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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-10-01 · 1 (10.1936) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
1 (10.1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Seite II Stoffe und Wäsche kaufet man stets preiswert ein bei: TEXTIL-KAUFHAUS ______ Leipzigerstr. 14, Nahe Bockenheimer Warte Seligmann Literarische Rundschau Eine neue jüdische Geschichte Die jüdische Geschichte der letzten Jahrzehnte schwankt zwischen vielbändigen Werken und winzigen Taschenausgaben. Der grosse Graetz und der grossse Dubnow gehören — jeder für sich — zum klassischen Bestand jüdischer historischer Wissenschaft, aber sie sind zu umfangreich, als dass der durchschnittliche Leser geneigt sein könnte, sie sich zu erarbeiten. Andererseits besteht unter, assimilierten und der altjüdischen Tradition entfremdeten Juden, insbesondere des deutschen Kulturkreises, das Bedürfnis, auf dem Weg über die Rekonstruktion des geschichtlichen Ablaufs zu einer neuen Erkenntnis jüdischer Zusammenhänge zu gelangen. Einem solchen Bedürfnis der allerersten Orientierung dienen die Taschenausgaben, und man kann sagen, daß der bekannte Berliner Rabbiner und Schriftsteller Emil Bernhard Cohn in seinem soeben erschienen Büchlein über „Die Jüdische Geschichte" in dieser Hinsicht eine Höchstleistung erzielt hat.* Denn die kleine in ihrer Art vorzügliche Schrift von I. Elbogen, die 1919 in der Täubnerschen Sammlung „Aus Natur und Geisteswelt" herausgekommen ist, umfasst auf 122 Seiten nur die Ge- *) Emil Bernhard Cohn. Die Jüdische Geschichte. Verlag Erwin Loewe, Berlin, 1936. CUNARD WHITE STAR Reisebureau GmbH., Frankfurt a. M» Kaiserstrasse 46 Fernruf 32601 Amerika«DienSf mit großen, modern. Schiffen Abfahrt zweimal wöchentlich Auskunft über Passagen, Akkreditive usw. Unverbindlicher Besuch erbeten Generalvertretung der Palestlfie ExpreSS Co. Spezialbüro für Palästina-Reisen Süd-Afrika, Süd-Amerika, Bordakkreditive schichte der Juden seit dem Untergang des jüdischen Staates, während Emil Bernhard Cohns .,Gang durch die Jahrtausende" den jüdischen Weg durch Zeit und Raum von unserem Vater Abraham bis zu den Umwälzungen der Nachkriegsepoche auf knappen 100 Seiten zu urareissen Glicht. Dagegen kann man Dubnows schmale Broschüre über „Die jüdische Geschichte" (J. Kauffmann Verlag, 1921) kaum zum Vergleich heranziehen, weil ihre Absicht weniger auf Tatsachenschilderang als auf geschichtsphilosophische Deutung gerichtet ist. Innerhalb des =o gesteckten Rahmens kann man das Cohnsehe Bündchen durchaus als gelungen bezeichnen. Von den 25 kurzen Kapiteln umfassen die 12 ersten die biblische und die nachbiblische Gc.st'hichte bis zum Verlust der nationalen Selbständigkeit, das 13. bis 20. Kapitel die Zeit vom Aufkommen des Christentums bis zur Vertreibung aus Spanien und die 5 letzten Kapitel die neueren Jahrhunderte Dabei hat man den Eindruck, dass die mittleren Kapitel („Das Zeitalter der Rabbinen", „Der babylonische Talmud", .,1-ionis Untergang und Persiens Ende", „Die Juden um Bagdad", ,.Die Juden um Kordova"), also im Wesentlichen die aramäiseh-Missaiiidische und die arabische Epoche der jüdischen Geschichte, am besten geraten sind. Tm Bericht über die biblisene Zeit vermisst man den kritischen Hinweis auf das Dunkel, darüber so vielen Geschehnissen der Urzeit gebreitet ist, wie überhaupt ein vorangestellter Abschnitt über die Quellenkunde der jüdischen Geschichte und am Schluss ein kommentierter Literaturhinweis den Wert der Cohnschen Arbeit erheblich gesteigert hätte. Ein Beispiel: bei der Schilderung der Eroberung des Landes Kanaan hcisst es: „Bei Gibeon sammelten die Südkünige ihre Scharen. Nach einer furchtbaren Schlacht bis in die Nacht hinein fiel die Entscheidung zugunsten von Josua und Israel. Der Süden war untervorfen". Ist das nicht ein bissc~.cn sehr abgekürzt? Müsste man nicht erwähnen, dass die Fragen, die das Buch Josua und das Buch Richter hinsichtlich der Einwanderung der Israelstiimme auf werfen, noch kaum geklart sind? Dass die Einwanderung von Osten und die wahrscheinlich von ihr getrennte von DR.-IN6. M. SIMON ARCHITEKT ->v V. BORNWIESEN WEQ 12 TELEFON 52812 KlSten Auslandsumzüge neue und gebrauchte, in allen Grössen u. Stärken liefert prompt und billig frei Haus David Inlroligator 8ükBni^VMSö Einzige jüd. Kistenfabrik in Frankfurt a. M. u. Offenbach. MöilHöi« Gl.! HANAUERLANDSTR. 44 — FERNSPR. 45491 Leistungsfähiges jüdisches Fachgeschäft Spez.: Schlafzimmer, Kuchen, Speisezimmer, Aufbaumöbel, Bertkautsch Besonders geeignet für Auswanderung und Umstellung Für Auswanderer Werkzeuge - Werkzeugmaschinen Komplette Werkzeug »Einrichtungen Fachmännische Beratung — A. Helmonn SOlme Zeil 21 Tel. 22061 und 22062

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