Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 11 (8.1936)
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 437 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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J Seite 437 SchHfskarien C1 I durch Palästina) & Orient Lloyd Nach Palästina, Süd-Afrika j Alffred Adler ^^24961 Nach Nord- und Süd-Amerika ) wi-.-.—i----* ~ Eisanbahnfahrkarten Visumbesorgungl». Bord-Akkraditlv« dem Photographen. Die Gemeinde Windecken hält in der hohen, hellen, wohlgepflegten Synagoge noch allsabhatlich Gottesdienst, an dem, wie an dem alten Friedhof von Windecken, auch die Ostheimer Juden, jetzt noch 2 Familien, teilhaben. Windecken gehört zum Bezirksrabbinat Hanau. Auskünfte durch die Herren Reichenberg und David Sommer. — Windecken hat einen schönen alten Markt, an dem es das Kathaus, einen Renaissancebau aus rotem Sandstein mit schönem, den Wappen der Herrschaft Hanau tragenden Erker zu bewundern gibt. Gleichfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt die bemerkenswerte protestantische Kirche. Von Windecken in 20 Minuten nach Heldcnbergen. (Bahnstation H -Windecken.) Fast 2000 Einwohner mit kaum noch 70 jüdischen Seelen. In einem Winkel bei der imposanten katholischen Kirche die etwa 100 Jahre alte unansehnliche Synagoge. Gedenktafel für 3 Kriegsgefallene, gestiftet vom Israelitischen Soldatenverein. Das war ursprünglich eine Vereinigung, durch die die jüdischen Gemeinden Oberhessens ihren in Giessen dienenden Söhnen koschere Verpflegung besorgten. In besonderem Gebäude, lange schon unbenutzt, Schulsaal und Quellbad. Alter Friedhof beim Sportplatz. — Südlich der Stadt auf dem Weg nach Büdesheim (einige Familien Juden) ein Kömerkastell. — Lohnende Wanderung von IV2 Stunden, teils auf schattigem Pfad am Waldesrand, teils auch durch schönen alten Wald; die alte Römerstrasse entlang, nach Groß-Karben (s. oben). — Von Heldenbergen nordwestwärts in % Stunden nach dem 1000 Einwohner zählenden alten Dorf Kaichen. (Bahnstation Erbstadt-Kaichen). Einstiger Sitz der alten Grafschaft und des „Freyen Gerichts" gleichen Namens, wozu noch 1766 die „Dörfer Ilgenstadt,. Okarben, Grossenkarben, Kleinenkarben, Rendel, Büdesheim, Kaichen, Heldenbergen, Altenstadt, Rodenbach, Oberau und Rommelhausen" gehören, das mithin Hunderte von Jahren über das Schicksal zahlreicher Juden entschied; denn es gab in diesem Gebiet „nicht leicht ein Dorf", in dem nicht Juden wohnten. — Kurz vor dem Dorf, links von der Strasse ,.bey einer alten Linden" ist der Gerichtsplatz der Grafschaft Kaichen, auf welchem sich ein steinerner Tisch und steinerne Bänke befinden. JrAuf diesem Platz wurden vor diesem die oberste Greven erwählet, Kaiserliche Mandate und Anderes publicieret, Missetäther, so eine Todesstraffe verdienet, nochmalen summarisch vernommen, die Urtel verlesen und die Execution sofort an dem zwischen Kaichen und Heldenbergen .aufgebauten Hochgericht volzogen." Die Stätte ist noch heute unverändert, eine Sehenswürdigkeit von Rang. — Wir wandern durch das altertümliche Dörfchen, in dem, wie es scheint, niemals Juden sassen, bis zur Kirche; von dort südwestlich, überqueren die Landstrasse und sind nach einer halben Stunde auf der Kaichener Höhe, 203 m, mit schönem Blick über die fruchtbare, orte- und' türmereiche Landschaft, einen köstlichen Teil von „des Heiligen Römischen Reiches Kornkammer und Schatzkästlein". Nun auf nördlichem Pfade abwärts zum „Roll-Graben", der Burg-Gräfenrode mit Kaichen verbindet; weiter in gleicher Richtung auf dem etwa 300 m weiter östlich beginnenden Pfade in den Wald hinauf an alten Hügelgräbern vorbei und zur Land'strasse Kaichen-Ilbenstadt hinunter. Auf ihr wenden wir und links, nordwestlich, und sind in 40 Minuten am Schloss Ilbenstadt. Gesamtheit von Kaichen kaum IV2 Stunden (Landstrasse Kaichen-Ilbenstadt 1 Stunde). — Die Landstrasse weiter über die Nidda und den Flutkanal der Nidda, von der Wegkreuzung rechts ab nordwestlich, in einer knappen Stunde nach Assenheim. Altes Städtchen von 1200 Einwohnern, darunter 6 jüdischen Familien. Juden wohnen hier schon 1278, werden von Rudolf v. Habsburg 1351 an Ulrich von Haynow (Hanau) verpfändet. 1495 wird der Jude Wolf von Assenheim (Assernin) genannt Eine Gemeinde besteht bald nach dem 30jährigen Krieg, hat 1670: 20 Seelen. Um 1900 sinds über 50, vor dem Weltkrieg 35 Seelen, zu denen noch die Juden von Buchenbrücken gehören. Heute noch 6 Familien. Der langjährige Religionslehrer wohnt nun in dem zentraler gelegenen Groß-Karben. Alte kleine Synagoge. — Schönes Schloss der Grafen von Solms-Rödelheim. — Von Assenheim in 6 Minuten Bahnfahrt nach Friedberg i. Hessen. Liefen anten für Büro und Laden Schreibmaschinen aller Systeme ^fipHr Ruö. L. 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