Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 2 (11.1936)
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
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Seite 13 serer Eeligion. Als eigentlich jüdisches Drama ist „Jaakobs Träum" anzusprechen, das den Auftakt zu einer Trilogie „Die Historie von König David" bildet. Hier wird unserem Stammvater Jakob gezeigt, welch hehre Aufgabe dem Judentum zugefallen ist. Mit dem „Jungen David" hebt die gewaltige Geschichte dieses Königs und gepriesenen Psalmsängers an; als Einleitung hierzu dient die Erzählung von der Moabiterin Ruth, die als Stammutter des Geschlechtes schicksalhaft die Handlungen des jungen Helden bestimmt. Die beiden abschliessenden Teile des Zyklus werden das angeschlagene Thema weiter entwickeln; einige Andeutungen finden sich schon in dem kürzlich erschienenen „Vorspiel auf dem Theater zu König David". Noch kann unser Urteil über den Dichter Beer-Hofmann kein abgerundetes sein, aber das liebevoll geschriebene und gut ausgestattete Büchlein von Alfred Werner gewährt einen guten Einblick in das Sehaffen des siebzigjährigen Dichters. Dr. Bl. Kulturarbeit des Monats Liederabend Ernst Lewin-Wolff Ernst Lewin-Wolff hat seit seinem letzten Frankfurter Auftreten erhebliche Fortschritte gemacht. Sein tenoral klingender Bariton ist durch ernsthafte Arbeit und vorzügliche (italienische?) Schulung zu einem meisterliehen, nahezu vollendet ansprechenden Instrument geworden. Die Kunst des Singens steht nunmehr ebenbürtig neben der schon immer vorhandenen, für einen Vokalisten ganz ungewöhnlichen Musikalität und Gestaltungsfähigkeit. Gelingt es noch, der Tiefe etwas mehr Fülle zu geben und einige Härten zu beseitigen, die sich in der hohen Lage beim Forte einstellen, sobald die Stimme an die Grenze ihres natürlichen Volumens gelangt, so bleibt technisch kein Wunsch unerfüllt. In erfreulichem Masse hat sich auch Wolffs Vortrag seelisch vertieft. Der früheren Neigung zur Uebernuancierung um des Effekts willen wird nur selten nachgegeben (Heidenröslcin!). Stilistischer Belkantist und Liedersänger zugleich, versteht es Wolff, italienische Vokalmusik ebenso eindrucksvoll nachzuformen wie deutsche Liedkunst. Sein mit Geschmack zusammengestelltes Programm enthielt als weniger bekannte Werke einige wirksame, aber etwas flache Lieder des Spätromantikers Erich L. Wolff sowie zwei jüdische Volksweisen von Herbert Fromm: mit sparsamen, eigenartigen Mitteln gearbeitete- Stücke, die intuitiv die Atmosphäre des Jüdischen erfassen. Man kann ihnen nichts Besseres nachsagen, als dass sie — so fremd sie auch in der Umgebung standen — hinter einer Gruppe Schubertlieder bestehen konnten. Eine besondere Freiade, einen hohen. Genuss bedeutete die pianistisch farbige, anfeuernde und doch nicht aufdringliche Mitarbeit Paul Meyers am Flügel. Dr. E. Orchester-Konzert im Kulturbund Dem ersten Konzert des neuerstanden2n Orchesters sah der interessierte Kreis des Publikums mit Spannung entgegen. Wusste man doch, welche erheblichen Hemmm-v5e zu überwinden waren, bis der Fortbestand der Instrumentalgemeinf.chaft gesichert war. Die Schwierigkeiten betrafen nicht nur die finanzielle und organisatorische Grundlage, sie erstreckten sich au-j^i auf das künstlerische Gobiet. Für erste Kräfte unter den Musikern, nicht mehr zur Verfügung standen, musste Ersatz gesucht werden, dt-r oft nicht leicht zu finden war. Durch den Weggang Stembergs v ar ein Wechsel in der künstlerischen Leitung nötig. Wie wird — so fragte man — der so empfindliche Organismus eines Orchesters auf den Mangel an Stabilität reagieren? Schon die ersten Klänge der einleitenden Mendelssohn-Ouvertüre zeigten uns mit aller Deutlichkeit, dass eine N i v e a u-M i nd e r u n g, die entscheidend ins Gewicht fallen könnte, nicht eingetreten ist.. Wir besitzen — schon nach kurzer Vorbereitungszeit— wieder ein Sinfonie-Orchester,-das den berechtigten Ansprüchen einer großstädtischen Hörerschaft entspricht. Die Streicher klingen, wenn uns das Ohr oder der veränderte akustische Raum nicht trügen, etwas weniger füllig als bisher, dafür aber weich und geschmeidig. Uebcrrascht hat uns die bereits orreichte Äusgeglichenheit der Bläsergruppe Sowohl im Tuttiklang wie bei den solistisch hervortretenden Stellen durfte man mit dem Debüt dieses stark veränderten Ensembles zufrieden sein. Uneb< nheiten sind selbstverständlich noch vorhanden, aber i's besteht doch die Gewähr, daß auch schwierigere Aufgaben gut gelöst werden können. Die erzieherischen Fähigkeiten des neuverpflichteten Dirigenten Professor P r ü w e r erfuhren somit eine erfreuliche Bestätigung. Seine offenbar sehr ergiebige, von bester Sachkenntnis getragene Probearbeit wirkt sich bei den Musikern frucht- VON DER KONST. WACHE Konstabler Wache SCHIRME EISEMANN Inh. Cl. Schaumberger Fahrgasse an der Konstabler Wacbe Le o n hard (Kahn r Fahrgasse 121 Konst. Wacbe A. 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