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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-10-01 · 1 (10.1935) · p. Seite 6

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
1 (10.1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 Dr.jur. Hugo Hoff mann Generalvertreter der Vi eto r i a-Ve rs i c h e r u n g Kalserstra&e 2 * Famspredier 24841/2 zelne Teih? zerfallen — in gewaltiger Komposition Mosches Tod zum Drama vom Menschen gestaltet Es folge hier, zunächst ohne ein Wort der Erklärung, durch sich seihst wirkend, aufzunehmen wie es ist, in jener rätselhaften Mischung von Gedanke und Naivität, die alle Aggada kennzeichnet. * „Als Mosche aus Gottes Munde die Worte hörte (5. M. 31,14): „nun nahen deine Tage den* Sterben", zog er einen kleinen Kreis, stellte sich in ihn und sprach: ich weiche nicht von hier, bis dieses Verhängnis aufgehoben ist. Er hüllte sich in Sack, wälzte sich in Asche und, stand da in Gebet und Flehen vor dem Heiligen, gelobt sei er, bis Himmel und Erde und alle Schöpfungsordnungen erbebten. Was tat da der Heilige, gelobt sei er? Er verkündete in allen Toren aller Himmel, daß man Mosches Gebet nicht annehmen solle, und er gebot den Engeln des Dienstes, daß sie eiligst hinüntersteigen und alle Tore der Himmel schliessen sollten, denn Mosches Gebet glich einem Schwerte, das aufriss und jeden Widerstand durchschnitt, denn er hatte den unaussprechbaren Namen Gottes auf seinen Lippen, den er von Sagsagel, dem Lehrer aller Kinder der Höhe, gelernt hatte. Also aber sprach er in dieser Stunde vor dem Heiligen, gelobt sei er: Herr der Welt! Offenbar ist Dir all meine Mühe und Sorge, die ich mit Israel hatte, bis ich die Tora und die Gebote in ihnen befestigt hatte, bis sie Deinem Namen Glauben schenkten, ich dachte, wie ich ihre Not geteilt, so würde ich auch ihr Glück schauen, und nun, da die Stunde ihres Glückes sich naht, sagst Du zu mir: Du darfst nicht den Jordan überschreiten. Du strafst Deine eigene Tora doch Lügen, in der Du geschrieben hast (5. M. 24,15): „an seinem Tage sollst du dem Arbeiter seinen Lohn geben, nicht soll darüber die Sonne untergehen, denn arm ist er und darauf richtet er seine Seele"; ist das der Lohn für die Mühe der vierzig Jahre, die ich mich gemüht, dass sie ein heiliges und verläßliches Volk werden? Sprach Gott: ich muß dich strafen, weil ihr mich nicht geheiligt bei den Wassern des Haders. Sprach Mosche: Zu allen Menschen bist Du voll Erbarmen und mir willst Du die eine Sünde nicht nachsehen? Sprach der Heilige, gelobt sei er: Nicht einmal, sechsmal hast du gesündigt, und, ich hatte es nicht als Sünde aufgedeckt. — Und welches sind die sechs Sünden? Du hast dich geweigert, die Sendung zu übernehmen und gesprochen (2. M. 4,13): „sende doch, durch wen Du sonst senden magst". Du hast gezweifelt und gesprochen (2. M. 5,23): „gerettet aber, gerettet hast Du Dein Volk nicht". Du warst ungläubig und hast geredet (4. M. 11,22): „wird es für sie reichen?" Du hast über mich verfügt und zu Korach gesprochen, wenn er und sein Anhang gewöhnlichen Tod sterben (4. M. 16,29), „dann hat nicht ER mich gesandt", Du hast Israel angeredet (4. M. 20,10): „höret, ihr Widerspenstigen".Du hast gesprochen (4. M. 32,14): „nun seid ihr an Stelle eurer Väter aufgestanden, ein Gezücht sündiger Mähner" und waren etwa Abraham, Jizchak und Jaakow Sünder? — Sprach Mosche: Israel hast Du so oft verziehen, so oft habe ich um Erbarmen für sie gefleht, und an mir willst Du keine Nachsicht üben? Sagte Gott: Du bist ein Einzelner, Israel war ein Volk von sechshunderttausend Mann, nicht gleicht eine Anordnung, die über eine Gemeinschaft ergeht, einer, die über einen Einzelnen ergeht. Mosche sprach weiter zu Gott: Wenn Du mich nicht eingehen lassen willst in das Land Israel, laß mich wenigstens leben in dieser Welt und nicht sterben. Erwiderte ihm der Heilige, gelobt sei er: wenn ich dich nicht sterben lasse in dieser Welt, wie kann ich. dich zum Leben erwecken in der künftigen Welt? Und dann, du wirst doch nicht meine Tora Lügen strafen, in der geschrieben steht (5. M. 32,39):, „ich schicke Sterben.., und keiner errettet vor meiner Hand". Wiederum sprach Mosche vor Gott: Herr der Welt, wenn Du mich nicht einziehen lassen willst in das Land Israel, lass mich wenigstens sein, wie das Tier auf dem Feld, das ißt und trinkt, lebt und schaut die Welt, laß mich so sein, wie eines von ihnen; laß mich sein wie ein Vogel, der herumfliegt nach allen Windrichtungen, an jedem Tage sein Essen sammelt und zum Abend in sein Nest heimkehrt! Sprach Gott: Genug mit Dir! Nochmals sprach Mosche: wenn Du mich nicht lebend ins Land hineinlassen willst, laß mich wenigstens als Toter hinein, wie Josefs Gebeine hinein dürfen. Gott erwiderte: Nein, als Josef nach Ägypten kam, hat er sich nicht fremd gestellt, sondern gesagt, daß er ein Hebräer ist, aber als du nach Midjan kamst, hast du dich fremd gestellt, denn du hast zugelassen, daß Jitros Töchter sprachen (2. M. 2,19): „ein ägyptischer Mann hat -uns. geholfen". * Als Mosche sah, daß nichts ihm nütze, ging er hin zu Himmel und Erde und sprach: bittet ihr für mich um Erbarmen. Sie antworteten ihm: Ehe wir für dich um Erbarmen bitten, müssen wir für uns selbst Erbarmen erflehen, denn über uns ist gesagt (Jeschaj.-51,6) „ja, die Himmel werden wie Rauch zergehen und die Erde wie ein Gewand zerfallen". Da ging er hin zu Sonne und Mond und sprach zu ihnen: bittet für mich um Erbarmen. Sie antworteten: Ehe wir für dich um Erbarmen bitten, müssen wir für uns selber beten, über uns ist verhelssen (Jeschaj. 24,23): „beschämt wird der Mond, zu schänden die Sonne". Zu den Planeten und Fixsternen ging er mit seiner Bitte, erhielt die gleiche Antwort, denn, sagten sie, über uns ist verkündet (Jeschaj. 34,4): „alle Schar des Himmels zerschmilzt". Zu den Bergen und Hügeln ging er, sie sollten beten, sie gaben die gleiche Antwort, denn, sagten sie, von uns ist gesagt (Jeschaj. 54,10): „die Berge werden weichen und die JUWELEN GOLD SILBER TRAURINGE BESTECKE edlt Silber u- 100 9r Ve»»be™ng Armband - Uhren | UHREN-REPARATUREN zuverlässig, preiswert"! An- und Verkauf aus Privatbesitz, stets „Gelegenheiten P osens Dosen SILBERSCHMIEDE J7 SfilSKSmain

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