz zu überwinden. Ihr, der trefflichen Frau, wird die Gemeindevertretung ein dauerndes dankbares Andenken bewahren." Die Anwesenden hatten sich zu Ehren der Verstorbenen von ihren Sitzen erhoben. Sitzung vom 21. Oktober 1936 Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer Der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbach, eröffnet in Anwesenheit von 28 Gemeindevertretern und 8 Mitgliedern des Gemeindevorstands die Sitzung. Der Vorsitzende gibt Kenntnis von dem Dankschreiben der Herren JE. Dr. Blau und Dr. Ernst Blau für die ihnen anläss-

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