Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 12 (9.1936)
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 472 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 472 Zu den Feiertagen die neue Kleidung von rLUDW?a Frankfurt a. IM., gegenüber dem Hauptbannhof Vorteilhafte Angebote in Strassen- und Abend-Anzügen, Mänteln, Herrenwäsche. Erbitte unverbindl. Besuch! Gemeinde-Mitglied | lien wieder zurückgekehrt sind, aber wegen der Kleinheit der Gemeinde noch keinen Rabbiner anstellen können, trifft gelegentlich der damalige Friedberger Rabbiner Nathan Worms religionsgesetzliche Entscheidungen für Frankfurt. Wahrscheinlich dessen unmittelbarer Nachfolger war R. Elia Loanz, ein Enkel des Josel von Rosheim. Er war nicht nur ein bedeutender Gelehrter und Spätkabbalist und stand als solcher im Rufe, ein „Baalschem" zu sein, sondern auch Uebersetzer und — deutscher Dichter. Sein Lied „Streit zwischen Wein und Wasser" erschien auch deutsch und wurde sogar nach der Melodie des „Dietrich von Bern" gesungen! Er war vorher Rabbiner in Fulda und Hanau gewesen und starb 1636 als Rabbiner in Worms. Wohl wieder ein Frankfurter war sein Nachfolger, R. Salomon Rothschild, zu dessen Zeit, bereits 1637, war der jeweilige Friedberger Rabbiner Vorsitzender des Hessischen Judentages, der in Gudensberg bei Fritzlar, also im Gebiet von Hessen-Kassel, tagte. Aber weil da- * durch viel Geld (besonders die vom „Judenkonvent" den Mitgliedern für Nichterscheinen auferlegten Strafen) ins „Ausland" ging, erzwangen die verschiedenen Potentaten des Gebietes eine Teilung des Judentags, der nun, ungefähr von 1660 an, für die oberhessischen Juden in Wieseck bei Giessen stattfand, unter Leitung des Friedberger Ober- oder Landesrabbiners tagte, aber seit Ende des 18. Jahrhunderts nur noch aus Abgeordneten der Gemeinden bestand. Ihre alljährliche Vergütung an die einstige Tagungsgemeinde Gudensberg zahlte Friedberg aber bis 1803 weiter. 1664 wird auch das Statutenbuch der Gemeinde geschaffen, unterschrieben vom damaligen Rabbiner Joseph Katz, der vor den Mörderscharen des Kosakenhetmans Chmelnicky aus Wilna geflohen war und die Erfahrungen seiner in jüdischer Hinsieht glänzend durchorganisierten Heimat seinem neuen Wirkungskreis nutzbar machen konnte. Von seinen Nachfolgern haben noch zwei, R. Samuel Kohen Poper und R. Salomo Posen, durch grosse Gelehrsamkeit ausgezeichnete Männer, enge Beziehungen zu Frankfurt. Der letzte Rabbiner der Gemeinde war Feibisch Frankfurter, mit dessen Tode das Rabbinat Friedberg 1841 erlosch. Schon einige Zeit vorher waren Titel und Würde des Provinzial-Rabbiners von Oberhessen dem Giessener Rabbiner, Prof. Dr. Levi, zuteil geworden — Mittlerweile hat sich die wirtschaftliche und damit die soziale Lage der Friedberger Judenschaft, noch schneller und mehr verschlechtert als die der Stadt selbst (s. o.) Mit sinkendem Wohlstand der Stadt steigt die Gegnerschaft der Bürger gegen jüdische Konkurrenz. Znächst wird der Handel mit Gewürzen, Barchent, Baumwolle. Seide, Eisen und anderen wichtigen Waren entzogen, dann der Hausierhandel in der Stadt verboten. Die „Judenmetzger" müssen einen Kreuzer für das Pfund mehr bezahlen als die „Christenmetzger", aber sie müssen es um 1 Kreuzer billiger verkaufen. Seit 1759 dürfen sie auch vor Simon Judä (28. 10.) kein „Sehafvieh" und vor Fastnacht keine Kälber Schächten lassen, sondern sind auf die gewiss nicht selbstlose Gefälligkeit ihrer christlichen Berufsgenossen angewiesen. Andere Handwerke dürfen die Juden nicht üben noch lernen, weil die christlichen Handwerker schon jetzt schwer zu kämpfen haben Ueberdies wohnen sie in der Judengasse, „wie Heringe zusammengepackt". Nur dadurch, dass sie sich „gegen massige Abgabe" auf dem der Burg gehörigen, zwischen dieser und der Judengasse liegenden „Freiheitsplatze" erholen können, kommt es, so meint ein Friedberger Patriot und Schriftsteller noch 1788, „daß sich so viel Krankheiten bei unseren Juden nicht SÜDAFRIKA VON EUROPA NACH SÜDAFRIKA 14^ TAGE AnscölaDIatirkarlea nach Johannesburg können bereits hier besorgt werden. AUSKÜNFTE DURCH ITALI A FLOTTE RIUNITE Frankfurt a. M. Kaiserstrasse 20 Telefon 23754 sfina Die kürzeste und bequemste Verbindung über Triest mit den 8000 BRT großen vollständig neu eingerichteten Schnelldampfern Gemsfllemme Galllea Mm Erste Klasse u. Touristenklasse Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Haifa I. Klasse RM. 277.65 inkl. Taxen Tour.-Kl. RM. 121.55 inkl. Taxen Auf Wunsch rituelle Verpflegung Abfahrten von Triest jeden Mittwoch und jeden zweiteu Freiteg, 13 Uhr Auskünfte, Buchungen durch LLOYD TRIESTI NO Frankfurt a. M-, «SSSSPWb!0 I | Verlangen Sie Hille unsere flnzeigenpreislisle. |