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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-08-01 · 11 (8.1936) · p. Seite 436

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
11 (8.1936)
Date
1936-08-01
Page
Seite 436 (sequence 34)
Language
German
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Seite 436 Elektro: Radio t Ehrmann Petroleutnherde Singer-Nahmaschinen BRUDER GRIMM-5TRAS$E 7 pi RUF: 43233 mit Juden besiedelten Gebieten Deutschlands; wieder aber .werden diese Juden heute von einem Auswanderungsfieber ^geschüttelt, das diel Kleingemeinden sterben lässt und dem auch die grösseren zü erliegen drohen. — Politisch gehört die Wetterau den Ländern Preussen und Hessen an, um deren Grenzen wir uns hier nicht kümmern. Unser Weg führt von Vilbel entweder A. nordwärts (Wegmarke Rotes Kreuz) oder B. nordostwärts über Windecken nach Ilbenstadt. A. Von Vilbel über Dortelweil in 1% Stunden — Bahnfahrt 12 Minuten nicht zu empfehlen, da Bahnhof V2 Stunde vom Ort, — dagegen mit Kraftpost in 20 Minuten zur Synagoge von Gross - Karben. Alter Ort mit etwa 1600 Einwohnern. Die heutige Gemeinde ist kaum sehr alt, trotzdem einzelne Juden schon früh dort wohnen. Heute etwa 15 Familien. Synagoge zwar nicht än der Strasse, aber augenscheinlich für eine viel grössere Gemeinde ge baut: 1905: noch 130, 1924: 60 Seelen. Friedhof einige Minuten vom Ort, links jenseits der Heldenbergener Strasse, kurz vor 1870 über einem älteren aufgeschüttet. — Im Ort einige alte Bauten, Schloss der einst mächtigen Herren von Karben, denen beträchtliche Zeit zahlreiche Juden unterstanden. In der Nähe mehrere Kohlensäurequellen, deren Versand beachtlich ist. V\ Std. nordw. bei Okarben, dessen Juden zu Grosskarben gehören, Römerkastell. Von Gross-Karben in 1 Stunde nach Burg Gräfenrode, einem alten Dorf, dessen Juden ebenfalls zu Gross- Karben gehören, und in weiteren 30 Minuten nach Ilgenstadt, einem Dorf von gut 1000 Einwohnern, heute ohne Juden. Bedeutende romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die einst dazu gehörigen Klostergebäude um 1755 zum Schloss der Grafen von Rappenberg umgebaut. Der Torbau an der Südseite herrliches Barock. B. Vom Nordende von Vilbel ostwärts über Gronau und Kilianstädten 2V2 Stunden, durch „Felder, Wiesen und Wälder" bis Windecken. Uraltes Städtchen von 2000 Seelen. Schon 1284 erhielt es Stadtrecht. Wahrscheinlich besteht schon seit jener Zeit eine kleine Gemeinde dort, denn die Verleihung von Stadtrechten war damals aus wirtschaftlichen Gründen meist mit der Erlaubnis, „Juden zu halten" verbunden. 1351 belehnt Karl IV. den Herrn Ullrich von Hanau u. a. mit den Juden aus „Wunecken", und 1353 gibt es in Windecken schon eine Judengasse. 1464 werden die Juden von Windecken wiederum Gegenstand eines .Streites zwischen dem Grafen von Hanau und dem Mainzer Erzbisehof Albrecht von Hohenzollern. 1509 zeigt die schon damals alte Gemeinde mehr Mut und Entschlossenheit als manche grössere, indem sie als eine von im Ganzen 4 Gemeinden — noch Friedberg, Gelnhausen und Worms — den Gemeindetag in Frankfurt beschickt, um Abwehrmassnahmen gegen Johannes Pfefferkorns Verleumdungen zu beschliessen. Die meisten eingeladenen Gemeinden blieben aus allerhand Besorgnissen und Ängsten fort. — Höchststand der Gemeinde wohl 1834. Da zählt sie 116 Seelen gegenüber 1306 Protestanten und 2 Katholiken. 70 Jahre später sind 55 Juden unter 1657 Einwolinern, heute unter fast 2000 noch etwa 25 (9 Familien). Die ehemals recht wohlhabende Gemeinde ist arm geworden.- Noch schwerer aber als Armut und in der Zeit begründete, darum kaum £u beliebende Erwerbsschwierigkeit drücken die Sorgen um Ausbildung der Kinder und Vorbereitung der Auswanderung. Dringender wird in den Kleingemeinden des flachen Landes der Ruf nach durchgreifender Hilfe; denn überall bietet sich das gleiche Bild. — Die stattliche Synagoge, wohl eine der ältesten Deutschlands, an der Braugasse, der schon 1353 erwähnten Judengasse., die erst 1920 Synagogengasse genannt wird und 1933 ihren heutigen Namen erhielt. Die Judengasse bildete ungefähr ein Quadrat, dessen eine Seite von der Festungsmauer (Rest noch sichtbar) abgeschlossen wurde. Die einstigen Judenhäuser der drei anderen Seiten, sehr stattliche und meistens'ausgezeichnet erhaltene Fachwerkbauten, umgeben die Synagoge, die natürlich mehrfach, aber immer auf den alten Fundamenten erneuert worden ist. Vor etwa 300 Jahren wurde ihr ein Fachwerkbau, wohl als Gemeindehaus und Beamtenwohnung angegliedert. Vielleicht 100 Jahre später schloss sich ein Schulhaus an. Zwischen diesem und der Synagoge, mit beiden baulich fest verbunden, liegt das schon lange 'unbenutzte rituelle Quellbad. Die ganze Anlage in ihrer verhältnismässigen Unberührtheit ruft nach dem Maler und Erprobte Lehrkräfte Unter richtsk urse Im Nähen u. Zuschneiden Gründl. Ausbildung im Selbstanfertigen eigener Garderoben. Hedwig Erlebacher Mledenau 45, II. 7*1. 79394 Tag- und Abendkurse. ' . [UNTERRICHTS KURSE lim Nahen u. Zuschneiden. Gründl. 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