Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 3 (12.1935)
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 109 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 109 Agnon S. J. Gesammelte Erzählungen Band 5 „Sippur paschut" Roman 286 Seiten. Band 6 „Beschuwa wanachat" Erzählungen 184 Seiten. Berlin Schocken Verlag 1985 Preis: Band 5 RM. 4.50 Volksausgabe Leinenband EM. 3.25 Band 6 RM. 3.50 dto. RM. 2.75 Agnons „Gesammelte Erzählungen" bilden. Band 5 und 6 seiner Schriften, die der Schocken-Verlag in mustergültiger Ausstattung herausgebracht hat. Band 5, „Sippur paschut" betitelt, ist ein Roman. In einfacher, schlichter Weise erzählt Agnon die Geschichte eines jungen Mannes Hirschel, der von seinen Eltern mit einem. braven Mädchen verlobt wird. Er liebt aber Blume, eine arme Verwandte, die keine Eltern mehr hat. Hirschel heiratet das von den Eltern für ihn bestimmte Mädchen, kann aber Blume nicht vergessen. Er erkrankt schwer: Wieger genesen erfährt er, daß ihm ein Sohn geboren wurde. Dieses söhnt ihn mit seinem Geschick aus und seine Ehe verläuft von nun an für ihn in ruhigen Bahnen. Band 6 enthält eine Reihe von kurzen Erzählungen. Die umfangreichste ist „Bilwaw Jamim" (Im Herzen des Meeres), die bereits preisgekrönt ist. Sie schildert die erste „Alijah" einer chassidischen Gesellschaft nach Palästina. Juden eines kleinen Städtchens brechen auf, um ins Land der Väter zu wandern. Wir begleiten sie auf ihrem Weg zu Land und zu Wasser, hören ihre Erzählungen, ihre Nöten und Freuden, erleben ihren Sabbat und Arbeitstag, alles in einer Sprache geschildert, die den Agnonschen Stil zu einem künstlerischen macht. Prof. Dr. Fr. Richard Lewinsohn (Morus), Geschichte der Krise, E. P. Tal & Co., Leipzig - Wien. Geschichte schreiben, die eben erst noch Gegenwart war, die sogar noch in diese Tage hineinreicht, ist schwer. Sie kann kaum mehr bieten,als deskriptiv dieTatsachen aufzureihen,sie kann aber noch nicht ordnen und eingliedern, geschweige denn die Kräfte zeigen, die sie bewegen. Wenn hier ein Journalist es unternommen hat, eine Wirtschaftsgeschichte der Jahre 1925-1933 zu schreiben, so kündigt er nur eine Zeiichronik an: sein Buch ist gleichsam einer der Filme, die man jetzt öfters vorgeführt erhält und dessen Ausschnitte aus Wochenschauen ein Bild einer Periode geben sollen. Eine solche Chronik gibt manche falsche Perspektive, sie Salomon Feitier WimchaftsIreoIiMr und SleoersacHverstäiidiger Bilanzen, Revisionen. Hausverwaltungen, Erledigung von Steuerangelegenheiten unter Berücksichtigung der neuen Steuergesetze. Umwandlung von Kapitalgesellschaften. Frankfurt am Main. Wolfsgangstr. 49, Tel. 58670 r Porzellan Glas Keramik Speise-, Kaffeeu. Trink-Service Bing MJJiMä-mm 4 KAISERSTRASSE 4 Kunstgewerbe Kleinmöbel Teewagen v. J ^^^^£1^^ PORTRATS . 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Hönich Inserieren bringt Gewinn! entbehrt des tieferen Eindringens in die Probleme und bringt manches zufällige äussere Geschehen als den Sinn der Dinge für den unkundigen Leser. Lewinsohn hat eine besondere Gabe schon aus früheren Büchern bewiesen, komplizierte wirtschaftliche Vorgänge so plastisch darzustellen, daß auch der Nichtf achmann glaubt, alles voll zu verstehen., Der Wert solcher Bücher liegt darin, daß eine spröde Materie popularisiert wird, und damit vielleicht mancher sich zu weiterem Studium angeregt fühlt. Mag dabei das Eine oder Andere nicht unbedingt zutreffen, mag heute, einige Monate nach Erscheinen, das Urteil in diesem und jenem schon revisionsbedürftig sein—auch derjenige, der die Dinge zu kennen glaubt, sieht, wie viele Einzelheiten des Geschichtsablaufs ihm bereits aus dem Gedächtnis entfallen sind und daß der Verfasser damit recht hat, wenn er sagt, das heute noch leicht zu findende Material müsse zusammengetragen werden. Im einzelnen: Das Buch stellt Amerika vielleicht zu' sehr in den Mittelpunkt der Krise, es beurteilt Roosevelt so günstig, wie es sich jetzt, nach der Beendigung der NRA - Politik, wohl kaum mehr vertreten lässt, es gibt aber in großen Zügen eine lesbare und fassliche Einführung in die Grundlagen der gegenwärtigen Weltwirtschaft. Ueber Deutschland zu schreiben, verzichtet der Verfasser, und manch anderes Gebiet fehlt, so vor allem die Frage, wie die Weltwirtschaft von morgen, über die er schreibt, hergestellt wird, wie die Länder, die sich früher\ gemeinsam entwickelt haben und jetzt auseinader gestellt sind, wieder parallel und unterstützend zusammenwirken werden. Aber das reicht schon über „Geschichte" hinaus. L. B. Lulu Rosenreld-Crailsheim, Zwei Generationen, Erlebtes und Erdachtes, Selbstverlag. Die als Verfasserin jüdischer Kindermärchen bekannte Frankfurter Schriftstellerin Lulu Rosenfeld-Crailsheim gibt im Selbst« verlag ein kleines Bändchen unter dem Titel „Zwei Generationen" heraus. Sie plaudert von Geschehnissen aus vergangenen Tagen. Von bedeutenden Persönlichkeiten wie Leopold Sonnemann, dem Begründer der „Frankfurter Zeitung", und Fedor Mamroth, dem geistvollen Kritiker, wird berichtet, manche Episode von ihm erzählt. Für viele Frankfurter wird das Buch interessante Erinnerungen wecken. Dr. B.