Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 1 (10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
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Seite 15 jüdischen Menschen über das Andersgerichtetsein und über das Andersgeartetsein die jüdische Neschomoh und die heiligen Funken, die seiner Ueberzeugung nach in jeder jüdischen Neschomoh glühen, schätzte und würdigte. Die Irrungen und Wirrungen der einzelnen Menschen waren ihm zeitbedingte, vorübergehende Erscheinungen. Er vertraute der jüdischen Neschomoh, daß sie schliesslich alles Störende und Hemmende beseitigen und den jüdischen Menschen in den Schatten der Schechina und in das Zentrum der jüdischen Lebensheiligkeit zurückfinden lassen werde. Und noch eines! Eaw Kuk hatte keinen Blick für das Trübe und Dunkle. Er sah in jedem Menschen nur das Helle und Leuchtende. Und dieses zog ihn an mit unwiderstehlicher Kraft. Aus tiefem, gläubigem Herzen vertraute er auch der heiligenden Kraft Erez Israels. Diese Überzeugung war mitbestimmend für seine begeisterte Bejahung der zionistischen Aufbauarbeit und für die Wertschätzung, ja Bewunderung, die er für die Menschen empfand, die mit dem ganzen Einsatz ihrer Persönlichkeit sich dieser Aufbauarbeit weihten. Schon in jungen Jahren hatte er die dynamische Kraft der Zionssehnsucht erkannt und auch das religiöse Element begriffen, das, Vielen unbewusst, in der Zionsliebe und in dem entschlossenen Willen, Erez Israel aufzubauen, steckt. Vor dreissig Jahren ging er nach Erez Israel und übernahm zunächst das Babbinat der damals nur wenig bedeutenden Gemeinde Jaffa und der benachbarten Kolonien. Erst einige Jahre später ist das erste Haus des heutigen Tel-Awiw erbaut worden. Dreissig Jahre lang war er der treue Wächter über den Mauern Jeruscholajims. Er wachte den ganzen Tag und die ganze Nacht. Er schwieg nicht und gönnte sich keine Kuhe. Auch andere Hess er nicht ruhen. Er war eine bewegende Kraft des Aufbauwerkes. Mit unendlicher Freude verfolgte er die Fortschritte in der Kolonisationsarbeit und die Heimkehr der Kinder zur Mutter Zion. Jeder Fussbreit Bodens, den jüdische Hände urbar gemacht hatten, war ihm Wegbereitung zur messianischen Erlösung. Der treue Wächter wurde von seinem Wachposten abberufen. Wer wird ihn ersetzen? Sein Platz wird leer bleiben. Wird lange leer bleiben. Wir sehen keinen, der den Platz eines Rabbi Abraham Jizchak Kuk ausfüllen könnte. rarnb Ö^S ~DT Von einer Palästmareise Naturwissenschaftliches und AerzÜich-Hygienisches von Obermedizinalrat Bei den zahlreichen mündlichen und Zeitungsberichten, die wir jetzt über Palästinareisen hören und lesen, stehen meist die religiös-historischen Schilderungen, die jüdisch-weltanschaulichpolitischen Betrachtungen, die wirtschaftlichen Erläuterungen, die teils das allgemein National-Oekonomische, teils die Landwirtschaft, das Handwerk, die Industrie, teils mehr die persönlichen, privaten Aussichten der Einzelnen darstellen, die Jugenderziehung, die literarisch-künstlerische Entwicklung im Vordergrunde. Als ehemaliger Amtsarzt der staatlichen Gesundheitsverwaltung habe ich mein Augenmerk dem Stand der öffentlichen Gesundheitspflege, sowie allgemein - naturwissenschaftlichen Dingen zugewandt. Es interessiert wohl, wie ich annehme, nicht wenige, die dem heiligen Lande, der eine sein Herz, der andere liebe Angehörige, der Dritte Beides gewidmet haben, einige kurze Schilderungen nach den genannten Richtungen kennen zu lernen. Ich beginne mit einigen naturwissenschaftlichen Beobachtungen, die natürlich nur Einzelheiten betreffen können.. Dr.' Dreyfuss, Mainz Wenn man das Glück gehabt hat, bei wunderbarem Vollmondschein die Wanderung über die Stadtmauer von Jerusalem zu raachen, vorsichtigen Fusses, dass man den auf dem blossen Boden schlafenden Hauranern nicht zu nahe trete, erhobenen Gemütes der Generationen denkend, auf welche der lachende Mond vor uns heruntergesehen, und klopfenden Herzens die Zukunftsmöglichkeiten überschauend in der Erwägung, dass, wie das Mondbild, so auch das Schicksal unseres Volkes Phasen der Auf- und der Abwärtsentwicklung zeigt, dann gewöhnt man sich daran, auch in den folgenden Wochen bei abendlichen Ausgängen nach dem Himmel und nach dem Mond zu sehen. Und da erlebt, wer es nicht gewusst hat, die Ueberraschung, dass der Halbmond quer steht. Nach der Rückkehr werden wir allerdings1 von unsern Kindern,- die der Schulzeit noch näher stehen, belehrt, dass diese „Barkenform" des Halbmondes im Süden zu den Gegenständen unsres hiesigen Geographieunterrichtes gehört. Bei der allabendlichen Betrachtung des Himmels finden wir dann als weitere Abweichung von dem gewohnten Bilde, dass der grosse Bär auf dem Kopfe steht. Wir überlegen einen Nanny Heinrich Modesalon fär elegante Damen- Bekleidung KLEIDER BLUSEJST RÖCKE eeee COMPLETS Neueste Modelle fär stärkste Figuren stets vorrätig Goethestraße 4 Tel. 22940 Stepp- und Daunendecken erstkl. Ausf. groBe Auswahl, sowie Umarbeitungen auch aus Daunen-Oberbetten äußerst billig. CmIia If at* Jetzt Gärtnerweg 6 90YIC3 IVClIft Nahe Eschenheimer Tor Kunsfstopferei u. TeppIch'Reparafuren Erstes Geschäft am Platze ff. Referenzen Tel 55117 ITXmSm OEDERWEG 2t lYOmg Gr.Bockenh.Str.4t 0Poi"?«"MÖbBl direkt vom Hersteller GUSTAV KAHN nur Rahmhofstr. 12 <an der B5rse> Tel. 23625 Salon Menkes Einzig jüd. Damen u. 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