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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-03-01 · 6 (3.1936) · p. Seite 222

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
6 (3.1936)
Date
1936-03-01
Page
Seite 222 (sequence 20)
Language
German
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Seite 222 Bekanntmachungen des Steueramts 11 Alle Kultussteuer- und Gemeindlegeldzahlungen sind an die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, (Postscheckkonto Nr. 800 Ffm.) zu leisten. Ausgenommen sind lediglich Zahlungen auf Rückstände, die sich in Vollstreckung befinden. Solche Rückstände sind an die Finanzkasse zu leisten, von der sie vollstreckt worden sind. Kultussteuer und Gemeindegeld 1935/36 a) Veranlagte. (Frühere Finanzamt-Veranlagte.) Die Kultussteuer- und Gemeindegeldveranlagungen sind den Pflichtigen zum grössten Teil zugegangen. Die erste Vierteljahrszahlung war am 10. Juni, die zweite am 10. September, die dritte Rate am 10. Dezember 1935 fällig. Die vierte Rate wird am 10. März 1936 fällig. Diejenigen Steuerplfichtigen, denen ein Veranlagungsbescheid pro 1935 nicht zugegangen ist, haben zu den regelmässigen Zahlungsterminen' (10. 6., 10. 9., 10. 12. 1935 und 10. 3. 36) Vorauszahlungen in der Höhe eines Viertels der gesamten Kultussteuer 1934 (einschliesslich Nachveranlagung, zu leisten. b) Nnr-Lohnsteuerpflichtige Die Veranlagungen wurden den Pflichtigen im Laufe des Monats Juli 1935 zugesandt. Die erste Rate war binnen1 zwei Wochen nach Zustellung der Veranlagung, die zweit© bis zum 1. November 1935 (unter Angabe der Steuernummer) zu entrichten. c) Nur Gemeindegeldpflichtige Gemeindegeldpflichtig ist jedes volljährige Gemeindemitglied ohne, Rücksicht darauf, ob es irgendwelche Reichs- oder Kultussteüern entrichtet. Für Ehegatten, die nicht getrennt zur Kultussteuer veranlagt sind, wird das Gemeindegeld nur einmal veranlagt und erhoben. Die Veranlagungen wurden den Pflichtigen im Laufe des Monats Juli 35 übersandt. Das Gemeindegeld ist 4 Wochen nach Zustellung des Bescheides fällig geworden. * Wir ersuchen die Gemeindemitglieder dringend, die in den Veranlagungsbescheiden, bezw. in der vorstehenden Bekanntmachung verzeichneten Zahlungstermine genauestens innezuhalten. * ■ > - " . Nach vergeblich er Mahnungerfol g-t d ieBeitreibung zuzüglich der Kosten durch die zuständige Vollstreckungsstelle des Finanzamtes. ,. * Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von 8J£ bis 12 % Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zu gleicher Zeit statt. ■'. Für ältere und gebrechliche Personen steht der Personenaufzug zur Benutzung frei 5 Ffm., den 27. Februar 1936 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Steueramt Amtliche Bekanntmachungen der Jüdischen Winterhilfe, Frankfurt a. M. Postscheck-Konto Nr. 66600 Frankfurt-M. Telefon Nr. 26703 Beiträge Ein grosser Teil unserer Geber hat mit der Beitragszahlung erst im November 1935 begonnen. Da sich die Tätigkeit der Winterhilfe jedoch auf sechs Monate erstreckt, bitten wir darauf zu achten, daß der Jüdischen Winterhilfe auch für sechs Monate die zugesagten Beiträge zur Verfügung gestellt werden. Eintopf- und Pfundsammlung Beide Sammlungen werden im Monat März als eine einzige Sammlung im besonderen Hinblick auf die PURIM- und PES- SACHtage durchgeführt. (Vgl. Aufruf auf der 1. Seite des Gcmeindeblattes). Die Sammlung findet am Sonntag, den 8. März 1936, vormittags zwischen 10-1 Uhr statt. Wir bitten, die Spenden bereit zu