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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-05-01 · 8 (5.1936) · p. Seite 300

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
8 (5.1936)
Date
1936-05-01
Page
Seite 300 (sequence 14)
Language
German
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Seite 300 kleinere Stücke von Dvorak und Ernest Bloch (Nigun) für ilie Wärme der Auffassung. Gerhard Kander, dessen ruhiges persönliches Auftretensehr guten Eindruck macht, spielt — von geringfügigen Tonschwankungen abgesehen, wie sie etwa bei der F-Dur Romanze Beethovens zu merken war — klar und eindringlich, er musiziert im Dienste des Werks. Dr. Willy S a lom o n, der stets bewährte Begleiter, führte seinen Part mit Freude und bestem Gelingen aus. Dem jungen Künstler dankte sehr herzlicher Beifall, dem er mit zwei Zugaben (von Grieg-Flesch und Martini-Kreisler) erwiderte. Ein Schönheitsfehler des Abends war wieder der reichlich verspätete Beginn; zur Disciplin, die nottut, gehört auch Pünktlichkeit! g. sch. Das Märchen von der schönen Magellone Vor etwa 25 Jahren erklang zum letzten Male im Frankfurier Konzertsaal Tiecks Märchen von der schönen Magellone mit den herrlichen Brahms'schen Liedromanzen durch Ludwig Müller. Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts holten das Werk aus der Versenkung und brachten es in ihrem 20. Mittwochskonzert vor einem interessierten Publikum zu Gehör. Alfred Auerbach hatte den episch-breiten, verbindenden Prosatext Tiecks in eine knappe, prägnante und gefällige Versform umgewandelt, die dem leichteren Verständnis für das sehr schwere Werk besonders zu Gute kommt und sicher dazu beitragen wird, dass dies selten aufgeführte Werk dem Publikum wieder häufiger zugeführt werden kann. Auerbach trug den verbindenden Text mit schlichtem Gefühlsausdruck vor. Anneliese Bender bemühte sich mit Gestaltungskraft und grosser Stimme um das Werk, das manche Perlen an Schönheit birgt. Mit weichem und doch vollem Anschlag, vielfältiger Mndulieruna: und feinster Einfühlung in die romantische Geisteswelt und mit perlender Teehnik unterstützte Frau Lily Schwarz -May er hofer beide Künstler am Flügel. Reicher Beifall lohnte die Mitwirkenden. —o— Ein Opernabend der Jüdischen Tonkünstler Ein Opernabend, als 21. Mittwochskonzert der jüdischen Tonkünstler „zum Besten des Kassenfonds" veranstaltet, brachte mit Arien, Duetten und Terzetten eine bunte Fülle aus dem Schönen, das uns die deutsche, italienische und französische Musik auf diesem Gebiet geschenkt haben. Die Wiedergabe der einzelnen Stücke, deren pianistischem Teil Dr. Willy Salomons Begleitung die künstlerisch vollwertige, charakteristische Prägung sicherte, war im Ganzen eindrucksvoll und konnte vielfach auch verwöhntere Ansprüche befriedigen. Man kennt die schlanke reizvolle Sopranstimme Edith Eisenheimers und den ergiebigen, dramatischen Sopran Käte Ettlingers: in Arien aus Verdis „Maskenball", der „Boheme" und der „Cavalleria Rustica- Wolf Netter* Jacobi-UJerke Frankfurt a. ML Tel. 30026 Taunusstr. 5 Unsere Stärke sind unsere Herrenhemden aus eigenen Stoffen, nach unseren Angaben angefertigt. — Völlig, lang und weit, dabei ausserordentlich preiswert. Hauptpreislagen: 3.90 5.75 7.50 9.75 11.75 na", wie in Ensembleszenen konnten sie sich gut entfalten. Annelise Bender, deren Alt in Mittellage und Höhe freier und schöner klingt als in der Tiefe, sang eine bekannte Arie aus ..Samson und Dalila" und trug mit Käte Ettlinger wirksam das Duett der beiden Nebenbuhlerinnen aus , Aida" vor. Hans As- Senheim,dessen Bariton nach wie vor in guter Form ist (bei ihm und Edith Eisenheimer darf die klare Textaussprache besonders hervorgehoben werden) wusste auch zwei Arien aus dem „Freischütz" und der „Verkauften Braut", die seinem eigentlichen Stimmcharakter etwas ferner liegen mochten, geschmackvoll und schön zu „singen und sagen". Das Programm, das u. a. solche Kostbarkeiten wie das berühmte Briefduett aus „Figaros Hochzeit", daneben aber auch seltener zu Hörendes wie Terzette aus „Orpheus und Eurydike" und „Cosi fan tutte" bot, wurde von den zahlreichen Hörern, die allerdings den Saal der Arnold Lazarus- Halle nicht restlos füllten, mit dankbarem Beifall aufgenommen. g. sch. Kammermusik im Kulturbund . Im Publikum des Frankfurter Kulturbundes sind nicht wenige, die selbst Musik ausüben und denen die Pflege der Kammermusik mit Recht eine der schönsten und reinsten Lebensfreuden bedeutet. Ein Abend, der zwei Standartwerke dieser Gattung und ausserdem noch eine weniger bekannte Schöpfung eines Zeitgenossen der Klassik brachte, konnte so guten Besuchs und freundlicher Aufnahme gewiss sein. Grossen Wiener Meistern, den beiden „Urmusikanten" Mozart und Schubert und ihrem liebenswürdigen Landsmann Carl D i tters von Dittersdorf, dem Mitbegründer der deutschen komischen Oper, galt dieser Kammermusik-Abend. Die Es-Dur- Sonate für Viola und Klavier des Letzteren, von Richard Karp (Bratsche) und Bernhard Ahr am o witsch prächtig vorgetragen, wird vielen als besonderer Gewinn des Konzerts erschienen sein: ein reizendes, ungegrübeltes, warm .beseeltes Werk, dem man mit aufrichtigem Vergnügen begegnet. Nicht ganz auf gleicher Höhe der Wiedergabe stand teilweise Mozarts Klavierquartett in g-moll, dessen erster Satz, zumal bei dem führenden Streichinstrument, wohl noch feiner hätte nüanciert werden können. Im Ganzen durfte man auch hier an der frischen unblasierten Vermittlung durch Anni Steiger (Violine), Richard Karp, Ary Schuyer (Cello) "und Bernhard Abramowitsch, einen ebenso feinsinnigen wie andererseits bestimmt ausholenden Pianisten, Freude haben. Erst recht wurde Schuberts berühmtes Forellenquintett, eines der schönsten musikalischen Stücke überhaupt, (bei denen sich den Genannten Ernst Böhm als ausgezeichneter Kontrabassist zugesellte) mit Danki und Beifall für das temperamentvolle und eindringliche Spiel aufgenommen. g. sch. Krankenversicherung durch Isr. Männer- und Frauen-Kranfeenkasse Frankfurt a. M., Rechnelgrabenstr. 18 Näheres durch: EMIL HIRSCH Kettenhof weg 106 Telefon 77928 Hermanns & Froitzheim ZEIL 93 und Stadtfilialen Die moderne Tasche sowie Ihr Reisegepäck kaufen Sie am besten im Lederwaren-Spezialhaus MODERNA Inhaber Sandel Nur noch _Goethestrasse 2 Sttferteren Bringt ©enrimt

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