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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-04-01 · 7 (4.1936) · p. Seite 259

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
7 (4.1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 259 (sequence 17)
Language
German
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Seite 259 Der Regisseur, Curt Eisenberg, lässt theatermässige Darstellungen mit Vorlesungen von einem seitliehen Podium aus abwechseln. Das künstlerische Schwergewicht lag bei den Liedern und Tänzen, zu denen Herbert Fromm eine wohlgeformte, prägnant ausdeutende Musik geschrieben hat. In sie bringen die von Fritz Schames entworfenen Kostüme und Szenerien reizvolle Buntheit. Besonders freundlich aufgenommen wurden „Trendelchens" Tfinz und Liedchen und ostjüdische Gesänge, unter ihnen das bühnentechnisch sehr nett hergerichtete „Lämmchen". Matter blieb trotz, oder verschiedentlich gerade wegen der betont literarischen Haltung die Rezitation von Märchen und Legenden. Durch eine bessere Nummer sollte man vor allem die langweilige Schachbrettszene mit ihrer lähmenden Einleitung ersetzen.. Spielgewandte Frankfurter Kräfte bemühten sich mit allem .Eifer um den Erfolg. Edith Ei senheimer sang und tanzte .unter vollem Einsatz ihres sympathischen. Talents; für Hans Assenheim ergaben sich ebenfalls in Liedern ansprechende Aufgaben. Bert B ä r s Begabung für die Groteske blieb mangels stärkerer Impulse vom Stoff her im Hintergrund. Rudolf Ganz und Leni Steinberg legitimierten sich wiederum als gute Rezitatoren. Marta Eisenberg ergänzte das Ensemble vorteilhaft als sattelfeste Pianistin. Das, Publikum nahm die Darbietungen mit sehr freundlichem Beifall entgegen. A. H. Kulturbundkönzert für die Winterhilfe Der Jüdische Kulturbund Rhein-Main gab im grossen Saal des Saalbaus ein Konzert zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe. Die Veranstaltung war gut besucht, wenn auch nicht das „Ausverkauft" an der Kasse zu lesen war, das man dem guten Zweck gewünscht hätte. Immerhin ist zu hoffen, dass der Jüdischen Winterhilfe ein nahmhafter Betrag zur Verfügung gestellt werden konnte. Sanitätsrat Dr. Albert Ettlinger richtete kurze herzliche Worte des Dankes an alle, die mit dem „Einsatz der Herzen", mit Hilfsbereitschaft und Opferwillen, altjüdischer Tradition getreu, das Gelingen des Werks der Winterhilfe ermöglichten. Er dankte für das von der Gemeinschaft Geleistete und erbat weitere tatkräftige Beihilfe für die Zukunft. Das Konzert selbst zeigte das Orchester bei einer sehr gewichtigten Aufgabe auf bemerkenswerter Höhe: Beethovens Es- Dur Symphonie wurde durchaus eindrucksvoll in jenem heroischen Geist gestaltet, der dem Werk seinen Beinamen (Eroica) eingetragen hat. Sehr schön gegliedert war der berühmte Trauermarsch, in straffer Rhythmik kamen die beiden Ecksätze heraus. Demgegenüber will der kleine Schönheitsfehler nicht viel besagen, dass im Trio des Scherzo die heiklen Hörnereinsätze (die auch Orchestern von grösserer Tradition regelmässig Schwierigkeiten machen) nicht ganz nach Wunsch gelangen. Starker anhaltender Beifall rief den Dirigenten, Hans Wilhelm Steinberg, (der bei der Stabführung auf das gedruckte Notenbild Verzicht leisten „konnte) oftmals auf das Podium und dankte ihm und den ausführenden Musikern. Dem symphonischen Hauptwerk war schon ein grösserer gesanglich-instrumentaler Teil vorausgegangen. Zu Beginn hatten die „ J ü dische Chor Vereinigung" und der „ J ü d is c h e Kammerchor" „Mirjams Siegesgesang" von Franz Schubert (in Felix Motteis Instrumentierung), eine stark romantische, mitunter ari, Webers Opernstil erinnernde Komposition, mit Wärme und trefflicher Disziplin, die ihrem Leiter Dr. Nathan Ehrenreieh verdienten Beifall sicherten, vorgetragen. Solistin war hier Irma Stern-München, deren wohlgebildeter,schlanker, -allerdings nicht sehr grosser Sopran auch in dem herrlichen Duett aus der „Zauberflöte" („Bei Männern, welche Liebe