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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-11-01 · 2 (11.1935) · p. Seite 63

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
2 (11.1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 63 (sequence 17)
Language
German
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Seite 63 torhilfe noch nicht ausgefällt eingesandt haben. Dem Mahnruf ist nochmals eine Verpflichtungskarte angefügt. Es wird erwartet, daß alle, die es bisher unterlassen haben, bis zum 5. November die Karte ausgefüllt zurücksenden. X. Büchsensammlungen in jüdischen Vereinen und Organisationen _ Die Leitung der Jüdischen Winterhilfe ist an alle jüdischen Vereine und Organisationen mit dem Ersuchen herangetreten, nach allen offenen und geschlossenen Veranstaltungen Büchsensammlungen zu Gunsten der Jüdischen "Winterhilfe durchzuführen. Ausserdem sind die Vereine ersucht worden, bei entgeltlichen Veranstaltungen Zuschläge von 10 bis 25 Pfg. je Karte zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe zu erheben. Erfreulicherweise hat sich bereits eine namhafte Zahl von Vereinen und Organisationen bereit erklärt, dem Ersuchen der Jüdischen Winterhilfe zu entsprechen. * Gemeindevertretung und Jüdische Winterhilfe Wir verweisen unsere Leser auf den Bericht über die Sitzung der Gemeindevertretung vom 23. Oktober auf dieser Seite des Blattes. Jüdische Wohlfahrtspflege E.-V., Quinckestr. 26 Die Abholung der uns zur Verfügung gestellten Möbel, Kleider usw. erfolgt von jetzt ab strassenweise. Von dem Zeitpunkt der Abholung werden die Spender rechtzeitig schriftlich benachrichtigt. Sitzungsbericht ven Bürodirektor I. Meyer In Anwesenheit von 28 Gemeindevert'retern und 5 Mitgliedern des Gemeindevorstands eröffnet der Vorsitzende, Herr Dr. Riehard Merzbach, die Sitzung. Es wurde zur Kenntnis gebracht, daß Herr Julius Werner sein Amt als Vorstandsmitglied wegen Wegzugs aus Frankfurt a. M. niedergelegt und als Erinnerungsgabe einen grösseren Geldbetrag gespendet hat. Der Vorstand hat Herrn Werner für seine langjährige hingebende und opferfreudige Arbeit im Dienste der Gemeinde und des Wohltätigkeitwesens seinen besonderen Dank ausgesprochen und ihm gleichzeitig den Dank für die Zuwendung übermittelt. Namens der Gemeindevertretung zollt der Vorsitzende Herrn Werner für seine von grosser Warmherzigkeit und hervorragender Sachkenntnis getragene Mitarbeit in der Gemeindeverwaltung Dank und Anerkennung und spricht ihm für die Zukunft die besten Wünsche für sein und seiner Familie Wohlergehen aus. In der sich hieran anschliessenden geheimen Wahl wurde Herr Carl Weil anstelle des ausgeschiedenen Herrn Werner in den Vorstand gewählt. Anstelle des aus der Gemeindevertretung ausgeschiedenen Herrn Jacob L. Goitein hat der Vorstand auf Grund des Vorschlags der Fraktion der Jüdischen Volkspartei Herrn Rechtsanwalt Alfred Moser in die Gemeindevertretung berufen. Herr Moser, der erstmals erschienen ist, wird von dem Vorsitzenden begrüsst. Anstelle des ausgeschiedenen Herrn J. L. Goitein ist dessen bisheriger Stellvertreter, Herr Felix Meyer, als ordentliches Mitglied in den Rat des Preussischen Landesverbands jüdischer Gemeinden entsandt worden. Zum Stellvertreter des Herrn Felix Meyer wurde Herr Hugo Hecht bestimmt. Kenntnis gegeben wurde von der Vorlage des Vorstands betr. die Schaffung eines jüdischen Winterhilfswerks gemäß den von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin ausgearbeiteten und von dem Herrn Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes genehmigten Richtlinien. Nemens des Vorstands appelierte Herr Sanitätsrat D r. Ettlinger zugleich als Vorsitzender der neu geschaffenen Jüdischen Winterhilfe Frankfurt am Main angesichts des Ernstes der Stunde und der Grösse der gestellten Aufgaben an die Opferwilligkeit und das Verantwortungsbewusstsein der Gemeinde mit folgenden Ausführungen: „M. D. u. H., die Aufforderung der Jüdischen Winterhilfe znr tätigen Mitwirkung ist in Ihrer Hand; wir haben das Rundschreiben hinausgesandt in der felsenfesten Zuversicht, dass die nie versagende Hilfsbereitschaft und das Pflichtbewusstsein jüdischer Menschen uns in die Lage versetzen wird, jüdische Not zn lindem, Juden vor Hunger und Kälte zu schützen. Wir haben diesem Rundschreiben kaum ein Wort hinzuzufügen. Unmittelbar nachdem der Reichsbeauftragte des Winterhilfswerks des Dentschen Volkes der Zentralwohlfahrtsstelle der dentschen Juden nach den von ihm genehmigten Richtlinien die Betreuung der hilfsbedürftigen Juden überlassen, hat die von ihr angerufene und ihr angeschlossene örtliche Stelle in engster Verbindung mit der Israelitischen Gemeinde und der Israelitischen Religionsgesellschaft in kürzester Zeit eine Organisation geschaffen, von der wir annehmen können, dass sie die ihr gestellte grosse Aufgabe lösen wird, wenn es ihr gelingt, die Begeisterung und die Hingabe, die vom ersten Augenblick jeden einzelnen Mitarbeiter erfüllte, in alle Reihen nnd Kreie nns serer Gemeinden zu tragen. Wir wissen, dass Opfer grössten Ausmasses gefordert werden müssen, Opfer zusätzlicher Art, da kein Pfennig den anderen Aufgaben unserer jüdischen Arbeit entzogen werden darf, — ich betone dies mit allem Nachdruck — aber, meine Damen und Herren, es hiesse den Glauben an unserer jüdischen Gemeinschaft verlieren, wenn wir uns beschämen lassen müßten vor unserer Umwelt, wenn wir uns nicht dauernd unserer hohen und grossen Verantwortung bewnsst blieben, die nns befiehlt, unsere notleidenden Brüder and Schwestern, den letzten jüdischen Hilfsbedürftigen zu schützen in den kommenden schweren Monaten der Winterszeit. M. D. n. H., wir treten in dieser ernsten Stunde vor Sie und rufen Ihnen zu: Helfen Sie uns und tragen Sie mit uns diesen Appel in jedes jüdische Haus, in jedes jüdische Herz. Wir sind auf nns allein angewiesen, aber das schreckt uns nicht, nein, es stärkt unser Selbstvertrauen, denn noch lebt ein jüdischer Wille, noch lebt eine jüdische Opferfrende." Hierauf stellt Herr Hecht an Hand der vorliegenden Vorstandsbeschlüsse und der den Gemeindevertretern zugänglich gemachten weiteren Unterlagen in eingehender Erläuterung den Aufbau und die Organisation der Jüdischen Winterhilfe Frank- JUWELEN GOLD SILBER TRAURINGE BESTECKE edlt *''ber u. 100ar Versilberung Armband - Uhren | UHREN-REPARATUREN zuverlässig, preiswert | An- und Verkaut aus Privatbesitz stets Gelegenheiten Dosen (Dosen SILBERSCHMIEDE KAISERSTR. 5 FRANKFURT AM MAIN

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