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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-04-01 · 7 (4.1936) · p. Seite 278

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
7 (4.1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 278 (sequence 36)
Language
German
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imtWüwtim^^s» Seite 278 STRUMPFWAREN WOLLWAREN HERREN-TRIKOTAGEN DAMEN-TRIKOTAGEN KINDER-TRIKOTAGEN HERREN-WÄSCHE DAMEN-WÄSCHE KINDER-WÄSCHE HANDSCHUHE MODEWAREN denden Veränderungen im Haushalt seit dem 1. Januar 1936 haben diesen Entschluss vielfach auch dort begünstigt, wo man bisher die Tochter einem anderen Berufsweg zuführen wollte. Nun ist an sich die Mutter sicherlich die berufenste Lehrmeister in, und der elterliche Haushalt die beste Ausbildungstätte für die Tochter. Aber man weiss ja, daß das junge Mädchen am wenigsten willig von der eigenen Mutter Unterweisung annimmt und zuhause nicht immer die volle Kraft einsetzt. Und bedauerlicherweise sind auch heute noch viele Mütter nur allzu geneigt, den Wünschen der Tochter in dieser Hinsicht entgegenzukommen. In einer falschen Sentimentalität legen sie an die Jugend der Tochter die Masstäbe der eigenen sorglosen und verantwortungsfreien Mädchenzeit an und in einem immer wieder überschiessenden Mitleid suchen sie ihr soviel als möglich Lasten und Pflichten abzunehmen, ohne dabei zu bedenken, daß heute mehr denn je das jüdische Mädchen zu Selbstdisziplin und Straffheit erzogen werden muß. Wenn also jetzt die jüdische Mutter ihre Tochter im eigenen Haushalt anlernen will, dann gebe sie ihr ein festumrissenes Arbeitspensum und einen genauen Arbeitsplan mit festgelegter Freizeit und sorge dafür, daß beides pünktlich eingehalten wird. Es darf nicht dazu kommen, daß die Mädchen zuhause ein spielerisches Dasein führen, sie müssen das Bewusstsein haben, etwas leisten zu können und etwas zu leisten. Gewiß erfordert das von der Mutter mindestens soviel Selbstdisziplin und Überlegung, wie wenn sie eine fremde Hausangestellte bei sich hätte, aber das Ziel, die Tochter zu einer verantwortungsbewussten, lebenstüchtigen Persönlichkeit zu erziehen, ist jedes Einsatzes wert. Es ist selbstverständlich, daß das Mädchen, auch wenn es im eigenen Haushalt Feine Lehr- und Lernzeit verbringt, nicht an diesen Funktionen Genüge finden kann und darf. Gerade die isolierte Arbeit im Einzelhaushalt, insbesondere in der eigenen Familie, löst das Mädchen aus der Gemeinschaft, rückt die Gefahr des Verflachens und der Einseitigkeit bedenklich nahe, Gefahren, die unter allen Umständen vermieden werden müssen. Die Gemeinschaft „des Bundes" und seiner Veranstaltungen allein genügen nicht, diese Nachteile auszugleichen. Und wenn die Reichsvertretung allüberall Aufbauklassen für die Schulentlassenen plant, so werden insbesondere die jungen Mädchen im Haushalt mit ihren besonderen Bedürfnissen in zeitlicher und stofflicher Hinsicht besonders Berücksichtigung finden müssen. Im übrigen aber sieht es manchmal so aus, als ob der Zwang der Verhältnisse und auch eine gewisse Modeströmung bei der Berufsentscheidung für die Töchter, die in langen Jahren erstrebte und nicht erreichte Entwicklung über das wünschenswerte Mass hinaus beschleunigt und schematisiert hätte. In demselben Masse, in dem sich jüdische Eltern früher sträubten, die Tochter dem hauswirtschäftlichen Beruf zuzuführen, in demselben Masse erleichtert man sich heute die Entscheidung nach dieser Richtung, und manches Mädchen wird im Haushalt beschäftigt, dessen Kräfte und Gaben weit über ihn hinausreichen. Nun ist es ja heute glücklicherweise zur Selbstverständlichkeit geworden, daß eine gute hauswirtschaftliche Ausbildung der Leistung in jedem Berufe zugute kommt, und der Bildungsgang für alle pflegerischen Berufe setzt hauswirtschaftliche Betätigung voraus. Dazu kommt, daß gerade in diesen Berufen der Beginn der Ausbildung meist erst mit dem 17. oder 18. Lebensjahr einsetzt. Es klafft also, auch wenn man sich für die Tochter für den Beruf der Sozialarbeiterin, Kindergärtnerin oder Krankenschwester entschieden hat, eine Zeitspanne von 3-4 Jahren, die am besten mit Arbeit im Haushalt ausgefüllt werden kann. Es ist aber ein Unterschied, ob man die Tochter dem Haushalt verschreibt oder diese Tätigkeit nur als ein Vorbereitungs- und Durchgangsstadium zu einem anderen Beruf Ibetrachtet. Wir haben es freilich verlernt, in grossen Zeiträumen zu denken und auf mehrere Jahre hinaus unser und unserer Kinder Schicksal bestimmen zu wollen. Aber wenn wirklich nicht die äusseren Umstände, sondern die Art, wie sie erlebt werden, die eigentliche Wirklichkeit sind (Gertrud"Bäumer), dann hat die Mutter heute die Pflicht, der Tochter, welchen Berufsweg sie auch gehen mag, eine hohe Auffassung von Beruf und beruflicher Tüchtigkeit mitzugeben und die Berufswahl der Tochter so ernst als nur möglich zu nehmen. Dr. Henny Stahl (Bitte | Tanken Sie la Benzin 31 Pfg. (Auto-Zubehör) Garagen Konstabier Gelbe Hirschstr. 9 s&TKAEEII Jösk iruujt JksUiurun*utCL -'kh&sr sd^S*? *rv$ SCHADE 6 FÜLLGRABE n Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft besonders, wenn sie bei CHARLOTTE gekauft sind Die Inhaberin, Frau David, ist Ihnen gerne bei der Auswahl behilflich SCHMUCK-HODEN CHARLOTTE IS V ROSSMARKT 17 neben Salamander J HERRENSTOFFE A. & M. LION Taunusstr. 52-60 (Industriehaus) Das größte jüd.Spezial-Damen-HutgeschäfIi.Westen M. BRESLAU Adalbertstraße 13a Telefon 77509 Empfiehlt ein reichhaltiges Lager in jeder Preislage. 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