Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 3 (12.1935)
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 95 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 95 „In jedes jüdische Hans die blaue Büchse des Keren Kajemeth Lejisrael!" kommn sind, (Zunahme von 508 auf 156 7) nicht unnötig sein. Nicht nur diejenigen, die in Europa „Autoritäten" waren und nun an Krankenhäusern und dergl. willkommen geheissen wurden. Und nicht nur diejenigen, die „umgesattelt" hahen und nu'u als landwirtschaftliche Siedler, Handelsvertreter, Hühnerfarmbesitzer (z. B. die „Eeierjäckes", eine Gesellschaft von ehemaligen Aerzten, Rechtsanwälten und dergl. aus Deutschland, die nun auf einer gemeinsamen Farm „Jäckeseier" produzieren, wobei „Jäckes" einen Spitznamen für die deutschen Olim bedeutet), Pensionsinhaber — ich grüsse bei dieser Gelegenheit dankbar den Berliner Kollegen, der uns in seinem musterhaften kleinen Hotel in der Jerusalemer Bezallelstraße beherbergte—, viele als tüchtige Chauffeure, sich dem Land und seiner aufstrebenden Wirtschaft wirklich nützlich machen. Nein, auch diejenigen, die schlecht und recht in der Weise, wie wir es in Europa gewohnt sindj als Ärzte „praktizieren". Einige wenige im Araberviertel, von den Eingeborenen gesucht, und neben ihrer Berufstätigkeit die ungeheuer wichtige Funktion einer Besserung des Verhältnisses zu den Arabern erfüllend. Andere in landwirtschaftlichen Siedlungen teils ärztlich, teils in der freien Zeit bäuerlich tätig. Und wiederum andere, die es in den jüdischen Städten zu einer ihre Zeit ausfüllenden ärztlichen Praxis gebracht haben. Freilich „ manche sind noch im Stadium des „Wartens", aber manche wären „zu Hause" noch im nämlichen Stadium. Immerhin, die Zahl der letzteren zeigt, daß der Bedarf einstweilen gedeckt ist. Die A e r z t e sind dort, wie hier, in Vereinen zusammengeschlossen, in den Sitzungen bereits nach Spezialitäten gesondert, ihre hebräische Zweimonatsschrift „Harefuah" hat es bereits auf über 50 Seiten pro Heft gebracht. Der Druck ist zwar noch nicht von besonderer Güte und erschwert dem Ivrith-,,Ausländer" und Ivrith-Neuling, der nach der Heimkehr die auf der Reise gesammelten „Hebraica" entziffert, diese Arbeit im hohem Grade. Es handelt sich bei diesen hebräischen Drucksachen, die aus dem 'täglichen hebräischen Leben mitgebracht wurden, teils um Aerztliches, wie Zeitschriften, Formulare von Anmeldungen übertragbarer Krankheiten, Geburts- und Todesbescheinigungen, Gesundheitsbogen von schulärztlichen Untersuchungen, teils um Nichtärztliches, wie Programme von den Purim- und Maccabiadefestzügen, Theaterzettel, Kinohefte, Speisekarten, Wäschezettel, Hotelrechnungen- und. Reklamen, Strassenflugblätter von Rabbinaten mit Warnungen vor gewissen Fleischgeschäften u. s. w. „Harefuah" bringt in großer Vielseitigkeit nicht nur dem ärztlichen Praktiker das Neueste, sondern auch dem Hygieniker Berichte aus Gewerbe-, Schul- und sonstiger Hygiene, Kinderfürs sorge und Bevölkerungswissenschaft. Man kann sich denken, daß die zahlreichen alten, z. T. sehr alten, charitativ-religiösen Anstalten aller Nationen und Religionen, auch die jüdischen, nicht mehr alle auf modern-hygienischer Höhe stehen, und daß auch die einheimischen Kreise, für die sie bestimmt sind, nicht mit modern-kritischen Augen an ihre Benützung herangehen. Aber der Geist, der vor drei Jahrtausenden die für alle Zeiten wichtigste aller hygienischen und sozialen Forderungen, nämlich diejenige des Ruhetags nach der wöchentlichen Arbeit, aufstellte und durchführte, wird willig die inzwischen im Abendland, z. T. von Leuten gleichen Stammes und Geistes, gewonnenen Erkenntnisse und Fortschritte übernehmen. Die Organisation des Medizinalwesen im Lande ist nicht einheitlich. Das ist aber bekanntlich in den meisten Staaten, auch in den fortgeschrittenen, so. In Deutschland werden gerade jetzt nach dieser Richtung grosse, vielversprechende Aenderungen vorgenommen. In Palästina hat die englische Landesverwaltung Regierungsärzte, die etwa den bisherigen deutschen Kreis- (Bezirks-) Ärzten entsprechen. Ihnen unterstehen die rein staatlichen gesundheitlichen Aufgaben (Ueberwachung des Gesundheitspersonals, der Apotheken, der Krankenhäuser, der Wasserleitungen, die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten und dergl.). Aber selbst auf diesen Gebieten bleibt natürlich z. B. die Propaganda und die Schaffung neuer Wasserleitungen, die Schaffung neuer, grösserer Anlagen gegen Malaria (Austrocknung, Aufforstung) und Ähnliches privater und genossenschaftlicher Initiative überlassen, und all die vielen Dinge, die wir unter dem Sammelnamen der Jugend - und sonstigen „Fürsorge" zusammenzufassen gewöhnt sind, werden zwar neuerdings z. T. auch von den grösseren Kommunen in ihren Bereich gezogen, sind aber in der Hauptsache Angelegenheit privater und vereinsmäßiger sowie genossenschaftlicher Initiative. Und man kann nur dankbar anerkennen, wie vieles bereits auf diesen Gebieten geschehen ist. ~W i z o und Hadassah begegnen uns auf unsern hygienischen Gängen auf Schritt und Tritt, und der Name von Miss S z o 1 d ist im Munde all derer, die sich um diese Dinge kümmern. Vieles bleibt natürlich zu erreichen, aber in Anbetracht der, ohne die Steuerkraft des Staates, hauptsächlich von den zentralen Fonds freiwillig zur Verfügung stehenden Mittel, ist vieles erreicht worden, was ohne diese Tätigkeit der Organisationen noch lange auf Verwirklichung warten müsste. Was bereits vor 15 Jahren in seiner „Organisation des Sanitätswesens in Palästina" Theodor Zlocisti gefordert und ausgemalt hat, erfüllt sich vor unsern Augen. Auch eine Vereinheitlichung dieser Bestrebungen wird bereits erstrebt. Auf der Höhe von Rechaviah, dem neuen Wohnviertel Jerusalems, wo sich mit Vorliebe die neuen Olim aus. Deutschland ansiedeln, weithin sichtbar und ganz >nahe dem Gebäude des „Bezallel", gewissermassen noch unter dem Schutz der Menorah, die dessen Dach krönt, erhebt sich das neue grosse Verwaltungsgebäude unsrer zentralen Stellen. Keren Kajemeth, Keren H a j es s od, W aad Leumi, II i s t a d r u t h, Hadassah und W i z o haben dort ihre Büros, ChanukalHampen in echt Silber v.Mk.24._ an in versilbert v.Mk. 5.—an JUWELEN GOLD SILBER TRAURINGE BeSiecke echt Silber u. 100qr Versilberung Armband - Uhren An- und Verkauf aus Privatbesitj. stete Gelegenheiten Dosen« SILBER SCHMIEDE OSEN KAISERSTR. 5 NÄCHST ROSSMARKT FRANKFURT AM MAIN