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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-11-01 · 2 (11.1935) · p. Seite 58

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
2 (11.1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 58 (sequence 12)
Language
German
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Seite 58 Dr. jur. Hugo Hoffmann Oberlindau 51 Tel. 76655 Versicherungen aller Art General-Vertretung der Viktoria-Versicherung Orchesterkonzert des Kulturbundes Nun haben auch die Orchesterkonzerte des Kulturbundes wieder begonnen, die an sechs Abenden den Frankfurter Musikfreunden eine glücklich getroffene Auswahl von Werken und die Bekanntschaft mit namhaften und hervorragenden Solisten vermitteln werden. Im Orchester selbst sieht man eine Reihe neuer Gesichter neben den „alten" und hofft, dass diese Erneuerung — die gewiss teilweise nur durch äussere Gründe bedingt war—dem Ensemble-dienlich sein wird. Wenn am ersten Konzertabend etwa bei der Bläsergruppe noch gewisse Mängel hörbar waren, so braucht das nicht allzu wichtig genommen werden; jeder Musikkundäge weiss, wie empfindlich und heikel gerade diese Instrumente sind. Mit festlichen Beethoven*sehen Klängen leitete Hans Wilhelm Steinberg (der sich bei den rein orchestralen Kompositionen keiner Partitur bediente) den Abend ein, mit Robert Schumanns frisch bewegter, lebendig vorgetragener 2. Symphonie beschloss er ihn. Gerade in diesem Werk wirkten sich die bei der Aufführung verwerteten Retuschen Gustav Mahlers vorteilhaft aus, während die Egmont-Ouverture unter der nicht durchweg günstigen Akustik der Westendsynagoge litt und so ihre volle Eindruckskraft nicht erzielte. (Zum mindesten nicht auf dem Platz im Saal, den der Referent inne hatte.) Eine besondere Freude bedeutete es für viele Konzertbesucher, dass sie im Rahmen des Kulturbundes wieder einmal Emanuel Feuer mann lauschen konnten, diesem bedeutenden, zu Weltruf gelangten Künstler, der mit warm blühenden Ton Schumanns Cello-Konzert in amoll überlegen spielte. Laute Beifallskundgebungen verbot der Raum -_er sollte auch die allzu eifrige Unterhaltung vor Beginn verbieten - so dankte man Steinberg, seinen Getreuen und dem Solisten durch Erheben von den Plätzen. g. seh. Musikalische Wcihestuiide der Westendsynagoge Von dem richtigen Gedanken geleitet, daß sich im jüdischen Kulturkreis nur dann ein eigenes Kunstschaffen entwickeln kann, wenn unter den reproduzierenden Künstlern wagemutige Förderer auftreten, räumt der Chordirigent Frank Rothschild schon seit langem zeitgenössischen Tonsetzern in seinen Veranstaltungen breiten Platz ein. Die musikalische Weihestunde,.. die des 25jährigen Bestehens des Gotteshauses gedachte, erfüllte diese Pflicht in besonderem Masse gegenüber den in Frankfurt wirkenden Komponisten. Für Bernhard S e k 1 e s wurde der Abend durch die Uraufführung des 137. Psalms für Chor, Sopransolo und Orgel „An den Wassern Babylons" zu einer pietätvollen Gedenkfeier. Tief berührt von den Erlebnissen der letzten Jahre liess Sekles sich von der Kraft des Bibelwort.es leiten. Der Psalm bildet den überzeugenden Ausdruck eines der Beschäftigung mit dem Transzendenten entspringenden Gefühls; er ist inseiner formalen Geschlossenheit und wirksamen vokalen Führung ein schätzenswerter Zuwachs in der bisher spärlichen jüdischen Kultmusik der Gegenwart. Auch nur für Konzertzwecke gedacht, erscheint der mit deutschem Text verbundene klangschöne, imposant gesteigerte „M a J o k o r" für Chor, Sopransolo und Orgel von Max Wolf f. Stärker, als die noch schulmässig behandelte Orgelfuge von Herbert. Fromm fesselte dessen in Melodie und Begleitung geschickt durchgeführtes Lied „Zum Sabbatausgang" nach einem übertragenen jiddischen Gedicht. Ansprechende Belege für schöpfersiche Begabung waren wiederum die beiden geistlichen Gesänge mit Orgelbegleituhg von Rosy Geige r-K u 11 m a n n. Der anderen Hälfte des Programms dienten synagogale Chorgesänge von A 1 m a n n und Rosowsky und klassische deutsche Werke von Bach, Händel, Brahms. — Eine Freude war es, feststellen zu können, wie sehr die Stimme der einst gefeierten Altistin Ottilie Metzge r-L attermann auch jetzt noch durch Schönheit des Timbres und Beseeltheit des Vortrages besticht. Mit großem Ton und wuchtigem Vortrag gab Oberkantor Jüdischer Kulturbund Bezirk Rhein-Main Frankfurt am Main / Gärtnerweg 62 / Telefon 52638 Donnerstag, 7. November abends 8 Uhr, Vereinshaus Chorkonzert Jüdischer Kammerchor und Kulturbundorchester Dirigent: Dr. Nathan Ehrenreich Solisten: Gerda Oppenheim, Paula Levy, Hans Assenheim, Herbert Fromm. Montag, 11. November abends 8 Uhr, Gesellschaftshaus am Mozartplatz I. Gastspiel des Rhein-Ruhr-Theaters „Komödie der Irrungen" von Shakespeare. Regie: Norbert Schiller Mitwirkende: Friedl Münzer Heinz Friedeberg Max Kominski u. a. Montag, 25. November abends 8 Uhr, Vereinshaus Kammermusik-Abend Streichquartett des Kulturbundes Rhein-Main (Hans Bassermann, Ernst Drucker, Richard Karp, Ary Schuyer). Der Mitgl erfsbeitrag beim Ku turbund Rhein-Main, einsch'iefj ich des Reicmverbandsausweises kos et Mk. 3.— und w,rd mit je £0 Pfg. beim Bssuch der Kulturbundverjnsfalfungen angerechnet. >dgt^k SCHIRME tfl S EMANN ^^^■^^ Konstabier Wache Suchen Sie eine Haushilfe? jpj Wir nehmen Ihnen alle Arbeit ab. Wir halten Ihre WM Wohnung blitz-blank, wir putzen bohnern, mopen, H staubsaugen usf. pünktlich und billigst im B Abonnement.Fordern Sieuns. unverb. Vorschläge Innen-Reinigungsanstalt Rothschild ~H Lersnerstrasse 5, I. Telefon 551)07 H Für den Herrn Warme Wäsche modisch u. billig kauft man EF-KA-ZET Bttnm jMJ ni/tga s.y «fly Porzellan, Glas. Kunstgewerbe Kaiserstrasse4 Speise-, Kaffee-, Inh. A. L o e b Trinkservice P. B u s e c k Geschenke in jeder. Preislage Inh. 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