Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 1 (10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
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Seite 7 Hügel werden wanken". Er ging zum Meer und sprach zu ihm: bete du um Erbarmen für mich. Da sagte das Meer: Sohn Ämrams! Welcher Tag! Wie anders als frühere! Bist du nicht Amrams Sohn, der zu mir kam mit dem Stab? Du schlugst mich und teiltest mich in zwölf Pfade und nicht konnte ich vor dir bestehen, weil Gottes Gegenwart zu deiner Rechten ging; was ist's jetzt mit dir? Als das Meer ihm ins Gedächtnis rief, was er in seiner Jugend getan, schrie er auf und sprach (Jjob 29,2): „ach wäre ich doch wie in den Monaten der Vorzeit"; als ich vor dir stand, war ich ein König in der Welt, jetzt kann ich auf den Knien bitten und keiner achtet auf mich. Da legte Mosche die Hände •auf sein Haupt und weinte und sprach, zu wem soll ich jetzt noch gehen, um Erbarmen zu bitten? Da sprach der Heilige, gelobt sei er: Mosche, zwei Schwüre habe ich geschworen, den einen, Israel zu vernichten, als sie durch die Kundschafter gesündigt, den anderen, daß du sterben sollst und nicht ins Land eingehen. Den einen habe ich auf dein Gebet (4. M. 14,19) „vergib doch" aufgehoben. Nun willst du meinen Schwur über dich beseitigen und dein Wort aufrechthalten, da du sprichst (5. M. 3,25): „ich will "hinübergehen". Du fasst den Strick an beiden Enden an. Willst du aufrechthalten dein „ich will hinübergehen", dann musst du dein „vergib doch" streichen,' willst du dies aber aufrechthalten, dann weg mit deinem „ich will hinübergehen ins Land". Als Mosche, unser Lehrer, das hörte, sagte er: Herr der Welt, lieber mag Mosche und mögen tausend seinesgleichen untergehen, aber nicht möge zu Schaden kommen auch nur der Nagel eines von Israel. * Weiter sprach der Heilige, gelobt sei er, zu ihm: So ist der Lauf der Welt, jedes Geschlecht hat seine Führer, bis jetzt war es dein Teil, vor mir zu amten, nun ist Jehosehuas Teil gekommen, vor mir zu amten. Da sprach er: Herr der Welt! Wenn ich um Jehosehuas willen sterben muß, dann will ich zur Seite treten und sein Schüler sein. Sprach zu ihm der Heilige, gelobt sei er: wenn du also tun willst, geh und tue so. So ging denn Mosche frühmorgens an den Eingang von Jehosehuas Zelt, Jehoschua saß und trug vor, und Mosche stand gebeugten Hauptes und hatte die Hände auf sein Herz gelegt, Jehoschua aber sah ihn nicht. Israel ging an das Zelt Mosches, Tora zu lernen, sie fragten: Mosche, unser Lehrer, wo ist er? Man antwortete ihnen: Er ist frühzeitig hin an Jehosehuas Zelt. Sie gingen und fanden ihn dort, Jehoschua saß und er stand. Sie sprachen zu Jehoschua: Was fällt dir denn ein, daß Mosche unser Lehrer steht und du sitzt? Als nun Jehoschua seine Augen erhob und ihn sah, zerriß er sofort seine Kleider und weinte und rief: Rabbi, Rabbi, mein Vater, mein Vater! Und Israel sprach zu Mosche: Unser Xehrer: Lehre du uns Tora! Er antwortete ihnen: Ich darf nicht. Sie erwiderten: Wir lassen dich nicht. Da erscholl eine Stimme von oben. Lernet von Jehoschua. So nahmen sie es auf sich, zu sitzen und von Jehoschua zu lernen. Er saß nun obenan, Mosche zu seiner Rechten, die Aharonssöhne zur Linken; in dieser Stunde ward die Überlieferung von Mosche genommen und Jehoschua überantwortet. Zogen sie aus um zu