fühlen") zu hören war. Ihr Partner Wilhelm G u 11 m a n n-Berlin stellte, von Hans Wilhelm Steinberg am Klavier feinsinnig unterstützt, seinen weichen ausdrucksfähigen Bariton einer Schubert-Liedergruppe zur Verfügung und gab in der bekannten Arie des Rene aus Verdis „Maskenball" durch die lebendige, aber trotzdem durchaus im Bei canto verharrende Gestaltung des von Eifersucht' gequälten Galten sein Bestes. Die Sehubertsche „Forelle" und das genial-dämonische „Flehlied" Mussergskys, das seit Schaljapin ein Bravourstück vieler Baritone! geworden ist, letzterer; zumal prächtig charakterisiert, waren gern gehörte Zugaben. E n schöner Abend, der durchweg grosse Anerkennung fand. g. sch. Kammerkunstabend in Offenbach In dem schönen. Vortragssaal des Offenbacher Gemeindehauses veranstaltete Alfred Auerbach mit einer Reihe Frankfurter Künstler einen Abend, vorzugsweise eigener Werke. Er "bezeichnete einleitend mit einem Gleichnis die Menschenliebe als BANKHAUS S. MERZBACH Gegründet 1 832 Offenbach am Main — Frankfurt am Main Frankfurter Strasse 43 Kaisersfr. 14 (Hapaghaus) das Grundmotiv der einzelnen Programmstücke. Die Solokantate „Ruth und Boas" von Rosy Geige r-K u 11 m a n n, deren Text von Alfred Auerbach verfasst ist, wurde in der vorigen Nummer unseres Blattes bereits gewürdigt und errang auch an diesem Abend wieder woldverdienten Erfolg. Die beseelte Wiedergabe der Kantate durch Käte E111 ing er, Paula Levy und Hans A s s e n h e i in brachte das zum Ausdruck, was der Komponistin bei der Gestaltung des lyrisch-dramatischen Motives vorgeschwebt sein mag. Auf die besonders voll und warm klingende Stimme Paula Levys (Ruth) sei nachdrücklich hingewiesen. Rosy Geiger-Rullmann, die die Kantate am Klavier begleitete, brachte solistisch das Prelude in e moll von Chopiu mit verinnerlichtem Spiel und vollem melodischen Anschlag zu Gehör. In den folgenden Szenen „Rahel und Jakob", „Ein Drama am Telefon" (nach Cocteau) und „Die beiden Alten" (nach S. Röhn von Alfred Auerbach stellte sich der Verfasser mit seiner Begabung als Gestalter kurzer und schlagender Bilder auf's Beste vor. Wenn auch das „Drama am Telefon" in einem solchen Rahmen nicht ganz glücklich gewählt war, so verhalf ihm Sofie Seligmann durch die' ausgezeichnete schauspielerische Leistung zu einem nachhaltenden Eindruck. In Erna Bergen lernten wir eine Begabung kennen, der die Gestaltung tragischer Konflikte wohl gelingt. Neben Ludwig Rosenbusch und Friedrich Buch in kleineren Rollen wurden Rudolf Ganz und Alfred Auerbach in den tragenden Aufgaben des letzten Einakters, der mit viel Freude aufgenommen wurde, zu den eigentlichen Stützen des Ensembles. Der wohlgelungene Abend hätte ein volles Haus verdient. E. F. Bekanntmachungen des Steueramts Alle Kultussteuer- und Gemeindiegeldzahlungen sind an die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, (Postscheckkonto Nr. 800 Ffm.) zu leisten. Ausgenommen sind lediglich Zahlungen auf Rückstände, die sich in Vollstreckung befinden. Solche Rückstände sind an die Finanzkasse zu leisten, von der sie vollstreckt worden sind. Knltnsstener und Gemeindegeld 1935/36 Die Kultussteuer- und Gemeindegeldveranlagungen sind den Pflichtigen zum grössten Teil zugegangen und sind in voller Höhe fällig. * Wir ersuchen die Gemeindemitglieder dringend, die noch bestehenden Rückstände unverzüglich zu entrichten. Nach vergeblich erMahn ungerfolgtdieBeitre ibung zuzüglich der Kosten durch die zuständige Vollstreckungsstelle des Finanzamtes. Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von 8% bis 12% Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zu gleicher Zeit statt. Für ältere und gebrechliche Personen steht der Personenanfzug zur Benutzung frei. Ffm., den 30. März 1936 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Steueramt Rech neigrabenstr. 10 Tef. 20141 Gegr. 1877 ZerBroEliene Fensterscfteitien?__oiaserg Bildereinrahmungen Dwm nur

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