Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 7 (4.1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 257 (sequence 15)
- Language
- German
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Seite 257 Auswanderer! Wie transferieren Sie Ihr Vermögen} 1) Beratung über die Einwanderungsstaaten aus eigener Landeskenntnis (Europa u. uebenee) 2) Bestmöglicher und schneller Vermögenstransfer 3) Immobilientausch bei Auswanderung Dr. jur. G. E. ROSENDAHL Voll Jurist und Vollkaufmann Devisenberater in Auswanderungs-Angelegenheiten Frankfurt am Main, Liebigstrasse 50 _Sprechstunde nur nach telefonischer Anmeldung — Tel. 77128 Die Jüdische Winterhilfe in Hessen-Nassau Als im .Oktober 1935 bekannt wurde, daß die Juden nicht mehr vom Winterhilfswerk des deutschen Volkes erfasst werden sollten, stand man vor der Aufgabe, binnen kürzester Frist eine zweckmäßige Organisation zur Durchführung einer jüdischen Winterhilfe zu schaffen. Dabei waren in der ProvinzHessen- Nassau mit ihren rund 200 Gemeinden, von denen die meisten Landgemeinden sind und daher in organisatorischen Angelegenheiten nur geringe Erfahrung haben, besondere Schwierigkeiten zu überwinden. Es kam hinzu, dass die gesamte Arbeit für diesen Bezirk mit Ausnahme der Grossgemeinden Frankfurt und Wiesbaden von einer Stelle aus zu leisten war. Deshalb wurde der ganze Bezirk in 60 Kreise eingeteilt, denen wiederum eine Anzahl von Gemeinden unterstanden und die jeweils von einem Kreisobmann verwaltet wurden. Ferner wurden 2 Kibbuzim direkt von der Frankfurter Zentrale aus betreut. Durch guten persönlichen Kontakt zwischen Kreisobleuten und der Zentrale beim Provinzialverband für Jüdische Wohlfalirtspflege in, Hessen-Nässau, Frankfurt a. Main, gelang es jedoch, die gestellten Aufgaben zu bewältigen. Insgesamt standen 178 Helfer zur Verfügung, davon 2 besoldete und 176 ehrenamtliche Kräfte. Von den 9.075 jüdischen Seelen Hessen-Nassaus (ohne Frankfurt und Wiesbaden) wurden im Monat Februar 1936 betreut: 933 Familien mit insgesamt 2333 Personen. Die Unterstützten erhielten monatliehe Zuwendungen von Lebensmitteln und Kartoffeln. In den Monaten November, Januar und März wurden je 1 Zentner Kohlen pro Haushalt und in den Monaten Dezember und Februar je 2 Zentner ausgegeben. Zu Chanukkah fanden an zahlreichen Orten besondere Feiern statt, Kinder wurden beschenkt und alle betreuten Familien erhielten zusätzliche Lebensmittelpakete. Für Pessach ist eine ausreichende Versorgung der Unterstützten mit Mazzen gesichert. Weiterhin wird den Winterhilfsempfängern die Möglichkeit geboten, Tafelfett „koscher al pessaeh" zu einem verbilligten Preis zu beziehen. Jüdische Kaffeehändler aus San Salvador stellten der Jüdischen Winterhilfe in Deutschland eine Sendung Kaffee zur Verfügung, die auch allen Betreuten des Bezirkes Hessen-Nassau zugute kam. Schliesslich wurden alle vom J. H. W. «rfassten Familien reichlich mit neuen Kleidungsstücken, Schuhen, Wäsche und dergl. bedacht. Dank der verantwortungsbewussten Mitarbeit der ganzen jüdischen Bevölkerung Hessen-Nassaus war es möglich, den notleidenden Kreisen unserer Gemeinschaft eine fühlbare Hilfe zuteil werden zu lassen. Nachdem diese Arbeit jetloch nunmehr ihrem Ende zugeht, stehen wir vor der schweren Frage, was in Zukunft werden soll. Es ist bereits in Aussicht genommen, die Sammelaktion für „Hilfe und Aufbau" in den Sommermonaten wesentlich zu verstärken, um dadurch den bedürftigen Familien weitere Unterstützung gewähren zu können. Man darf daher annehmen, dass die grosse Opferbereitschaft, die die Juden Hessen- Nassaus im Verlauf des Winters gezeigt haben, auch in den Sommermonaten für Hilfe und Aufbau in vollem Umfange eingesetzt werden wird. Hebr. Buchhandlung Bergmann Franklurt-M., AIlerhelligenstr.45,T. 21561 empfiehlt für HC 9 *» •jjn.von ,ehmann . RM. 5.— a»WTWJ mit niisn in pi-pb mit nnv. verschied. Preislagen Jliajlt von Schle- ' .RM.5.50 nun roa Rabb. Dr. S. 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