Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-12-01 · 3 (12.1935) · p. Seite 110

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
3 (12.1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 110 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3094266-3094426-3094429--4978-3099782
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 110 Hugo Adler, Zehn Lieder für eine Singstiimne mit Klavierbegleitung, Op. 19. Georg Sander, Mannheim 1935. Während in der neueren jüdischen Musik das Volkslied eine beherrschende Rolle einnimmt, konnte sieh das Kunstlied nur einen bescheidenen Platz erobern. Was in dieser Gattung aus dem Osten zu uns kam, genügt nur mit geringen Ausnahmen künstlerischen Ansprüchen. Die Komponisten des westlichen Kreises hingegen waren hinsichtlich der Stoffwahl zu sehr der Literatur ihrer Umgebung verpflichtet, als dass sie einen Beitrag zum jüdischen Lied im engeren Sinne hätten liefern können. Es ist demnach nicht zu verwundern, wenn der jüdische Sänger, der seinem Publikum gute jüdische Gesangslyrik bieten wollte, einigermassen in Verlegenheit war. Schon aus diesem Grunde wird das soeben erschienene Liederheft des bekannten Mannheimer Komponisten großem Interesse begegnen. Alle Gedichte, die Adler vertont, sind dem jüdischen Milieu' verhaftet. Sie entstammen zumeist dem Jiddischen, sind aber gut übersetzt und geschmackvoll gewählt. Eine ernste, leidvolle Stimmnug erfüllt die ersichtlich unter einem starken Erleben der Gegenwart geschriebenen Gesänge. Die Tonsprache kann als gemässigt modern bezeichnet werden. Bewusste Anlehnung an die vorklassische Musik ist häufig festzustellen (ein Gedicht von Albert Ehrentein ist — gewagtes Experiment! — als Koloraturarie im alten Stil gearbeitet), daneben auch Anklänge an die jüdische Liturgie. Adler verschmilzt diese verschiedenartigen Elemente auf seine eigene, persönliche Weise, allzu unbekümmert oft in der rein musikalischen Ausarbeitung und Durchformung, immer aber mit instinktsicherer Erfassung des Textgehaltes und mit einer gewissen Ursprünglichkeit des Einfalls. Den Sängern aller Stimmgattungen sind dankbare Aufgaben gestellt. Sie mögen recht ergiebigen Gebrauch davon machen! Dr. E. n Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands 75 'Jahre Hauptsynagoge Anlässlich des 75jährigen Bestehens der Hauptsynagoge wird ein Gedenkgottesdienst am Freitag, den 20. Dezember 1935,18.30 Uhr in der Hauptsynagoge stattfinden. Blutspender - Organisation An der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a .M., Gagernstrasse 36, ist eine Blutspender-Organisation ins Leben gerufen worden, die genügend Blutspender jeder Blutgruppe umfasst, um im Bedarfsfalle sofort den jüdischen Aerzten Frankfurts und der näheren Umgebung für ihre Kranken zur Verfügung zu stehen. Nötigenfalls stehen die Assistenten der chirurgischen Abteilung mit der Apparatur des Krankenhauses zur Vornahme von Transfusionen ausserhalb des Krankenhauses zur Verfügung. Die vom Krankenhaus vermittelten Blutspender sind sämtlich mit einem Ausweis versehen, der die letzte Blutentnahme und den Untersuchungsbefund zeigt. Die Vermittlungszentrale liegt in den Händen des ersten Assistenten der chirurgischen Abteilung, Herrn Dr. M i n d u s, an den sich die Aerzte im Bedarfsfalle telefonisch (48851) wenden wollen. Für die Vermittlung erhebt das Krankenhaus entsprechend einer ministeriellen Verfügung eine tarifmässige Gebühr von RM. 3.