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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-11-01 · 2 (11.1935) · p. Seite 60

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
2 (11.1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 60 (sequence 14)
Language
German
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Seite 60 Bii ■•/*.. Möbel DÜrO" Bedarf URANIA Redten« und AddHIonsmatcMn. Besichtigen Sie meine großen Ausstellungsräume. BDros u. Klein« Sc&rellunascbicei in allen Schriftarten auch hebräisch Vorführung und Besuch jederzeit ALFRED CHRiANOWSKlB ALFRED CHR2AN0WSKI MAINZERLÄNDSTR*l4 ■ MAINZERLANDSTR *24 Ein romantischer Abend in den Mittwochskonzerten bei den jüdischen Tonkiinstlern Die literarische und musikalische Romantik in Deutschland, der Künstlerpersönlichkeiten wie Heine und Felix Mendelssohn tief verbunden sind, wurde in einem sehr gelungenen Mittwochskonzert der jüdischen Tonkünstler Frankfurts in der Arnold Lazarus-Halle lebendig. Man konnte sich eines geschmackvoll zusammengestellten, in 'keiner Weise überladenen Programms freuen, das auch zu Unrecht vergessene wertvolle Stücke brachte, und ebenso verdiente die Ausführung volle Anerkennung. Gerda Oppenheim sang zunächst mit z. T. verhaltener Ton gebung einige Lieder Mendelssohns, darunter das Lieblingslied unserer Großväter ..Auf Flügeln des Gesanges"; ihr vor allem stark dramatischer Wirkung fähiger, klangschöner Sopran kam dann, besonders in der sehr selten gehörten Konzertarie desselben Komponisten und in verschiedenen Liedern von. Robert Franz, (wie prachtvoll ist etwa das früher so häufig gesungene „Im Herbst") zu voller Geltung. Sofie Seligmann sprach Ernstes und Heiteres von Eichendorff, dem immer Willkommenen, und von Clemens Brentano. In ihrer klaren und eindringlichen Rezitation machten, zumal die lustig-nachdenklichen Gedichte des Frankfurter Romantikers und sein barock-humorvolles Märchen vom „Hüpfenstich" (dessen Ton die Wiedererzählerin sehr hübseh traf), den Hörern viel Spass. Seltsam, daß solche „kleinen Sachen, die uns auch entzücken können", auf den üblichen Vortragsprogrammen so gut wie unbekannt sind. Siegfried Würzburger begleitete kundig und musikalisch, vielleicht da und dort etwas zu selbständig. — Das Publikum dankte für „Ton und Wort" mit herzlichem Beifall. g. sch. Kalender und Almanache zum Jahre 5696 Kurz vor den Neujahrstagen sind einige Almanache und Kalender erschienen, die es verdienen, jetzt noch angezeigt zu werden. Die Mitglieder unserer Gemeinde wird vor allem der zum dritten Mal herausgegebene „Almanach für das Jahr 5696" interessieren, dessen Zusammenstellung und Herausgabe im Einvernehmen mit dem Vorstand der Frankfurter Israelitischen Gemeinde von Frau Stephanie Forchheimer vorgenommen wurde.Wiederum enthält der Almanach eine Fülle des Wissenswerten über die Organisation und den Aufbau der Gemeinde, über ihre Vereine und Anstalten. Zum ersten Mal bringt er einen Bericht über „Die Tagesarbeit im Gemeindehaus", der eine klare Vorstellung von dem gewaltigen Arbeitspensum vermittelt, das in der Gemeindeverwaltung zu bewältigen ist. Der eigentliche Textteil des Almanachs ist den Fragen und Problemen der jüdischen Jugend, ihrer Berufswahl und Ausbildung gewidmet. Die eingehende^ ernste, kenntnisreiche Darstellung der Situation der jüdischen Jugend, die vorden Verfassern der zehn Aufsätze geboten wird, Reparaturen in eig. Werkstätte Alle oomod. Uhren nehme leb bei Neakanl in Zanlnng ren-sinqe ab 20. [November BIEBER GASSE 2 verdient besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung. Der Ilerausgeberin, Frau Stephanie Forchheimer, gebührt Dank für.die wichtige .Arbeit, die sie mit dem Almanach geleistet hat: sie hat damit