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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-12-01 · 3 (12.1935) · p. Seite 124

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
3 (12.1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 124 (sequence 38)
Language
German
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Seite 124 iliren Vereinen aufmerksam zu pflegen. Frau Dr, Badt-Strauss machte Vorschläge für Lerngemeinschaften, für Vorträge zu den Problemen des Tages, wie Fürsorge, Hauswirtschaft, Erziehungsfragen und darüber hinaus gemeinsame Beschäftigung mit dor Bibel und der jüdischen Geschichte. Die Aussprache nach diesem Vortrag behandelte noch von weiteren Gesichtspunkten aus die Arbeit in den Ortsgruppen und Vereinen, wie sie für den kommenden Winter notwendig und wünschenswert erscheint. Über die Grenzen der heimischen Arbeit hinweg führte das Referat von Frau B e r ge 1-Gronemann „Die Bedeutung der Jugend-Alrjah". Sie schilderte die Tätigkeit der Jugendhilfe in Berlin, die für die Verbringung der 15-17 jährigen nach Palästina sorgt, sie berichtete von der Vorbereitung in den Bathe Chaluz und erzählte anschaulich über das Leben und die Arbeit in den Kibbuzim, das ein Leben für Thora und Awodah — Lehre und Arbeit — bedeuten soll Den Abschluss der Tagung bildete ein zusammenfassender Vortrag der Bundesvorsitzenden Frau Ottilie Schoenewald „Weg in die Zukunft". Mit dem Rückblick auf die arbeitsreiche Tagung, erfüllt von Vorschlägen, Plänen und gutem Willen, um Praktische Fest-Geschenke Entzückendes Nachmitt. Kleid Flamlsol mit Handschaharm viele Modefarben warmer Morgen Rock Kunstseide mit warm. Abseite, schöne Farben 9.35 I Moderner Sport-Mantel ganz gefüttert - aus warm. Marengostotf moderner 5.25 FUHRLÄNDER 16.2 Revers-Pelz-Kragen /t 50 ottc Caa11rottSn_C4{tMr»n * aus Sealkanin-Stücken Inh. L. u. A. B e c k h a r d t, GEGRÜNDET 18 6 0 die Schwierigkeiten um uns herum zu meistern, war ein Ausblick verbunden, eine Ausschau, die trotz allem Hoffnung und Mut in der verschleierten Zukunft geben soll. Und hier liegt die grosse Aufgabe des jüdischen Frauenbundes: in seiner Organisation die Frauenkräfte zu vereinigen zu einer immerwährenden Hilfe für einander und zur Erziehung an sich selbst Die Gemeinschaft gibt uns Allen und Jeder Einzelnen die Kraft. Frau Schoenewald schloss mit den Worten: Unser Ziel — das Judentum. Unser Weg — Hinauf! Stephanie Forchbeimer Bei Freunden in Erez Tsrael Schabbat scbalom! Lange vor Sonnenuntergang kehren die Arbeiter heim, werden die Geschäfte geschlossen, verschwinden die Autobusse von den Strassen. Posaunenstösse verkünden den Beginn des Euhetages: Schabbat in Erez Israel! In Jerusalem! Durch den sorgsam gepflegten Garten, in dem die Blumen trotz vielmonatlieher Hitze noch immer blühen, komme ich in die einladend geöffnete Halle des alten, arabischen Hauses. Die Freunde sind festlich gekleidet, die Freitagabendlichter stehen angezündet auf dem Tisch und mahnen zu innerer Sammlung, zur Heiligung des Schabbat durch Arbeitsruhe. Der Frieden einer umsorgten Kindheit steigt vor mir auf. Länger als ein Menschenalter haben sich die Freunde auf Erez Israel vorbereitet. Theodor Herzls Tagebücher, die aufgeschlagen liegen, spiegeln den Kampf wider, den sie in der Galuth selbst mitgekämpft haben. Schon lange vor ihrer Übersiedlung sind sie der Entwicklung nachPalästinenser geworden. Sie leben heute eingeordnet, entspannt, wunschlos in ihrer Heimat. Besucher, die sehr zahlreich zu ihnen kommen, nehmen an diesem Frieden teil und sammeln Kräfte für den Alltag. Nirgendwo ist mir eine PRALINEN fj GEBÄCK Eigene Herstellung — Täglich frisch KARL GUNDLACH Gr.Bota!]«Slr. 523^ ähnliche Ausgeglichenheit der Lebensform und Weltanschauung begegnet, wie bei diesen „alten Palästinensern". Der Alltag! Ueberall überwältigt die Emsigkeit des Aufbaues, das Ordnung machen ohne Ende, der bienenhafte Fleiss von Menschen, die das Ziel sehen und keine Zeit verlieren wollen, es zu erreichen — Menschen, die zum grossen Teil ohne die innere Hachscharah in dieses Land kamen, um sich und ihren Kindern eine Existenz aufzubauen. So sind andere Freunde für das. neuerstandene Gasthaus tätig ohne Arbeitspause, ohne Ruhetag — ihnen bleibt keine Zeit zur inneren Sammlung. Tag für Tag ein Gehen und Kommen der Gäste, von. früh um 6 Uhr bis spät in die Nacht. Der Seltenheitswert der „gutbürgerlichen Küche" in Ramoth Haschawim hat ihm schnell über die Siedlung hinaus, auch bei den Reisegesellschaften einen Ruf gesichert, und die Bereitschaft der Menschen, sich durch kulinarische Genüsse der guten Zeiten zu erinnern, ist gross. Wie erstaunt war ich, an einem einfachen Wochentag einen nach besten Regeln erstandenen Streusseikuchen aus dem Backofen kommen zu sehen! Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht durch die Siedlung: „Heute frischer Streusseikuchen"! Und die Gäste kamen in grosser Zahl. Die Wortreklame tut ihre Wirkung. Die Arbeitskräfte sämtlicher Familienmitglieder reichen nicht , aus, um -das tägliche Pensum zu bewältigen. „Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus", wenn auch auf palästinensische Weise. Die Küche wird aus einem bisherigen Wohnzimmer in einen neuerrichteten eigenen Kochraum verlegt; die in einiger Entfernung vom Haus auf dem Grundstück stehenden Möbel-Lifts werden als Wohngelegenheit an Dauergäste vermietet oder als Vorratsraum verwandt Die Nelken-, Agaven-, Kakteen-Anpflanzungen vor dem Haus mit den Gartentischen und Stühlen lassen ahnen, wie aus dem Gasthaus einmal der „Luftkurort Ramoth Haschawim" erstehen wird — die bequemen Liegestühle sind schon da! Bewundernswert wie man sich allgemein den Anforderungen fügt, die das so ganz anders gestaltete Leben Palästinas stellt, wie sich die Vorzüge besonderer Fähigkeiten auswirken und wie über den früher geübten Beruf hinaus sich eine Umschichtung vollzieht, die in vollem Umfang dem Aufbau zugute kommt. Hedwig Levi-Michel Besuchen Sie bitte Damen - Herren- Friseur LEOPOLD GONDER Moselstrasse 28. Ecke Kaiserstr. Telefon 31860 Herrenhemden nach MaB Anfertigung v. 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