—. Die in der gleichen ministeriellen Verfügung festgesetzten Entschädigungssätze für den Blutspender sind bei Herrn Dr. Mindus zu erfahren. Ausschreibung Wir suchen tüchigen Restaurateur für die Übernahme eines unter unserer Aufsicht stehenden Restaurants. Auskünfte durch Ritual - Kommission der Israelitischen Gemeinde Sprechstunden der Gemeinderabbiner - Dr. Hoffmann, Dominikanerplatz 16, Fernspr. 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Unterlindau 21, Fernspr. Maingau 77963, 15—16% Uhr (außer Mittwoch) — Dr. Salzberger, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 15^—16^ Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstr. 9, park, Fernspr. Nr. 51184, 17—18 Uhr — Dr. Lemle, Miquelstraße 3, Fernspr. Maingau 75185, 15—16 Uhr, außer Montag - Rabbiner Kirschbaum, Rabbinatsassessor, Rotteckstr. 11, Fernspr. Nr. 45281, täglich 14—15 Uhr; ferner in der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Theobald Christstr. 6, Fernspr. Nr. 45673, Donnerstags 10-12 Uhr, AUSSCHREIBUNG! Aus der Markus Hirsch Güldensteinschen Stiftung sind zwei Stipendien in Höhe von je RM. 350.— an eine jüdische Braut aus der hiesigen Gemeinde u. eine solche'aus der Gemeinde Hanau zu vergeben. Bewerbungen sind mit Referenzen u.Beglaubigung der Bedürftigkeit innerhalb vier Wochen an einen der unterzeichneten Administratoren einzusenden. Verwandte des Stifters werden bevorzugt. E. Gut, Ebersheimerstr. 5 Dr. Willi Lorsch, Neue Mainzerstr. 24 ONIG Eigene Imkerei Joel LÖWßDlÜfll Mauerweg 34 Telef. 45313 Inserieren bringt Gewinn! Freitags 9—11 Uhr — Gefängnisseelsorger Dr. Braun, Im Sachsenlager 13, Fernspr. Nr. 55135, 15—16 Uhr. Andere Sprechzeiten können telepbonisch vereinbart werden. Musetim jüdischer Altertümer — Rothschild-Museum Die Oeffnungszeiten deB Museums sind künftig: Montag bis Freitag von 10—13 Uhr, sowie jeden erBten und dritten Sonntag im Monat von 10—13 Uhr. Der Eintritt ist frei Gemeindebibliothek Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13 und 16—17 Uhr; Freitag 12—13 Uhr. Mittwoch; 19—21 Uhr l^CSCZCÜC/D." Samstag: 10^—13, 15^—18 Uhr; Dienstag: 19—21 Uhr; Donnerstag: 19—21 Uhr. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes Meldung von Sterbefällen Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr.-Sammelnummer Zepp. 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt)' nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Vornahme der Beerdigung. Gemeindegärtnerei Die Gemeindegärtnerei (Neuer Friedhof, Eckenheimerlandstrasse 238, Tel. 52043) übernimmt sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde. Sie befasst sich insbesondere mit der Pflege von Grabstätten und mit der Bepflanzung mit Grabpflanzen und Blumen. Die Pflege kann jahresweise oder auf dauernd bestellt werden. Fachmännische Beratung und Kostenvoranschläge werden bereitwillig und unverbindlich durch die Gemeindegärtnerei (Eckenheimerlandstrasse 238, Tel. 52043) oder durch das Gemeindebüro (Fahrgasse 146, Tel. 27541) erteilt. Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen an die Gemeindegärtnerei oder" an deren Verkaufsstellen auf den Friedhöfen zu wenden. Bestellungen werden ins Haus geliefert. Verkaufszeiten: werktäglich während der Oeffnungszeit der Friedhöfe, Sonntags von 11K-13 Uhr. Öffnungszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Kat Beilstrasse und an der Eckenheimerlandstr. sind in der Zeit vom 1. November bis 15. Februar von iy2-Y! Uhr geöffnet. Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen. Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlosen. Zuwendungen Die Gemeindebibliothek erhielt Buchspenden von-den Herren Karl Rosenberg, Dr. John Rothschild, Rabbiner Dr. Schlesinger - Buchau.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.