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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-06-01 · 9 (6.1936) · p. Seite 346

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
9 (6.1936)
Date
1936-06-01
Page
Seite 346 (sequence 20)
Language
German
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Seite 346 Einrichtung der Vorlehre mit einigen Worten gedacht werden. Diese Einrichtung sei eine unbestrittene Notwendigkeit, die damit verbundene finanzielle Belastung der Gemeinde sei in ihrem ganzen Umfange noch nicht zu ermessen. Selbstverständlich müsse das mit der Einrichtung in Verbindung stehende Internat streng rituell geführt werden, und mit vollem Recht sei von konservativer Seite verlangt worden, daß zur geistigen Förderung der an der Einrichtung beteiligten konservativen jungen Menschen ein konservativer Lehrer angestellt werde. Mit demselben Recht verlangten jedoch auch die liberalen die Anstellung eines liberalen 'Lehrers, wohlgemerkt nicht eines religiös indifferenten, sondern einer Persönlichkeit mit fester und tiefer religiöser Uberzeugung. Die Auswanderung, besonders der Jugend und ihre Betreuung, sei im-Moment eine eminent wichtige Aufgabe der Gemeinde. Man dürfe aber nicht übersehen, daß nicht alle auswandern wollen und können. Hier bleiben werde die grosse Masse des Mittelstandes, und deren Interesse zu wahren, sei nicht weniger wichtig. Die Auswanderung der Jugend werde der Gemeinde eine grosse Zahl wertvollster Elemente entziehen. Im Zusammenhang hiermit geht Herr Dr. Mainzer auf die Situation in Palästina ein, welches ein Erdbebengebiefc sei, wie viele andere. Wer die Verhältnisse objektiv zu betrachten gewohnt sei, werde darüber nicht überrascht sein. Aus diesem Grunde müsse es als eine verkehrte Politik angesehen werden, gemäß dem Fifty-fifty Prinzip die verfügbaren Mittel einseitig Palästina zuzuwenden. Ein Zeichen der Not sei auch das Fehlen eines Postens im Etat für den Jüdischen Kulturbund.. Es sei zu hoffen, daß der Kulturbund seine Tätigkeit nicht wird einstellen müssen. Seine Aufgaben stellen nicht nur eine künstlerisch und kulturelle Betätigung, sondern auch die Erfüllung einer sozialen Verpflichtung gegenüber einer Gruppe von Menschen dar, die es infolge ihrer künstlerischen Veranlagung und Schulung schwerer haben als andere, sich umzustellen. Notfalls wird die Hoffnung auf eine nachträgliche Bewilligung der Gemeindekörperschaften für diesen Zweck ausgesprochen. Alle Aufgaben, die der Gemeinde in der gegenwärtigen Zeit obliegen, verlangen Menschen, die bereit sind, selbstlos mitzuarbeiten, Menschen, die verbunden sind mit unserer Gemeinschaft und mit unserer Religion. Denn ohne ernste religiöse Fundierung wird das Judentum in aller Welt dem Untergang geweiht sein, kraft der religiösen Verbundenheit aber werden wir hoffentlich einst das Glück haben, sagen zu -können, daß die alte jüdische Gemeinde erhalten geblieben ist. Die Erhaltung fordere aber die Zusammenarbeit aller, die guten Willens sind, unter Zurückstellung aller persönlichen Angelegenheiten. Wenn sich Frauen und Männer finden, die sich zu jeder Zeit zu dieser Mitarbeit zur Verfügung stellen, wird auch die Frankfurter Gemeinde als Muttergemeinde in Israel trotz aller Not bestehen bleiben. Herr Felix Meyer spricht zunächst allen beteiligten Beamten der1 Hauptverwaltung für die musterhafte Vorbereitung des Haushaltsplanes Dank aus. Die konservative Fraktion werde den Etat, wie er nach: Durchberatung durch die Gemischte Finanzkommission vorliege, annehmen. Er erinnere daran, daß die konservative Fraktion der Gemeindevertretung in früheren Jahren mit besonderem Nachdruck für die Erhaltung der Schule (Philanthropin) eingetreten sei. Die Fraktion leite daraus auch das Recht ab, notwendige Kritik zu üben. Die der konservativen Fraktion besonders am Herzen liegenden Fächer — der Religions- und hebräische Unterricht — würden noch immer nicht die ihnen gebührende Stellung im Unterrichtsplan einnehmen. Es soll nicht verkannt werden, daß die Schule besondere Schwierigkeiten zu CUNARD WHITE STAR Reisebureau GmbH., Frankfurt a.M Kaiserstrasse 46 Fernruf 32601 Amerika «Dien St mit großen, modern. Schiffen Abfahrt zweimal wöchentlich Auskunft über Passagen, Akkreditive usw. Unverbindlicher Besuch erbeten Generalvertretung der Palestine ExpreSS Co. Spezialbüro für Palästina^Äeisen. Schiffskarten nach allen Weltteilen WEINE BERNH*WIESEKGRUND S04ÜNE AUSSICHT 7 LIKÖRE FRANKFURT A-M. WEINBRANDE 1 SEIT 1822 GUT U. PREISWERT TEL: 22361 m Schöne und preiswerte Damen-Strümpfe und Wäsche Kniestrümpfe; feinfädige künstliche I QC Waschseide glatt u. mod. Fantasiemuster |aLu Damenstriimpfe unsere Hausmarke für besondere Ansprüche an Haltbarkeit I fin u. Eleganz feinste künstl. 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