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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-12-01 · 3 (12.1935) · p. Seite 115

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
3 (12.1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 115 (sequence 29)
Language
German
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Seite 115 PRANKFURT *H. BLEIDENSTR.3*5 SCHENKEN SIE PRAKTISCH! HANDSCHUHE, STRÜMPFE, SCHALS, BLUMEN GÜRTEL SPITZENSTOFFE, PELZSTOFFE, UND NOCH VIELES MEHR scher Kulturbünde, der 110.000 Juden als Mitglieder umfasse. Reichskulturwalter Hinkel bezifferte die Zahl der durch den Reichsverband Beschäftigten auf etwa 660 Personen. Sie könnte noch grösser sein, so sagte er, wenn sich die bisher abseits stehenden Juden der Organisation anschlössen. Wenn daher von gewisser Seite Klage geführt werde, wie schwer es sei, die Sicherung der aus dem deutschen Kulturleben ausgeschiedenen jüdischen Einzelpersonen zu gewährleisten, so müsse darauf erwidert werden, daß es schliesslich eine Frage der Disziplin der Juden selbst sei, ob eine stärkere Beschäftigung der jüdischen Künstler in Deutschland möglich ist. Reichskulturwalter Hinkel machte weiter Mitteilung von der Absicht des Reichsverbandes, eine Vereinigung der bildenden jüdischen Künstler in Deutschland zu schaffen, die durch Ausstellungen usw. vor dem Publikum des Reichsverbandes die Beziehungen der bildenden Kunst zum Publikum im jüdischen Bezirk pflegen soll. Geplant sei auch die Bildung eines Reichsbundes jüdischer Tonkünstler, in dem die bisher dem Berufsstand deutscher Komponisten angehörenden Schaffenden sowie die bisher der Reichsmusikkammer angehörenden jüdischen Musikpädagogen zusammengefasst werden sollen. Durch Festsetzung einheitlicher Ausführungstantiemen, Vermittlung von Schülern und Festsetzung von Mindesthonoraren soll hier eine Regelung erfolgen, die den Angehörigen dieses Berufszweiges eine entsprechende Honorierung siehern. Schliesslich beabsichtige der Reichsverband, ein ständiges Kabarett einzurichten. — Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt mit: In Vereinbarung mit . dem Geheimen Staatspolizeiamt hat die zuständige Stelle im Reichs- ] ministerium für Volksaufklärung und Propaganda allen jüdischen > Künstlern das Führen von sogenannten Künstlernamen; (Pseudonymen)untersagt. Das Verbot gilt auch für die im Rahmen des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde tätigen nichtarischen Personen. — Auf einer Tagung der Jewish Agency und des Präsidiums des Keren Hajessod für Deutschland in Berlin wurden nach Entgegennahme verschiedener Referate und einer anschliessenden Aussprache grundlegende Beschlüsse über die Reorganisation der Palästina-Arbeit in Deutschland gefasst. Die Tagung stand unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Leo Baeck, Dr. Friedrich Brodnitz gab einen Bericht über die IV. Council- Tagung der Jewish Agency in Luzern. Dr. Martin Rosenblüth- London, der Leiter der Zentralstelle für Änsiedlung deutscher Juden, „ berichtete sodann über die Tätigkeit seiner Abteilung. Am Nachmittag hielt Dr. Michael Traub einen Vortrag über die konstruktiven Aufgaben und die Leistung des Keren Hajessod in den letzten 15 Jahren und legte die Ziele der Keren Hajessod- Arbeit in der nächsten Zukunft unter besonderer Berücksichtigung der Erfordernisse für die Änsiedlung von Juden aus Deutschland dar. Die Aussprache wurde von Rabbiner Dr. Jacob Hoffmann-Frankfurt a. M. eröffnet/der auf die verstärkte Werbearbeit der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in liberalen und extremliberalen Kreisen mit Unterstützung des RjF. hinwies. An den . Keren Hajessod richtete der Redner den Apell, noch weitherziger als bisher auch für religiöse Aufgaben, insbesondere für die Errichtung und Erhaltung von Synagogen und Lehrhäusern Sorge zu tragen. Dr. Leo Baeck verlas am Schluss einer längeren Diskussion die nachstehenden Resolutionen, die einstimmig angenommen wurden: 1.) Die Tagung der Jewish