halten. Ausgabe der Gutscheine Die Ausgabe von Kohlen- und Lebensmittelgutscheinen für den Monat Februar hat am 17. Februar 1936 stattgefunden. Der Ausgabeplan für die März-Gutscheine wird rechtzeitig durch Aushang in den Synagogen, Wohlfahrtsstellen und im Gemeindehaus bekannt gegeben. Sitzung vom 16. Januar 1936 Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer Der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbaeh, eröffnete in Anwesenheit von 26 Gemeindevertietern und S Mitgliedern des Gemeindevorstands die Sitzung. Es erfolgt die Wahl des Büros der Gemeindevertretung in der üblichen Weise. Auf Vorschlag des* Herrn Dr. Mainzer namens der Wahlvorschlagskommission werden durch Zuruf gewählt: zum Vorsitzenden Herr Dr. Richard Merzbach: zu stellvertretenden Vorsitzenden die Herren Felix Meyer und Gerlich, zu Schriftführern die Herren Dr. Heiner Mayer, Dr. Schönberg und Rechtsanwalt Moser. Die Wahl der Kommissionen und Delegationen wird auf Antrag der Herren Dr. Mainzer und Dr. Pomeranz bis zur Erledigung der interfraktionellen Verhandlungen, spätestens bis zum 29. Februar des Js. vertagt. Einige kleine Vorlagen des Vorstands, betr. die Bewilligung eines Betrages von RM. 1.500.— für den „Po n d s für arme K r a & k e" des Krankenhauses, die Ueberlassung von Räumen im Hause Hans Handwerkstrasse 30 an die Jeschiwa sowie die Uebernahme von 15 im Eigentum der Senkenberg'sehen Stiftung stehenden Bildern Frankfurter jüdischer Ärzte als Leihgabe, werden debattelos angenommen. Mit der Prüfung der vorgelegten Jahresrechnung für das Rechnungsjahr 1934/35 werden die Herren Ferdinand Stiefel und Felix Meyer beauftragt. Hieran schloss sich eine nichtöffentliche Sitzung. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung (Mittwoch, den 26. Februar 1936), über die der übliche ausführliche Bericht erst in der nächsten Nummer unseres Blattes erseheinen wird, weil er bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag, wurde bei Gelegenheit des Punktes „Kommissionswahlen" von der Fraktion der Jüdischen Volkspartei durch ihren Vorsitzenden, Herrn Dr. P onieranz, folgende Erklärung verlesen: „Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei hat vor ca. 2 Jahren den Beschluss zur Verlängerung der Legislaturperiode der Gemeindevertretung unter Protest hingenommen. Sie hat in ihrer formulierten Erklärung am gleichen Abend als dieser Beschluss gefasst wurde, den Anspruch erhoben, daß eine Neugestaltung der verwaltenden und gesetzgebenden Körperschaften der Gemeinde die unbezweifelbaren geistigen und strukturellen Veränderungen in Betracht ziehen müsse, die sich innerhalb des mehr als zehnjährigen Zwischenraumes seit der letzten Wahl vollzogen haben. Der Vorsitzende der Fraktion hat diesen Anspruch im vorigen Jahre bei der Etatberatung in aller Ausführlichkeit .neuerdings erhoben und den Beginn von Verhandlungen vorgeschlagen, die dann auch stattgefunden haben. In Anlehnung an die Grundsätze, die auch in der Kundgebung der Reichsvertretung vom Herbst 1935 ausgesprochen waren, haben wir versucht, den Gedanken durchzusetzen, dass diejenige Gruppe, die zu den wesentlichen Lebensfragen der jüdischen Gemeinschaft seit Jahrzehnten die entscheidenden Gedanken geäussert hat, auf dem Gebiete des Schul- und Erziehungswesen, auf dem Gebiete der konstruktiven Sozialpolitik, in den Fragen der Berufspolitik usw., auch das Recht haben müsse, an der Führung der Gemeinde nicht in Minoritäts-

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