gehen, ging Mosche zur Linken Jehosehuas. Sie wollten hingehen in das Zelt der Gegenwart, da stieg eine Wolkensäule hernieder und trennte sie, und Jehoschua ging allein hinein. Als sich die Wolkensäule forthob, ging Mosche zu Krankenversicherung mSeSk"* Kulante Schadenregulierung unquittierter Rechnungen TelefonH23977 HANS SCHWARZ befmsnh Jehoschua und fragte: Was hat Gottes Anrede dir gekündet? Da erwiderte ihm Jehoschua: Als Gottes Anrede dir sich enthüllte, wußte ich da, was sie mit dir sprach? Da schrie Moses auf und sprach: Lieber hundert Tode sterben, aber nicht die eine Eifersucht tragen! Herr der Welt! Bis jetzt bat ich um Leben, jetzt — meine Seele sei Dir gegeben! * Als Mosche so seine Seele zum Sterben befriedete, sprach Gott' (Ps. 94,16): „Wer wird mir Beistand leisten wider die Bösewichter?" Wer wird Israel beistehen, wenn ich zürne? Wer wird meinen Kindern zur Seite stehen in ihrem Kampf? Wer wird für sie um Erbarmen flehen, wenn sie vor mir sündigen? Samael, das Haupt aller Ankläger, wartete jegliche Stunde auf die Seele Mosches, er sprach zu sich: Wann kommt der Augenblick, da Mosche sterben soll? Da ich hinuntersteigen darf, . seine Seele zu nehmen? Wan wird Michael weinen und ich meinen Mund mit Lachen füllen? Zu dieser Stunde sprach der Heilige, gelobt sei er, zu Gabriel: Geh und hole Mosches Seele! Er antwortete: Herr der Welt! Wie kann ich ansehen den Tod des Mannes, der sechshunderttausend von Israel aufwog? Sprach der Heilige, gelobt sei er, zu Michael: Geh du und hole Mosches Seele! Er antwortete: Ich war einst sein Lehrer, er mein Schüler, wiekann ich seinen Tod mitansehen? Sprach der Heilige, gelobt sei er, zu Samael: Geh du und hole Mosches Seele! Der hüllte sich sofort in Wut, umgürtete sein Schwert, umwand sich mit Grausamkeit und ging zu Mosche, er fand ihn, wie er saß und in eine Rolle den unaussprechbaren Namen Gottes schrieb, sein Antlitz leuchtete gleich der Sonne, und er glich einem Engel des Gottes der Scharen. Da ergriff ihn Furcht vor ihm, Zittern überfiel ihn und er fand keinen Anfang der Rede, bis Mosche ihn anredete: Du Bösewicht! Was willst du hier? Er sprach: Ich bin gekommen, deine Seele zu holen. Er sprach: Und wer hat dich gesandt? Er erwiderte: Der alle Geschöpfe erschaffen hat. Darauf Mosche: Fort von hier, denn ich will Gottes Ruhm verkünden (Ps. 118,17): „ich will nicht sterben, sondern leben und Gottes Taten künden". Er erwiderte: Mosche, was tust du dich so groß? Andere schon haben ihn gepriesen (Ps. 19,2) : „die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes". Darauf Mosche: Ich aber habe sie zum Schweigen gebracht und seinen Ruhm gekündet (5. M. 32,1): „Horchet auf, Himmel, ich will reden, hören soll die Erde die Worte meines Mundes". Samael sprach: Aber aller Menschen Seele ist mir überantwortet. Darauf Mosche: Ich habe mehr Kraft als alle auf der Welt. Er fragte: Und was ist deine Kraft? Darauf Mosche: Ich bin der Sohn Amrams, ich bin geboren mit dem Bundeszeichen und man brauchte mich nicht erst zu beschneiden, und am Tage meiner Geburt schon konnte ich sprechen und gehen und redete mit Vater und Mutter; und Die Frankfurter Bank, Neue Mainxerstrafje 69 gegründet 1854 Tel. 20901 übernimmt die Ausführung aller bankmässigen Geschäfte Spareinlagen gegen Sparbuch Hinterlegungsstelle für MQndelvermögen