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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-09-01 · 12 (9.1936) · p. Seite 473

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
12 (9.1936)
Date
1936-09-01
Page
Seite 473 (sequence 35)
Language
German
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Seite 473 nrzeugen, als man in anderer Rücksicht sicher bei ihnen vermuten sollte" Die so geplagte Gemeinde hatte damals ausserdem noch 170 Gulden jährlich für die vielen hunderte von „Betteljuden" aufzubringen, die die Stadt jährlich durchzogen. Der Patriot verlangt die Erziehung der Juden vor allem zum Handwerk, ist aber schon zufrieden, wenn den jüdischen Handwerkern dann erlaubt würde, nur für die Juden zu arbeiten' Friedberg zählt damals 4G8 Juden gegenüber 2179 Christen in Burg, Stadt und Vorstadt. Die Einverleibung in Hessen - Darmstadt brachte Erleichterungen und allmähliche Gesundung der Gemeinde. Ihren einstigen Glanz gewann sie nicht mehr. Sie tendierte, trotzdem sie nun hessisch war, bis auf den heutigen Tag, zur altersher befreundeten Frankfurter Gemeinde. Die Jeschiwah war längst geschlossen, aber der Trieb zur Gelehrsamkeit war noch wach. Zur Zeit des letzten Eabbiners der verhältnismässig kleinen Gemeinde leben noch 2 Privatleute mit dem Rabbinatstitel (morenu) in ihr: Mayer J. Hirsch, ein Kaufmann, und der Mohel Seligmann Gröde. Die Lehrer der Gemeinde führen die Tradition würdig fort; vor allen der gelehrte Heinrich Ehrmann, um die Erforschung der Geschichte seiner Gemeinde mit Erfolg bemüht, sowie der heutige Lehrer Alfred Selig. Um 1900 zählt Friedberg wieder 500 Juden, 1930 noch 380, z. Zt. 64 Familien mit kaum noch 200 Seelen, deren Zahl rapid abnimmt. Das letzte bedeutende Ladengeschäft in jüdischen Händen verkauft aus, eine einzige Fabrik ist noch in jüdischen Händen. Die Frage der Jugend ist nicht: Auswandern, sondern: wohin? Im Weltkrieg opferte die Gemeinde 21 Söhne dem Vaterlande. — Die Gemeinde besitzt als ältesten Verein die C h e wras Gemilus Chassodim, die nächstes Jahr ein Viertel- Jahrtausend besteht; eine Chewra Kadischa, die sogenannte K a b r o n i m-K i p p e, deren Gäbboim (Vorsteher) 1764 ein schönes Sefer-Thora stifteten, und einen auch schon über 100 Jahre alten „II olzverei n". Dagegen wurde der „Neue Krankenverein" von 1798, der in Wirklichkeit eine ganz modern arbeitende Krankenkasse war, vor etwa 20 Jahren aufgelöst. Eine jüdische Volksschule wird vorbereitet. SEHENSWÜRDIGKEITEN. Die Judengasse, deren Namen jüngst geändert werden sollte, aber glücklicherweise infolge Einschreitens von Prof. Ferdinand Dreher bestehen blieb, und der Judenplaeken, die zusammen das Ghetto bildeten. — Das berühmte J u d e n b a d, Judengasse 20, ein äusserlich unansehnlicher, innen imposanter frühgotischer Bau, voll Kühnheit und Schönheit. Beschreibung und Geschichte von Prof. Emil Hirsch s. A., einem Friedberger Kind. Sachverständige Führerin Frau Kahn. Die schadhaft gewordene elektrische Beleuchtung des Bades sowie das sehr praktische Oberlicht des Badeturmes werden demnächst wieder hergestellt. Das Bad, das übrigens schon seit 130 Jahren seinem Zweck nicht mehr dient, galt lange Zeit als altes Eömerbad, xxml wurde — welch ein einzigartiges Schicksal für eine Mikwah! — Von einem christlichen Deutschen namens Gerning in dem längst vergessenen Buche „Die Heilquellen des Taunus" 1814 durch folgende recht gute Ode besangen: Lass', o Muse! zuletzt dem unermüdlichen Blicke Friedbergs alternde Burg schimmern, von Rittern umwohnt, Oestlich dort, wo sich sanft die Taunuskette hinabsenkt, Und den Gebirgspass schliesst, welcher so malerisch prangr. Römer gründeten sie, von Teutschlands mächtigen Kaisern Trägt sie bewahrend hinfort Nam' und verloschenen Ruhm! Römischen Anbau zeigt und Carolingische Hoheit Dort im Geklüft ein Bad, zierlich in Säulen umreiht. L.EPSTEIN SCHILLERST!*. 2 Für Damen und Herren FESTGESCHENKE in bekannt guten Qualitäten in jeder Preislage. ELBEO - Strümpfe und Socken / Aparie Garnituren schöne Hemden Rotsiege!-Krawatten u. a. Ihre Fische für die Feiertage gut und billig Hanauer Landstr. 27 NEHREN Telefon 44924 Sportartikel, Sportkleidung AUSWANDERER BEDARF Moskito-Netze, Leinen-Anzüge, Wetter-Mäntel usw. Ffm., Am Schauspielhaus 2—4 Tel. 29335 öiMAyS INI. MMMm HANAUERLANDSTR. 44 — FERNSPR. 45491 Leistungsfähiges jüdisches Fachgeschäft Spez.: Schlafzimmer, Kuchen, Speisezimmer, Autbaumöbel, Betikautich g Besonders geeignet iür Auswanderung und Umstellung Unser Alfred ist angekommen Frankfurt a. M., Miquelalr. 3 In dankbarer grosser Freude Rabbiner Dr. Heinrich L e m 1 e Margot Lem 1 e geb. Rosenfeld 22. EHul 5696 — 9. Sept. 1936. CUNARD WHITE STAR Reisebureau GmbH., Frankfurt a.M. Kaiserstrasse 46 Fernruf 32601 AmerikasDienSt mit großen, modern. Schiffen Abfahrt zweimal wöchentlich Auskunft über Passagen, Akkreditive usw. Unverbindlicher Besuch erbeten Generalvertretung der PalestmC ExpreSS Co. Spezialbüro für Palästina-Reisen Süd-Afrika, Süd-Amerika, Bordakkreditive

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