Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 8 (5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 304 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 304 Schrank- und Kabinen- Koffer 27 Töngesg. an der Hasengasse| [Telefon 26801 Stadl- und Wander Taschen Bedenken gegen die Einsetzung eines Kuratoriums, weist jedoch darauf hin, dass schon bei den Vorarbeiten Pädagogen und Fachleute in dem erforderlichen Ausmass an der Planung der Angelegenheit mitgewirkt hätten und erklärt gegenüber den Ausführungen des Herrn Stiefel, dass nicht nur handwerkliche Ausbildung, sondern auch Formung; der Persönlichkeit der Jugendlichen, insbesondere derjenigen, welche vom Lande hierher kommen, notwendig sei, damit sie im Ausland, gleichviel wo, bestehen könnten. Namens der konservativen Fraktion begrüsst Herr Felix Meyer die durch den Vorstandsbeschluss dokumentierte Absicht der Durchführung der geplanten Einrichtung. In technischer Hinsicht sei Vorsicht zu empfehlen, da es sich hier um eine völlig neue Einrichtung handle, die nur schrittweise und vorsichtig ausgebaut werden könne. Daher stehe und falle das Projekt auch mit der zweckmässigen Auswahl der in Betracht kommenden Lehrpersönlichkeiten, welche mit grösster Sorgfalt vorgenommen werden müsse. Die konservative Fraktion müsse auch das größte Gewicht darauf legen, dass, soweit geistige Ausbildung in Frage kommt, ohne einseitige Beeinflussung auch eine religiöse Fortbildung der Jugendlichen gewährleistet werde. Herr Dr. P o m eranz legt der manuellen Ausbildung deshalb besonderes Gewicht bei, weil es sich bei der geplanten Einrichtung um eine Ausbildung „von "unten her" handle. Es komme alles darauf an, die Synthese zwischen praktischer und geistiger Ausbildung zu finden. Der Vorzug liege in dieser Beziehung darin, dass es sich bei den Einzuschulenden um Fünfzehnjährige handelt. Dieser Vorzug müsse ausgewertet werden. Dr. Eduard Strauss ist der Ansicht, daß es sich um eine Angelegenheit handelt,' die geeignet erscheint, durch die Art ihrer Neuheit allen möglichen Weltanschauungen Genüge zu leisten und die handwerkliche Grundlage für eine neue Form jüdischer Bildung zu schaffen. Hierin bestehe das Novum. Die Gemeinde könne, wenn sie, unterstützt von allen Fraktionen, es durchsetzt, den einmal begonnenen Plan zur Ausführung zu bringen, auf ein Werk von epochemachender Bedeutung stolz sein. Herr Dr. Geiger weist darauf hin, daß die Erwägung, in- L.EP5TEIN [Schillerstrasse 2 Beachten Sie bitte meine grosse Auswahl in DAMEN-NACHTHEMDEN in Waschseide, Krepp u. Chaimeuse in jeden Preislagen Das gute Spezialgeschäft für Herrenu. Domenwascbe - Strümpfe §f Tragt" BOBER-SCHUHE HASENGASSE 13 wieweit die manuelle Ausbildung gegenüber der geistigen den Vorrang haben solle, von allen an der Angelegenheit beteiligten Instanzen mit grösster Sorge behandelt worden sei. Der Vorstand sei der Meinung, dass, um die Gefahr einer einseitigen handwerklichen Ausbildung und der dadurch geförderten Entgeistigung zu bannen, auf die geistige Fortbildung gleichfalls entscheidender Wert gelegt werden müsse. Deshalb könne gegen die von Herrn Stiefel beantragte Einsetzung eines Kuratoriums ein Widerspruch nicht erhoben werden, wenn auch eine solche Stelle zweckmässigerweise in Anlehnung an die Beratungsstelle geschaffen werde. Der Vorsitzende ist der Meinung, dass die Einrichtung durch einen Notstand hevorgerufen worden ist.' Es handle sich im Grunde darum, dass der Gedanke vorzuherrschen habe, daß gründlich ausgebildete Handwerker sich am ehesten im Ausland eine Existenz schaffen können. Dieser Gesichtspunkt sei bei den Ausführungen des Herrn Stiefel massgeblich gewesen. Dass bei dem Streben jedes jüdischen Menschen nach Bildung die Geistigkeit nicht zurückgesetzt werden solle, sei selbstverständlich. Hiermit ist die Diskussion erschöpft. Besehlussfassiing bleibt für die nichtöffentliche Sitzung vorbehalten. Für die ordnungsmäßige Weiterführung der Geschäfte zunächst für die Monate April und Mai 1936 werden zwei Etatzwölftel unter Zugrundelegung des vorgelegten Etatentwurfs bewilligt.. Im Zusammenhang hiermit genehmigt die Gemeindevertretung den vom Vorstand für das Steuerjahr 1936/37 gefassten Steuerbeschluß sowie den gleichzeitig vorgelegten Entwurf eines der Aufsichtsbehörde vorzulegenden Umlagebeschlusses (Der Steuerbeschluss wird nach Eingang der Genehmigung, durch die Aufsichtsbehörde veröffentlicht werden. Eine Aenderung des Steuersatzes gegenüber dem Vorjahr ist in dem Beschluss nicht vorgesehen. Schriftleitung.) In der Angelegenheit der Kommissionswahlen gibt namens der liberalen und konservativen Fraktionen der Gemeindevertretung Herr Felix Meyer folgende Erkärung ab: „Es Ernst Lochner & Horkheim er Liebfrauenberg 39, 1. 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