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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-10-01 · 1 (10.1935) · p. Seite 16

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
1 (10.1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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Seite 16 BUro-Sä* URANIA Bedien« und AddlHonwaidiln. Besichtigen Sie meine grofjen Ausstellungsräume. BOro« u. Klein« Scnmascbinen in allen Schriftarten auch hebräisch Vorführung und Besuch jederzeit ALFRED CHRZANOWSK« ALFRED CHRZANOWSKI MAINZER LAN DSTR#24 ■ MAINZERLÄNDSTR «24 Augenblick, ob dieses „Auf dem Kopfe Stehen" eines so wichtigen Gebildes durch die Jahrtausende hindurch nicht die Ursache unseres geschichtlichen Unglücks sein könnte — das Schicksal in den Sternen — machen uns aber schnell klar, daß Jene Aenderung des uns gewohnten Himmelsbildes ja nicht durch eine tatsächliche Aenderung der Stellung der Gestirne, sondern nur durch die Drehung unsres Gesichtswinkels bedingt wird. Wir ziehen daraus den tröstlichen Schluss, dass für einen besseren Verlauf unsrer zukünftigen Geschichte nicht eine Aenderung der Sterne, sondern nur eine solche unsres „Gesichtswinkels" nötig wäre. Wenden wir uns vom Himmel zur Erde und zur Naturgeschichte von Pflanze, Tierund Mensch. Wiederum eine Ueberraschung: Wir sind gewohnt, uns das Land pflanzenarm vorzustellen, wenigstens soweit die Natur nicht der landwirtschaftlichen Kultur unterzogen wird. Zwar sind die Berge in der Tat kahl, ähnlich wie wir es im Karst zwischen Triest und Abbazia, sowie auf der Heimfahrt von der Gerusalemme aus an den Bergen Südgriechenlands sehen, und Wald im deutschen Sinne sehen wir fast nur dort, wo der K. K. L. ihn seit 30 Jahren angelegt hat. Aber wer in diesem Frühjahr 1935 durch die Wüste Juda fuhr, der erlebte etwas ganz Unerwartetes. „Die Wüste blüth", so ging es auf der Fahrt von Mund zu Mund und wochenlang nachher von Zeitung zu Zeitung. Der ganze Berggrund meilenweit, über und über von Klatschmohn, Anemonen, und zahllosen andern, uns bekannten und unbekannten Blumen überzogen, gelb und rot und blau, ein meilenweiter Teppich — ich habe bei der Blüte unsrer deutschen Wiesen und der Alpenmatten. des Hochgebirges nichts Schöneres gesehen. Merkwürdig für den Europäer sind die natürlichen Zäune um die Felder. Wo wir Buchs, Hainbuche und Heckenrose gewöhnt sind, da sehen wir meilenweit Zäune aus Kakteensträuchern, den sogenannten Sabre, streckenweise fast mannshoch. Auf der Fahrt in den galiläischen Bergen fiel mir öfter eine prachtvolle, lange, traubenförmige, gelbe Blüte auf. Unser ungemein kundiger Führer, Dr. Marmorosch, bezeichnete mir sie als ,.A k a z i a 1 o n g i f o 1 i a". Daß die landwirtschaftlich-kultivierten Teile des Landes ein prachtvolles Bild von Pflanze, Blüte und Frucht geben, nicht nur in den Citruspflanzungen der Ebenen, hier allerdings noch verherrlicht durch die ausgeströmten Düfte, sondern auch durch die dichten Oelbaumpflanzungen um die arabischen Dörfer,die Palmen und Feigen der Oase von. Jericho, ist bekannt. Aber auch die wildwachsende Flora an Oliven, Feigen, Myrthen, Oleander, Mandeln, die bereits Anfang Februar in Blüte stehen, Johannisbrotbäumen, Zypressen übertrifft bei weitem unsere Erwartungen. - Die landwirtschaftliche Versuchsstation in Rechowoth, in der wir ausserordentlich liebenswürdig geführt werden, erinnert uns lebhaft an unsere pfälzischen Versuchsstationen der I. G. - Farbwerke in Oppau und Limburger; Hof. Ähnlich die Einrichtung, ähnlich auch die plastische Art, die . Ergebnisse der Düngungs- und andern Versuche klar zu machen. Ungemein interessant ist die botanische Abteilung der Universität auf dem Har Hazophim (Scopusberg). Die einzige Sammlung der Welt, in der sämtliche, in der Bibel vorkommenden Pflanzen vereinigt sind. Darunter eine Salb ei - pflanze (ganz ähnlich unserer" heimischen Teepflanze), in Menorahform gepresst und nach Angabe unseres! Führers Urform und Vorbild dieser, uns teuren jüdisch-religiösen Leuchter- Eorm. Wir hatten auf der Reise zum heiligen Land in Rom auf dem Titusbogen, auf dem die im Triumphzug geführten jüdischen Sklavengefangenen abgebildet sind, wie sie Geräte aus dem Tempel mitführen, das Abbild der, Tempel-Menorah gesehen und freuten uns umsomehr, hier nun auch das Urbild zu bewundern. Eine ungeheure Arbeit ist die Schaffung einer wissenschaftlichen hebräischen Nomenklatur für die Pflanzen in Üebersetzung der lateinischen Namen. Noch eine Ueberraschung botanischer, allerdings zu gleicher Zeit auch wirtschaftlicher Natur wartete besonders des Rauchers. Der Tabak, den die galiläischen Kolonien liefern, geht bisher mit dem übrigen türkischen und ägyptischen Tabak.Er ist aber von so hervorragender Beschaffenheit, daß der Plan besteht, ihn demnächst als eigene Marke unter dem Namen „galiläisch" auf dem Markte zu führen und daß man sich davon nicht nur den Ruhm Galiläas bei den Rauchern, sondern auch bessere Verwertung verspricht. Und nun zur, Tierwelt. Wir sind in Europa gewöhnt, in zoologischen Gärten und bei speziellen, unsre Kinder erfreuenden, „Bärenführern" und dergleichen einzelne Kamele zu sehen und von dem „Schiff der Wüste" zu sprechen. Hier im Lande sehen wir nun dieses Tier in langen, langen Reihen, in den bekannten sogenannten Karawanen, daherschreiten, bewundern die prachtvolle, Grazie der Bewegungen, die fast den Eindruck machen, als wären sie durch ein geheimes inneres Kommando „in gleichen " Schritt und Tritt" gebracht, und bewundern nicht weniger die Ruhe und Erhabenheit, mit der die Tiere mitten im Strassenlärm, sowohl im Gewühl von Tel Awiw wie auf den vorzüglichen Landstrassen, auch im dichtesten Lärm und Gesause der Autos, PAS SEND E F ES T-GESCH ENKE SfäufU IRZELLAN-BÄR

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