Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 5 (2.1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 174 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 174 Helft uns im Kampf gegen Hunger und Kälte Jüdische Winterhilfe, Postscheck-Konto Frankfurt-M. 66600 Moses erwiderte: „ Gott ruft mich und ich fürchte den Tod." „Wäre es möglich", rief die Frau, „daß auch derjenige, der mit Gott gesprochen, das Los der Sterblichen teilen sollte?" „Ja", sagte Moses, „er soll und wird sterben, wie auch Abraham und alle anderen Propheten gestorben sind." Moses fragte dann: „Wo sind unsere Kinder?" Die Frau antwortet«: „Sie schlafen schon." Dr. verlangte er stürmisch nach ihnen, und sie ging weinend an das Lager der Kinder, weckte sie vom Schlaf, fasste sie an den Händen und sprach zu ihnen: „Kommt zum Vater und weint um ihn. denn er wird bald für immer von uns scheiden!" Als die Kinder das verstörte Aussehen des Vaters bemerkten, fielen sie aufs Antlitz und begannen bitterlich zu weinen. Da weinte auch Moses und klagte: „Wehe, wehe, wir müssen von einander scheiden," und auch die Mutter stimmte schluchzend in die Klage ein und rief: „Wehe! Wehe! Wir sehen uns nie wieder!" Und Moses nahm seine Söhne, den jüngeren Elieser auf das rechte und den älteren Gerson auf das linke Knie und segnete sie. Da sprach der jüngere zum älteren Bruder: „Von nun ab, da der Vater von uns scheidet, werden unsere Feinde uns fortjagen, und selbst die einst als unsere Freunde galten, werden sich nicht scheuen, uns Böses anzutun." Als Moses seine Kinder so reden hörte, begann er aufs neue zu weinen, und auch Himmel und Erde weinten mit ihm. Da sprach der Ewige zu Moses: „Warum weinst Du? Wird Dir die Trennung von der Erde so schwer? Fürchtest Du so sehr den Tod?" „Herr!" erwiderte Moses, „Mein Schwäher Jitro ist tot, auch mein Bruder Aaron ist gestorben, und wenn auch ich nun sterben soll, wer wird sich der Meinen annehmen?" „Siehe," sprach darauf der Ewige, „als Du geboren wurdest und Deine Mutter Jochebeth Dich in ein Schifflein legte und es im Schilf des Nils zurückliess, vergass ich Dein? War ich es nicht, der Pharao den Mund schloss und im Herzen seiner Tochter Tarmuth die Liebe zu Dir nährte, eodaß sie Dich betrachtete, als wärest Du ihr eigen Kind und vierzig Jahre lang Dich beschützte? So richte Dich doch auf, nimm Deinen Stab und spalte den Nil!" Mose tat, wie ihm befohlen ward, und er fand in der Tiefe des Nils einen grossen rollenden Stein. Und wieder sprach der Herr: „Spalte auch den Stein!" Da spaltete Möses den Stein und gewahrte in dessen Höhlung ein auf grünem Gras ruhendes Würmchen, und er hörte, wie es sprach: „Gelobt sei der Herr, der mich auch in der Tiefe des Meeres nicht verlassen hat!" Und wiederum sprach Gott zu Moses: „Du hast Dich nun überzeugt, dass ich das Würmchen in der Tiefe des Meeres und in der Höhlung des Steines nicht vergessen habe, und Deiner Kinder sollte ich vergessen? 0 nein! Sie werden, wie das Würmchen, zu mir beten, und mir ein heiliges Unterpfand sein. Nun aber zögere nicht, küsse Deine Kinder und Deine Frau, denn schon nähern sich, die Deine Seele lösen sollen, und nie wieder wirst Du hierher zurückkehren!" Da umarmte ihn seine Frau zum letzten Mal und weinte an seinem Halse. Dann verliess Moses sein Haus, seine Frau und seine Kinder und irrte auf einem ihm unbekannten Weg traurig und mutlos dahin. Plötzlich stiess er auf drei stattliche junge Mäaner, d;e avf freiem Felde ein Grab höhlten. Er bot ihnen Gottos Fr joden zum Gruss und fragte sie, für wen sie das Grab errichteten. Und sie antworteten: „Für einen Mann, der ein Liebling Gottes ist." „Wenn dem so ist," sprach Moses, „so will ich mit Hand anlegen." Als sie bald darauf mit der Arbeit fertig waren, sprach Moses: „Nun bringt den Mann, den ihr bestatten wollt!" Da entgegneten die Männer, welche Engel waren: „Noch wissen wir nicht, ob das Grab für den Mann passen werde. Da aber Du in Deiner Grösse dem Manne gleichst, so bitten wir Dich, in das Grab zu steigen, damit wir das richtige Mass fest»- stellen können." Moses stieg in das Grab hinab, aber darinnen fand er den Todesengel, der ihm zurief: „Friede sei mit Dir, Moses ben. Amram!" „Der Friede", waren jetzt Moses letzte Worte, „komme über Dein Haupt!" Da starb Moses, und die Engel begruben ihn.... SIEGMUND GOLDSCHMIDT INHABER ALBERT HERRMANN + KAISERSTRASSE 14 INVENTUR¬ VERKAUF MORGENRÖCKE / PYJAMAS / LEIBWÄSCHE TISCHWÄSCHE TASCHENTÜCHER 3 grosse Schaufenster zeigen Ihnen: RenaUlt Der Wagen der Welt! BMW Der Schnelle unerreichte! flUSlfO B-'Mer-Steyr Die Sonderklasse im Autobau! F^fc 3 fl O W$ PH Der luftgekühlte Lastwagen ohne Ansprüch e! AUTOHAUS E. H. DEP1REUX Niddjstrasse 72 (Ecke Hohenzollernstr.) Telefon 73854 «. Reparaturen — Zubehör — Amerik. Firestone u. Semperit-Reifen