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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-05-01 · 8 (5.1936) · p. Seite 299

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
8 (5.1936)
Date
1936-05-01
Page
Seite 299 (sequence 13)
Language
German
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Seite 299 Ein Kleinkunstabend i „Es war einmal etwas ganz anderes" lautete das Urteil der zahlreichen Besucher dieses „heiteren Abends". Der Kulturbund Rhein-Main durfte mit gutem Recht die künstlerische Verantwortung für dieses bunte, mit Geschmack und Laune zusammengestellte Programm übernehmen, das von einem gut aufeinander abgestimmten Trio geboten wurde. Max Ehrlich beherrschte in der Hauptsache den Abend. Er hat natürlichen, ungezwungenen Witz und weiss ihn in originel ler, bekömmlicher Einkleidung seinen Hörern zu „versetzen". Seine Spezialität sind kleine Szenen, in denen er selbst* mehrere Personen im Dialog charakterisiert und menschliche Schwächen liebenswürdig-versöhnlich beleuchtet. Die „tönende Witzschau"' verbreitete viel Vergnügen, und die z. T. vorzüglichen Schauspielerparodien (die wenigst gelungene schien mir Bassermann) nicht minder. Bemerkenswert, dass Max Ehrlich als einzige Hilfsmittel die natürlichen verwendet, Mienenspiel, Gestik und Stimme, und trotzdem erstaunliche Wandlungsfähigkeit erreicht. Mit hübschen, selbst verfaßten und vertonten „Songs" stellte sich das „Mädel mit der Harmonika", Cläre Arnstein, vor, eine reiz- und stilvolle junge Dame, die schon durch Figur und Erscheinung ausgezeichnet zur Darstellung der anmutigen Biedermeierfigur Jettchen Gebert geeignet ist. — In den „Sketchs" assistierte Hermann Ludwig Sc h esinger, der sich im Uebrigen — auf den Fusstapfen Nelsons und Friedrich Holländers — als begabter Pianist erwies. Es war in der Tat einmal etwas anderes und es war „reizend' — diese Meinung der „kompakten Majorität" wurde den Mitwirkenden in freundlichem Beifall bestätigt. g. sch. Orchester-Konzert des Kulturbunds Die stattliche Reihe von Violinsolisten, über die das Kultuibundorchester in einer sonst kaum anzutreffenden Wei?e verfügt, gibt berechtigten Anlass, der Literatur für VioLne und Orchester im Repertoire einen bevorzugten Platz einzuräumen. Nachdem wichtige Werke der Gattung bereits geboten wurden, erprobte sich der junge Konzertmeister Ernst Drucker diesmal am B r a h m s-K o n z e r t. Drucker verfügt über eine enorme manuelle Begabung. Seine Griff- und Bogentechnik funktioniert mit aller Zuverlässigkeit tmd lässt ihn auch bei den heikelsten Stellen nicht im Stich. Sein Ton ist warm und edel, kann allerdings einem voll besetzten Orchester gegenüber noch eine Vergrösserung vertragen. Drucker spielt mit einer sympatliirchen Natürlichkeit, er geht allen äusseren Mätzchen aus dem Wege. Schlicht, aber grundmusikalisch dient er dem Werke. Die weiche, lyrische Stimmung weiss er am sichersten nachzuformen; das männlich Herbe, Kantige, das gerade bei Brahms so ausgeprägt ist, muss er sich noch erarbeiten. Mit wachsender Reife der Persönlichkeit wird er auch den langsamen Satz nech mehr \ ertiefen, als es ihm jetzt schon möglieh ist. Er darf jedoch schon heute einen so hohen Masstab der Bewertung beanspruchen, wie ihn die Stelle, an der er auftrat — man hörte von diesem Podium aus die grössten Meister seines Instrumentes — nahelegt. Die Auswanderer! Wie transferieren Sie Ihr Vermögen? 1) Beratung über die Einwanderungsstaaten aus eigener Landeskenntnis (Europa u. Uebeisee) 2) Bestmöglicher und schneller Vermögenstransfer 3) Immobilientausch bei Auswanderung Dr. jur. Qm E. 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Gleich geblieben ist seit jrner ersten Wiedergabe die fanatische Hingabe aller Beteiligten an die gestellte Aufgabe, geblieben ist vor allem die überragende Dirigentenleistung Steinbergs, die über alles Detaii hinweg den grosszügigen Gesamtverlauf sicherstellt. Das Publikum lies? sich durch die kühne, an Gegensätzen reiche Symphonik Mahlers wiederum gefangennehmen und hielt mit begeisterter üankbezeugung nicht zurück. Der Besuch des Konzerts allerdings war nicht so gut, wie man ihn erhofft hatte. Es bleibt zu fragen, ob die zweimalige Aufführung eines symphonischen Grosswerks bei dem engen Kähmen, in dem sich unser Musikleben abspielt, tragbar ist. Die gerade jetzt gebotene Ökonomie der Kräfte verlangt auf jeden Fall sorgsames Abwägen auch der materiellen Faktoren. Dr. E. Ein Violinabend Von dem jetzt 14 jährigen Geiger Gerhard K a n d e r hatte ■nan schon viel Rühmliches vernommen, ehe sich die Gelegenheit bot, ihn selbst in einem eigenen Abend zu hören. Dem jungen Künstler darf heute schon bekundet werden, dass er ein ausgezeichneter Instrumentalist und ein guter Musiker ist, der es mit seiner Sache sehr ernst nimmt und erfreulicherweise keinerlei selbstherrlichen reisserischen Manieren an den Tag legt. Es war ein anspruchsvolles, z. T. gewichtiges Programm, das Gerhard Kander die Möglichkeit gab, eine bei Meister Carl Flesch gefestigte Technik und starkes musikalisches Empfinden zu zeigen. Er begann mit einer B r a h m s-Sonate, deren geistiger Gehalt gut, wenn auch, wie fast selbstverständlich, noch nicht restlos erfaßt war. Ein Violinkonzert vonBruchund eine „Polonaise brillante" von Wieniawski sprachen weiter für die virtuosen Fähigkeiten, A. BREITENSTEIN KONSTABLER WACHE — FAHRGASSE 121 u. 150 Herren-Wäsche ' Krawatten Klavier- Stimmer C. SIMON Schneckenholstr.20 ptr. 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