der Arbeit unserer Gemeinde und der Situation der jüdischen Jugend den Weg zu Verständnis und Klärung geebnet. Die Druckerei Kornsand hat den Almanach aufs beste ausgestattet. (Wäre es nicht möglich gewesen, dem Almanach einen Kalender anzufügen und nicht nur ein Verzeichnis der jüdischen Fest- und Fasttage?) — Auch der Luach, den die Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. durch Rabbiner Dr. Salzberger und Professor Dr. Werner zum Jahre 5896 erscheinen lässt, hat in vielen Jahren sich einen Kreis von Freunden geschaffen. Zu der Konkordanz vom jüdischen und allgemeinen Kalender bringt er in knapper aber erschöpfender Form Sinndeutungen der jüdischen Feste und ihrer Gebräuche, Inhaltsangaben der wöchentlichen Thora- und Propheten-Abschnitte. Dem Kalender ist eine Beschreibung des jüdischen Jahres vorangestellt, die denen besonders willkommen sein wird, die sich erst in den jüdischen Lebenskreis einreihen. — Ein dritter Frankfurter Kalender sei erwähnt, der schöne Uebersichtlichkeit mit seinem Werbezweck verbindet. Der Wochenab r e i s s.k al end'er der I:sr ael?i t is chei.n W ais en anstalt verliert nichts an Verwendbarkeit durch die eingefügten Werbungen für die Anstalt, die ihn ihren Wohltätern widmet. Kein Jude darf notleiden Die jüdische Winterhilfe muss helfen! Weit über den Kreis unserer Gemeinde hinaus wird der „P al ä s t i n a-K alender" Verbreitung gefunden haben, der von Dr. Joachim Prinz redigiert und mit zahlreichen, durchweg schönen Photographien, z. T. aus dem Tonfilm „Land der Ver« beissung" ausgestattet wurde. Als Wand- und als Aufstellkalender brauchbar, vermittelt er in der Art einer künstlerisch, hochwertigen Bild- und Wort-Reportage ein helles Bild des neuesten Palästina. Was Joachim Prinz in das Scheinwerferlicht seirer Betrachtung rückt, strahlt seine eigene Vorbehaltslosigkeit und Begeisterung wider. Druck und Ausstattung des Kalenders entsprechen allen Anforderungen. Das Erscheinen des „Almanachs des Schocken-Ver- 1 a g s" bedeutet für alle Freunde des, Verlags ein edles Geschenk. Der Almanach will einen Überblick über die Arbeit des Verlags im zu Ende gegangenen Jahre geben. In bunter Reihe tauchen Namen auf, die uns aus ihren Werken vertraut geworden sind. Mit dem Überblick über das, was aus dieser Pflegestätte jüdischgeistigen Lebens in Deutchland hervorgegangen ist, verbindet sich manche Andeutung über das, was wir aus der Arbeit des Verlags weiter zu erwarten haben. Der umfassende grosse und tiefe Bereich der jüdischen Bestrebungen des Schocken-Verlags wird in dem Bändchen repräsentiert und das Glück und Leid der jüdischen Gemeinschaft findet hier eine mikrokosmische Darstellung. Niemand wird das Bändchen aus der Hand legen können, ohne sich dankbar bewusst zu werden, welchen Reichtum in unsere Armut die Arbeit dieses Verlags spendet. Ghr. Rede, gehalten am ersten Abend Rosch-Haschono 5695 in der Synagoge Unterlindau zu Frankfurt a. M. von Gemeinde- RabbinerDr. Horovitz. Frankfurt a. M. 1935, J. Kauff mann. Mit der Drucklegung der Predigt zum RoschsHaschonosAbend des vergangenen Jahres macht Rabbiner Dr. Horovitz einen weiteren Kreis mit Gedankengängen bekannt, die zu vernehmen, wirkliche Bereicherung bedeutet. Der „Weg der Heimkehr" ist für den Redher auch der Weg der tätigen Menschenliebe. Die religiöse Forderung der Predigt wird greifbar gemacht in dem Ruf, der Frankfurter jüdischen Wohltätigkeit zu helfen. Die Verpflichtung zu solcher Hilfe ist inzwischen nicht geringer geworden. Die Aktualität der Rede ist nur noch gewachsen. Gerade in unseren Tagen wird der begeisterte und begeisternde Ruf des Rabbiners verstanden und, wie wir glauben, befolgt werden. Ghr.

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