Agency-Gremien und das Präsidium des Keren Hajessod für Deutschland, die am 24. November 1935 stattfand, nimmt mit besonderer Genugtuung den Beschluss der Reichsvertretung der Juden in Deutschland zur Kenntnis, sich dem Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. in corpore anzuschliessen und die jüdischen Gemeinden nachdrücklich aufzufordern, ihrem Beispiel zu folgen. Sie erblickt in diesem Beschluss die Willenskundgebung, der Vertretung der Juden Deutschlands gemeinsam mit dem Präsidium des Keren Hajessod in Deutschland seine dem Aufbau Erez Israels dienende Arbeit mit allen Kräften zu unterstützen. Sie fordert das Präsidium des Keren Hajessod auf, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine entsprechende Beteiligung der jüdischen Gemeinden Deutschlands am Etat des KH herbeizuführen und insbesondere auf ihre aktive Teilnahme an der Aktion des Keren Hajessod zur Änsiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina hinzuwirken. 2.) Die Tagung der Jewish Agency beauftragt das Präsidium des Keren Hajessod der Aufgabe einer Aktivierung der zentralen und örtlichen Instanzen der Jewish Agency besondere Aufmerksamkeit zu widmen. 3.) Die Tagung der Jewish Agency verpflichtet die Mitglieder der auf ihr vertretenen Gremien, sich mit allen Kräften für den Keren Hajessod und insbesondere für das volie Gelingen einer Aktion zur Änsiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina einzusetzen. Im Anschluss daran erklärte Dr. Baeck, daß die Tagung den Standpunkt Dr. Hoffmanns in Bezug auf religiöse Aufbau-Arbeit teile. Zum Präsidentenides Keren Hajesso.d in Deutschland wurde Rabbiner Dr. Leo Baeck gewählt. Vizepräsidenten sind: Dr. Rudolf Callmann-Köln, Dr. Siegmund Wassermann,Dr. Siegfried Moses und Dr. Michael Traub. Ferner gehören dem Präsidium als Mitglieder an: Dr. Eli Ascher, Dr. Friedrich Brodnitz, Carl Goeritz-Chemnitz, Lola Hahn-Warburg, Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirsch, Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann-Frankfurt a.M., Rabbiner Dr. Grünewald-Mannheim, Dr. Franz Meyer, Dr. Egon Rosenberg und Friedrich A. Straus-Karlsruhe. — Aus Anlass des 15jährigen Bestehens des Keren Hajessod hatten das Council der Jewish Agency in Deutschland, das Präsidium des Keren Hajessod für Deutschland und die ZVfD. zu einer grossen Jxibiläumskundgebung geladen, die weite Kreise der Berliner Judenheit und viele Gäste aus der Provinz vereinte. Zahlreiche Persönlichkeiten des jüdischen Lebens waren erschienen, so u. a. ausser den Vertretern der Organisationen, die im Laufe des Abends das Wort ergriffen, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee für den Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Herr Max M. Warburg für den Hilfsverein der Juden in Deutschland, Justizrat Dr. Brodnitz für den Central-VereiD und Dr. Finkel für die Grossloge. — Der zweite Gemein de abend der Berliner Jüdischen Gemeinde war dem Thema Palästinawanderung gewidmet. — In Berlin fand unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Rau eine Arbeitstagung der Mitarbeiter des Palästinaamtes aus dem Reiche statt, an der über 120 auswärtige Vertrauensleute teilnahmen. — Der Sportführerrat des Sportbundes des RjF hat die Schaffung eines eigenen Leistungsabzeichens des Sportbundes des RjF beschlossen. Die Bestimmungen für seine Erlangung werden sich, von einigen Abweichungen abgesehen, an die des allgemeinen Turn- und Sportabzeichens halten. — Das zweite Semester des im vergangenen Jahre gegründeten Rambam-Lehrhauses in Berlin, das sich auf die gesetzestreuen Kreise der Berliner Judenheit stützt, wurde mit einem Vortrag von Rabbiner Dr. J. Hoffmann-Frankfurt a. Main, Mitglied des Präsidialausschusses der Reichsvertre- Der Weg in meine Etage lohnt sich! äntel und Jacken I Silber- und Blau-Füchse — Moderne Besätze Umarbeitung nach neuesten Modellen n. L Billigste Preise 1 BietoiflSSe L L EL Tel 2543* fc* ii^-f^BP^

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