Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 8 (5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 305 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 305 Stoffe und Wäsche kaufet man stets preiswert ein bei: ————^—^—— Leipzigerstr. 14, Nahe Bockenheimer Warte Seligmann TEXTIL-KAUFHAUS war beabsichtigt, die in der vorigen Sitzung vorgenommenen Wahlen in die Kommissionen und Delegationen nur für den Zeitraum von 2 Monaten vorzunehmen. Infolge der von der Fraktion der jüdischen Volkspartei abgegebenen Erklärung des hieran sich anschliessenden Auszugs der Fraktion aus dem Sitzungssaal war übersehen worden, diese Absicht nochmals ausdrücklich zu betonen. Der Vorsitzende stellt hierauf fest, dass durch diese Erklärung eine Abänderung des bezüglichen Beschlusses in der Weise gegeben sei, dass die Kommissionen und Delegationen nur auf beschränkte Zeit, und zwar bis Ende Mai dieses Jahres, gewählt worden sind und daß alsdann Neuwahlen zu erfolgen haben." Es folgen Ersatzwahlen in einige Kommissionen und Delegationen (ein Verzeichnis der Kommissionen und Delegationen wird nach ihrer endgültigen Zusammensetzung veröffentlicht werden. Schriftleitung). Kenntnis genommen wird von einem Rundschreiben der Reichsvertretung der Juden in Deutschland Abteilung Vereinigte Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, betr. Durchführungsverordnung zum Gesetz über Arbeitsvermittlung, Berufsberatung usw. vom 19. März .1936 und über die Verlängerung der Frist bis zum 31. Juli 1936, woraus hervorgeht, daß bis zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung des Präsidenten der Reichsanstalt über die gestellten Anträge wegen Genehmigung von Arbeitsnachweisen für die Bezirke der Landesarbeitsämter erfolgen wird und bis dahin die bisher genehmigten jüdischen Arbeitsnachweise ihre Tätigkeit fortsetzen, die neu zu errichtenden jüdischen Arbeitsnachweise aber ihre Arbeit einstweilen noch nicht aufnehmen können. Es wird ferner Kenntnis gegeben von einem Schreiben der Ichud, Nationalreligiöse Vereinigung zu Tel. Aviv, mit welchem diese Vereinigung ihren ersten Jahresbericht pro 1935 übersendet. Hieran schloss sich eine nichtöffentliche Sitzung. Aus der Arbeit der Reichsvertretung Im Anschluss an das Gymnaistisch-orthopädische Institut Alice Bloch, Stuttgart-W, Zeppelinstrasse 32, begann, gefördert von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und vom öberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, am 17. April 1936 ein einjähriger Lehrgang zur Ausbildung von Tum- und Sportlehrern. Schulgeld monatlich RM. 35.— Ueber Lehrplan, Aufnahme-, sowie Prüfungsbedingungen usw. gibt das Institut Bloch Auskunft, an das alle Anfragen zu richten sind. Da bereits eine grosse Anzahl Anmeldungen vorliegt, empfiehlt es sich, Zulassungsgesuche unverzüglich einzureichen. * Die Reichsvertretung und der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilen mit, daß sie an dem Film „Wege in die Welt" in keiner Weise beteiligt sind. Persönliche Nachrichten 90. Geburtstag 18. Mai: Frau Jettchen Kaplan geb. Kahn, Kechneigrabenstr. 18 80. Geburtstag 27. Mai: Samuel Fleischmann, Koselstr. 49 17. Mai: Leo Lief mann, Budgeheim, Edingerweg 70. Geburtstag 30. April 1936: Frau Johanna Simon geb. Rothenberg, Gärtnerweg 2 2. Mai 1936: Fräulein Olga Cahn, Maulbeerstraße 4 16. Mai 1936: Leopold Morgenthal, Rotteckstr. 11 Louis Ahrens zum 60. Geburtstag Am 12. Mai vollendet der Leiter des Steueramts der Israelitischen Gemeinde, Verwaltungsinspektor Louis Ahrens, sein sechzigstes Lebensjahr. Louis Ahrens ist in Hannover geboren und widmete sich nach einer kaufmännischen Lehre und nach Erfüllung seiner militärischen Dienstpflicht der Verwaltungslaufbahn. Schon in jungen Jahren wurde er Rendant der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem, der heutigen Gartenbauschule, und hat dort 6 Jahre lang nicht nur die Finanz- und Verwaltungsaufgaben des Instituts bearbeitet, sondern auch sich die persönliche Freundschaft des unvergessenen großen Gründers der Anstalt, Konsul Moritz Simon, erworben. Im Jahre 1903 folgte Ahrens einem Ruf an das Jüdische1 Krankenhaus in Breslau, dessen Verwaltungsinspektor er war, bis er in gleicher Eigenschaft 1912 an das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. verpflichtet wurde. Schon während der Bauzeit unseres Krankenhauses hat Louis Ahrens seine Initiative und seine praktischen Erfahrungen eingesetzt und die Planung des Baus und sein Werden beraten. In den Kriegsjahren hat er, zxigleich als Leiter der Verwaltung des Lazaretts in unserem Krankenhaus die schwierigen Aufgaben gelöst, die ihm aus dieser Tätigkeit erwuchsen. Am 1. Oktober 1923 übertrug ihm der Vorstand unserer Gemeinde die Leitung des damals erst gegründeten statistischen Büros, aus dem sich das für das Gemeindeleben so wichtige Steueramt entwikkelte. Es ist Louis Ahrens' Verdienst, die im Laufe der Jahre im mer gewichtiger werdenden Steuergeschäfte der Gemeinde so geleitet zu haben, dass im vergangenen Jahr die grosse Aufgabe übernommen und durchgeführt werden konnte, die der Gemeinde durch den eigenen Einzug der Steuergelder gesetzt worden war. Mit Organisationsfähigkeit und Weitblick hat Louis Ahrens diese Aufgabe gemeistert. — Seit der Gründung des Gemeindeblattes hat Louis Ahrens die Verlagsgeschäfte geführt. Mit besonderer Freude und mit immer regem Interesse hat er sich für alle Möglichkeiten eingesetzt, die dem Ausbau dieses Blattes dienen konnten. Der Kreis der Mitarbeiter und der grosse Kreis aller, die mit Louis Ahrens im Laufe der Jahre in persönliche Beziehung getreten sind, schätzen in ihm einen warmherzigen und zielsicheren Mann von aufrechter Art. Sie kennen hinter seiner temperamentvollen Haltung den gütigen und mildtätigen Menschen, der sich viel Freunde erworben und sich vieler Freundschaft wert gezeigt hat. Die Wünsche, die Louis Ahrens an seinem 60. Geburtstage dargebracht werden, gelten ibm und seiner Familie, deren Wohl das Seine ist. Mögen ihm noch viele Jahre in Schaffenskraft und Gesundheit beschieden sein! Silberne Hochzeit 16. Mai 1936: Ludwig Maier und Frau Jenny geb. Rosenthal, Ingolstädterstr. 10 Beratung von Auswanderern InlDevIsen- und Transferangelegenhelten sowie Durchführung aller Formalitäten Steuersachen — Verwaltungen Dr. jur. Julius Sonn Frankfurt a. M., Horst Wesselplatz 14, II — Tel. 22798