Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 7 (4.1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 258 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 258 Stoffe und Wäsche kauft man stets preiswert ein bei: — TEXTIL-KAUFHAUS ————— Leipzigerstr. 14, Nahe Bockenheimer Warte . Seligmann Kulturarbeit des Monats Sonderkonzert des Kulturbundes Die. schon vor einigen Wochen geplante Sonderveranstaltung des Kulturbundes Rhein-Main, die der Orchester-Hilfskasse Mittel zuführen sollte, hat nunmehr im grossen Saalbausaal stattgefunden und einem zahlreichen Publikum dankbar bestätigte Freude und Erbauung bereitet. Entgegen der sonst üblichen Norm begann der Abend mit einem Instrumentälvortrag. Anni Steiger, seit Jahren als Solistin anerkannt, seit vorigem Winter dem Kulturbund als Mitglied der Streichergruppe verbunden, spielte Dvoraks Violinkonzert a-moll mit schönem Ton und kultivierter Technik. Man hat allerdings diese ausgezeichnete Künstlerin, der-herzlicher Beifall zu Teil wurde, schon mitreissender und gelöster musizieren hören. Auch die Orchesterbegleitung Hess hier bis zur letzten Exaktheit einige kleine Wünsche offen. Bravourös in jeder Beziehung war die1 Vermittlung der großen pathetischen Symphonie Tschaikowskys (h moll), in der Hans Wilhelm Steinberg mit dem glänzend gespielten Marsch des dritten Satzes, bei dem die Blechbläsergruppe betont stark in den Vordergrund gerückt war, einen spontanen Sondererfolg ei zielte. — Edith Eisenheimer (Elmer) sang den lieben alten Johann Strauss-Walzer ,,Dorfsehwalben", der so manchem von uns seit Jahrzehnten im Ohr klingt, anmutig und mit Wärme; man dankte ihr überaus freundlieh und Hess sich gern den Schlussteil wiederholen. Ein anderer Strauss'scher Walzer, einer der allerschönsten, diesmal nur für Orchester gesetzt, besehloss in prachtvoll beschwingter Wiedergabe den Abendj der — alles in allem — gezeigt hat, daß der Kulturbund Rhein-Main einen Instrumentalkörper besitzt, der unter der Leitung Hans Wilhelm Steinbergs vollwertiges künstlerisches Niveau aufweist. g. seh. Der kunterbunte Würfel im Jüdischen Kulturbund Unter dem hübschen, verheissungsvollen Titel „Der kunterbunte Würfel" — Ein Bilderbuch zu den jüdischen Feiertagen — ist in Frankfurt eine Kleinkunstbühne entstanden. Ihre Gründer, Curt Eisenberg und Fritz S c h a m e s gingen von der zutreffenden Auffassung aus, dass in unserem äusserlich und innerlich gewandelten Leben ein Kabarett im Stile der früheren Amüsierbetriebe unmöglich geworden ist. Platz ist jedoch für eine gepflegte Unterhaltung, in der sich, ernsthaft und humorvoll, Dichtung, Musik und bildende Kunst, durch die Szenik zusammengefasst, ein Stelldichein geben. Betont eine solche Klein- 1 künst überdies noch das spezifisch jüdische Element, indem sie Anregungen auch aus dem religiösen Geschehen schöpft, dann ist der -erforderliche Abstand von herkömmlichen „bunten Abenden" gesichert. Den Mitarbeitern des „Kunterbunten Würfel" sehwe"bt ein besinnliches Spiel, eine Szenik mit tieferer Bedeutung vor. Sie folgen hierin bekannten russischen Kleinkunstbühnen, die einen ausgeprägt jüdischen orientierten Vertreter in der Person des hochbegabten Nicolai Eljaschoff besitzen. Dieser bringt nicht nur die intime Kenntnis des jüdischen, insbesondere des östlichen Milieus mit, er verfügt dazu über einen Theatersinn von suggestiver Schlagkraft. Eljaschoffs Figuren haben jene Elementargewalt, die sich in der ersten Sekunde offenbart: noch bevor seine Gestalten zu reden beginnen, ist die Situation) bis ins Letzte klar. Bei den Typen des „Kunterbunten Würfel" ist diese Unmittelbarkeit, dieses Zwingende kaum jemals vorhanden. Die Ausführung bleibt vielfach noch zu sehr im Literarischen, in der Idee, stecken. Bei dem weiteren Ausbau wird die zunehmende Theaterroutine, ohne die es nun einmal nicht geht, die Wirkungsmöglichkeiten mancher Szenen noch. sicherer erspüren. 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April, 20 Uhr, Saalbau Orchester-Konzert des Kulturbundorchesters Rhein-Main Dirigent: Hans Wilhelm Steinberg Solist: Ernst Drucker — Violine Johannes Brahms: Violinkonzert D-Dur Gustav Mahler: 1. Symphonie D-Dur Donnerstag, 23. Apri', Vereinshaüs - Kammermusik-Abend Mozart: Klavierquartett g-moil Dittersdorf: Sonate für Viola Franz Schubert: Forelleriquintelt Mitwirkende: Bernhard Abramowitsch — Klavier, Anni Steiger — Violine, Richard Karp — Viola. Ary Schuyer — Cello, Ernst Böhm — Konfrabass. Dienstag, 28. April, Mitiw. 29. April Gr. Saal des Saalbaus F i d e 1 i o von Ludwig van Beethoven Musikal. Leitung: Hans Wilhelm Steinberg a Scenische Leilg.: Intendant Dr. Kurt Singer, Berlin. Gutscheine und Abbonnemenfs haben Gültigkeit für alle Veranstaltungen. Klavier- Stimmer C. SIMON Baumweg 62 Telefon 42307 i Erfolge durch Werbung im Gemeinde- Blatt. Das jüdische Blumengeschäft A. HENDLISCH Bockenheimer Landstrasse 17 (geg. Rothschild-Palais) Telefon 79554-