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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-11-01 · 2 (11.1936) · p. Seite 14

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
2 (11.1936)
Date
1936-11-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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Seite 14 VON DER KONST. WACHE UHREN-FUCHS Inhaber E. van Gelder Juwelen und Goldwaren E gene Reparaturwerkstatt r m DAMENSCHUHE kaufen Sie am besten im Spezialgeschäft SALLI KÖSTERICH Zell 93 Hermanns & Froitzheim Das grosse Spezialhaus für Herren- und Damenwäsche, Handschuhe Strümpfe, Krawatten und Wollwaren r TSngesgasse 27 a. d. Hosengasse Zeil EHRENFELD RADIO irrmtr das Neueste PHOTO für LE CA spezialisiert 104 geilend. Uaoplpost ZUR HAUPTWACHE bar und fördernd aus. In der Stabilisierung des Werkes während des Vorstudiums sieht Prüwer anscheinend das Hauptmoment der nachgestaltenden Tätigkeit. Im Konzert selbst verzichtet er darauf, dem Orchester und dem Publikum visuell viel zu „bieten". Aber seine schlichte, klar zeichnende Geste, seine ruhige, überlegen führende Art geben den Spielern das Gefühl der Sicherheit und des tinbedingten Geborgenseins. Damit ist für die Leistung viel gewonnen. Im übrigen enthüllte Prüwer auch als Kapellmeister das Bild eines feinfühligen, stilistisch erfahrenen, aller Aeusserlichkeit abholden Musikers, wie wir es unlängst anlässlich seines Kammermusikspiels schildern konnten. Wieder bewunderte man die Sorgfalt des Details, die absolute Werktreue. Wenn der Orchesterapparat einmal völlig eingespielt ist, wird Prüwer sicher auch ein gewisses, wohl noch absichtlich angewandtes . Dozieren*' beiseitelassen und zu freierem, von stärkerer innerer Dynamik getragenem Einsatz vorstossen können. Vorläufig bevorzugt er, wie auch die Programmwahl zeigte, ein behutsames Vorgehen. Die Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt" von M e n d e 1 s s o h n, eine Jugendarbeit, erreicht nicht die Eindruckskraft der Schwesterwerke („Sommernachtstraum" und „Hebriden"), kann aber bei guter Ausführung als reizvolle, poetische Tonschilderung bestehen. Die wenig bekannte kleine C-Dur-Symphonie von Mozart bot Prüwer in einer formellen, kammermusikalisch angelegten Nachgestaltung. Für die klar disponierte, wohlgelungene Wiedergabe der „Zweiten" von Beethoven konnten Orchester und Dirigent am Schlüsse reichen, verdienten Dank entgegennehmen. Der festliche Anblick des neurenovierten Grossen Saalbaus schuf dem Konzert den würdigen Rahmen. Dr. E. Kanunermusik der Jüdischen Tonkünstler Auch ,die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts" sind in diesem Winter wieder auf dem Platz. Sie versprechen ihren zahlreichen Freunden eine Reihe schöner Abende mit -vielseitigem Programm, und gleich der Anfang konnte für ihre Sache, die ja auch die des Publikums ist, werben und hat es, wenn herzlicher Beifall ein Beweis ist, auch getan. Lilly Schwarz- Mayerhofer, die ausgezeichnete anschlagskultivierte Pianistin, spielte im Verein mit Theo R a t n e r, dem oft als Solisten hervorgetretenen Geiger, der jetzt im Kulturbund als Konzertmeister wirkt, und dem begabten jungen Cellisten Rudolf Döblin Werke von Beethoven, Mozart und Tschaikowsky. Des Ersteren Variationen über das Lied Wenzel Müllers (eines Autors der Wiener Zauberkomödie) „Ich bin der Schneider Kakadu" sind eine der weniger bedeutenden, nicht sehr ausgiebigen Kömpositionen des Meisters, dafür bieten die B- Dur Violinsonateni Mozarts (K. V. 451) mit dem warmen Mittelsatz und dem beschwingten Schlussrondo und das, von Melodie und Klangsinnlichkeit erfüllte, Trio op. 50 Tschaikowskys umsomehr des Schönen. (Tschaikowskys Trio ist übrigens „dem Andenken eines grossen Künstlers" gewidmet, der zu den Unsrigen zählte; es gilt der Erinnerung au Nicolai Rubinstein, einen Bruder Antons, der wie dieser ein bedeutender Pianist und dazu ein hochangesehener Dirigent und langjähriger Direktor des Moskauer Konservatoriums war.) In der Wiedergabe ließ die flüssige" sorgfältige Vermittlung kaum Wünsche offen — nur hätte der Celloton fast durchweg stärker hervortreten dürfen. Mit Genugtuung hörte man von R o 3 y Geige r-K u 11 m a n n, die ein paar Begrüßungsworte sprach, dass die Arnold Lazarus-Halle einen neuen Flügel als Geschenk überwiesen bekommen hat, mit noch grösserer vernahm man dann seinen weichen schönen Klang. g.?ch. Professor Bondy über Gross-Breesen In einer Lehrhaus-Veranstaltung sprach Professor Curt Bondy über Fragen der Auswanderungsvorbereitung Jugendlicher an Hand der Erfahrungen des Lehrgutes Gross-ßree=en. Es sollte keine Erörterung der weltanschaulichen und kulturellen Fragen, die sieh mit diesem Werk verbinden, vorgenommen werden. Bondy berichtete über die Pläne von Gross-Breesen und. auf Grund der dortigen Erfahrungen, über viele wesentliche und interessante Einzelheiten, die er bei der Erziehung Jugendlicher zur Auswanderung in entsprechenden Institutionen für beachtenswert hält. Der Plan sieht eine fünfjährige Ausbildung der jungen Menschen vor, zwei Jahre davon in Gross-Breesen, die andere Zeit in Uebersee. Dann sollen sie ein für die Ernährung einer Familie ausreichendes Stück Land erhalten, das Eigentum der Organisation bleibt, die die Siedlung trägt. Zur Zeit sind etwa 60 Jugendliche in Gross-Breesen. Der Schülerkreis setzt sich zumeist aus bündischen Menschen zwischen 15 und 23- -Jahren zusammen, die sorgfältig und streng ausgewählt werden. Die Jungens lernen alle Zweige der Landwirtschaft und die einfachsten Arbeiten der Schreinerei und Schlosserei, einige ein Handweik mit zusätzlicher Ausbildung in der Landwirtschaft; die Madeis lernpn Hauswirtschaft und sollen zusätzlich eine einjährige Spezialausbildung erhalten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Ausbildung die Mädels, die aus irgendwelchen Gründen spater nicht in der Siedlung bleiben, in den Stand setzen wird, sich selbständig im fremden Land zu ernähren. Vielleicht ist die noch ausstehende Lösung dieser' Frage an <ier geringen Zahl von Mädels in Gross-Breesen mit Schuld. Es wird sehr intensiv und viel gearbeitet, weil die Arbeitsbedingungen im fremden' Land unter ungünstigerem Klima immer

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