Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 3 (12.1935)
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 114 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 114 Deutschland. Berlin. Der Reichs- und preussische Wirtschaftsminister hat folgendes Schreiben an die Reichswirtsehaftskanimer gerichtet: „Die Nürnberger Gesetze und die demnächst ergehenden Ausführungsbestimmungen werden auch gewisse Neuregelungen in der Stellung der Juden im Wirtschaftsleben nach sich ziehen. So lange diese gesetzliche Regelung nicht erfolgt ist, haben alle Massnahmen nachgeordneter Stellen gegen jüdische Geschäfte unterbleiben. Ich ersuche, die Gruppen der gewerblichen Wirtschaft hiervon in Kenntnis zu setzen." — Das Deutsche. Nachrichtenbüro teilt mit: „In ausländischen Blättern sind Meldungen verbreitet, denen zufolge das Propagandaministerium seine nachgeordneten Dienststellen angewiesen habe, die Namen im Kriege gefallener Juden von Kriegerdenkmälern und Gedenktäfeln zu entfernen. Gegenüber diesen Meldungen wird amtlich festgestellt, daß eine solche Anweisung nicht ergangen ist. — Der Stellvertreter des Reichsjuristenführers hat folgende Anordnung erlassen: „Diejenigen freiberuflichen Mitglieder des DNSBJ, die etwa noch mit Juden oder Halbjuden ass o zier t sind — insbesondere Rechtsanwälte, Patentanwälte und Wirtschaftsrechtler —, haben diese Sozietät zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufzulösen. Soweit die Lösung eines solchen Sozietätsverhältnisses nicht bis spätestens 1. April 1936 -möglich sein sollte, ist in jedem Einzelfall unter Angabe der Gründe auf dem Dienstweg zu berichten. Zuwiderhandlungen sind ehrengerichtlich zu ahnden." — Nach einer Meldung des „Deutschen Nachrichtenbüros" hat Reichswirtsehaf tsminister Dr. Schacht angeordnet, daß die amtlieh bestellten jüdischen Kursmak- 1 e r und Kursmaklerstellvertreter an allen deutschen Börsen mit Wirkung vom 22. November aus ihrem Amt ausscheiden, da öffentliche Ämter nach der ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 nur noch von Reichsbürgern bekleidet werden dürfen. Die Tätigkeit der jüdischen Börsenbesucher bleibt im übrigen unberührt. — Geleitet von dem Wunsche, eine vom Vertrauen der gesamten Gemeinde getragene Führuiig der Geschäfte herzustellen; haben sämtliche Vorsteher der Gemeinde Berlin sowie die Vertreter aller Fraktionen der Repräsentantenversammlung Beratungen gepflogen, in welcher Weise und Form das erstrebte Ziel erreicht werden kann. Hierbei ist von der Voraussetzung ausgegangen worden, daß keiner der in der Gemeinde bestehenden Richtungen ein für sie nicht tragbares Opfer zugemutet werden soll und daß alles zu. geschehen hat, ein friedliches und freundschaftliches Zusammenarbeiten aller Richtungen unter Anerkennung ihrer völligen Gleichberechtigung in der Gemeinde zu gewährleisten. In Ausführung dieser. Grundsätze ist eine Vereinbarung getroffen worden, deren wesentlicher Inhalt-die Anerkennung des sogenannten Fifty-Fifty Prinzips bei der Besetzung des Gemeindevorstandes und eine entsprechende Verteilung der Dezernate des Gemeindevorstandes ausmacht. — Wie die Reichsvertretung der Juden in Deutschland mitteilt, hat sich auch die Vertretung der UnabhängigenJüdischenOrthod.o x i e Deutschlands dem Aufruf der jüdischen Organisationen für die jüdische Winterhilfe angeschlossen. Damit haben sich der Reichsbund gesetzestfeuer jüdischer Gemeinden in Halberstadt, die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums e. V. in Frankfurt/Main und die Landesorganisation der Agudas Jisroel.in Deutschland in der Dienst der Winterhilfe gestellt. — Die Pressestelle der Reichsvertretung teilt mit: Herr Max Kauffmann bezieht sich bei einer von ihm aufgegebenen Zeitungsanzeige, sowie in einem Werbeschreiben auf einen Auftrag, den er von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland zur Sammlung nichtariseher Musiker erhalten habe. Wir stellen fest, daß ein solcher Auftrag von der Reichsvertretung nicht erteilt worden ist. — Die „Berliner Illustrierte Nachtausgabe",, veröffentlicht den Inhalt einer Unterredung, die Reichskulturwalter Hans Hinkel einem Schriftleiter des Blattes gewährt hat. In ihr schildert Reichskulturwalter Hinkel Entstehung und Aufbau des Berliner Kulturbundes und des Reichsverbandes Jüdi- Palästina Die kürzeste und bequemste Verbindung über Triest mit den, 8000 BRT (12000 Tonnen Wasserverdrängung) großen, vollständig neu eingerichteten Schnelldampfern Gerusalemme * Galilea * Palestina Erste Klasse und Touristenklasse Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Hai f a I. Klasse RM 311— inkl. Taxen Tour.-Kl. RM. 115.— InkJ. Taxen Auf Wunsch rituell« Verpflegung Abfahrten von Triest jeden Mlttwooh und Jeden zweiten Freitag, 13 Uhr Auskünfte, Buchungen durch IK*fl'H:ll=HH:L Frankfurt/M., "ÄSSäT" .' sowie alle bedeutenden Reisebüros. Den echten tropenfesten Frigidaire alle elektr. 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