Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 12 (9.1936)
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 474 (sequence 36)
- Language
- German
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Seite 474 Neueingänge in Pulloverjäckchen. Herrenwesten und Pullover, Strumpfwaren. HändschuhervWäsche undTrikotagen für Damen, Herren und Kinder, Modewaren und Corseletts. Frankfurt am Main Eine Tafel mit der Aufschrift „Römerbad" ist der -Aufschrift „Historisches Bad" gewichen. Leider ist unter den Besuchern dieser architektonischen Berühmtheit nur eine versehwindend geringe Anzahl Juden. Die Synagoge, Judengasse 4, mit einem Zugang auch von der Kaiserstrasse 8 her. Wahrscheinlich noch die alte des Mittelalters, ursprünglich ein Rundbau, später nach Süden und Norden zu rechteckiger Grundfläche erweitert. Letzte Erneuerungen 1846 und 18S1. Seitdem hat die Synagoge etwa 320 Sitzplätze. Die gotisierende Umrahmung des Aron Hakodeseh befremdet etwas. — Das Hekdesch am Judenplacken, ursprünglich wohl Krankenhaus, später Herberge für durchreisende Arme, heute Privathaus. — Das Städtische Museum, Haagstrasse 16, (Eingang Pfarrgässchen) gegenüber der Liebfrauenkirche, enthält neben sehr lehrreicher Abteilung vorgeschichtlicher Funde, einer gut geordneten heimatkundlichen Abteilung und einer ausgezeichneten Heimatbibliothek eine Reihe wertvoller Leihgaben der Friedberger Gemeinde: einen Stein des ältesten Judenfriedhofes; Gipsabgüsse gewisser Inschriften, die bei der Renovierung der Mikwah wiederentdeekt wurden; ein Machsor von 1287 für die Wallfahrtsfeste, ein noch älteres, farbig bebildertes für die hohen Feste, beide nach Kölner Minhag (neben dem Namen des Stifters der Mikwah ein wichtiger Hinweis auf den rheinischen Einschlag der alten Gemeinde); Chumosch mit Raschi, Prager Druck auf Pergament, 1520; schöner alter Thoraschmuck aus Silber. Die bei der Renovierung der Mikwah gefundenen Glocken, nach Auffassung von Prof. Hirsch von den Bauleuten als ,,Feuerzauber", d. h. zur Beschwörung von Feuersgefahr eingemauert. Sichtbar u. a. ein schöner Vorhang von 1761 und ein vielhundert Jahre alter Rabbiner-Sessel, sowie (im letzten Raum) unter den Bildern von Friedberger Kriegsgefallenen auch einige von Juden. Die Ueberführung der Jüdischen Altertümer in das Museum der Israelitischen Gemeinde Frankfurt wird geplant. — Der alte Friedhof, von 1523 an der Ockstadter Strasse, tagsüber offen. Der neue Friedhof, 1934 eröffnet, recht weit von der Stadt, an der Ober-Wöllstadterstrasse. Das Städtische Lyzeum, einst Wohnhaus von Löb (aus) Cassel, der sieh Cassella nannte, als sogenannter „adeliger Jude" ausserhalb des Ghettos wohnen durfte und 1720 starb. Von ihm stammt die weltbekannte Firma Leopold Cassella & Co. Von allgemeinem Interesse: Das Museum (s. o), geöffnet täglich von 9-12 und 15-18 Uhr, gegen 50 Pfg. Gebühr, Sonntags 11-13 und Mittwoch 15-18 freier Eintritt. Die Li eb f r au enk i r ch e, hessische Hallenkirche, frühgotischer Bau, dessen Baumeister auch die Mikwah erbaute, und dessen Erneuerer Architekt Hubert Kratz 1903 auch die Mikwah erneuerte. Die majestätisch breite Kaiserstrasse mit zahlreichen mittelalterlichen Bauten. No. 49 war 1368—1738 Rathaus. Das Städtische Polytechnikum. D i e Burg mit den alten Wehranlagen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, prachtvoll erhaltenen Toren und Türmen — der Adolfsturm ein „Berchfrit" von 1347, und dem prächtigen Renaissance-S c h 1 o s s, 1604—1610 erbaut, das älteste Burggrafenhaus und das alte Dputschordenshaus umfassend. — Am Samstagabend und Sonntag ist im Gemeindehaus kleiner Restaurationsbetrieb für Juden. Sport in Frankfurt Veranstaltungen im August Der Rasensport ruhte für sechs Wochen — die Sperre ist jetzt beendet, und die Pflichtspiele in Fussball und Handball beginnen wieder. Die jüdischen Sportler benutzten die Zeit der unfreiwilligen Ruhe für ausgleichenden Sommersport. Die Leichtathletik stand im Vordergrund. Sowohl der Makkabi als aucli der RjF. hielten in Frankfurt ihre leichtathletischen Bezirksmeisterschaften ab, und bei allen Leistungen wurde ein bedauerlicher Mangel an zielbewusstem Training offenbar. Erfreulich war allerdings das Abschneiden der Jugendlichen. Im FauDtball gab es am Buchrainweiher ein Turnier, an dem sich auch viele auswärtige Mannschaften beteiligten: Sprendlingen, Hanau, Aschaffenburg, Bruchsal, Pirmasens und Schild Frankfurt. Verdienter Turniersieger wurde JJB Hanau. Im Radsport bleibt ein glänzend organisiertes Sportfest des TSV. , Schild in der Samson Raphael Hirsch-Schule zu registrieren. Unier -der Leitung von Reichsobmann W. Friedenstein wurden im Kunstfahren (Reigenfahren in jeder Form) und im Radball Leistungen gezeigt, wie sie kein anderer jüdischer Verein im Reiche bieten kann. — Auch im Tennis herrschte Hochbetrieb. Der Bar Kochba Frankfurt konnte das Rückspiel gegen den Hakoah Köln mit 9:6 gewinnen. Die überragendsten Spieler des Turniers waren die bekannten Frankfurter Meisterinnen Ilse Friedleben, Anna Hemp, Schwarzsehild sowie der Kölner Sander. Die Begegnung des Bar Kochba mit der besten westdeutschen Tur-. niermannschaft, dem Makkabi Düsseldorf, brachte allerdings eine nicht erwartete 0:12-Niederlage der Frankfurter, die dadurch gehandicapt waren, dass alle Damenspiele abgesagt waren und die Turnierhilfe von Frau Friedleben und Hemp nicht ins Gewicht fallen konnte. Raumnot und Aufbaumöbel Stahlmöbel Ein- und Zweibett- P aten tcouch Zur Auswanderung und Neueinrichtung Möbel- Vertriebs gesellschaf t m. b. H. Neue Krfime 28-30 BANK HYPOTHEKEN IMMOBILIEN SALI KAUFMANN ZEIL 119 TEL. 27076 Spezialabteilg.: Vermögensanlage in Palästina für Auswanderer ZIGARREN u. ZIGARETTEN für Wiederverkäufer am Besten bei C ARL CHAM BRE Zigarren- und Zigaretten»Großhandlung Jahnstrasse 18 Tel. 58193 r. S. 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