Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 11 (7.1935)
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 446 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seile 446 Sven Hedin und Ueber die Ehrungen, die dem jetzt siebzigjährigen Sven Hedin zuteil geworden sind, hat sich auch die jüdische Jugend von Herzen gefreut. Sie liebt den großen Forschungsreisenden, der mit zähem Wagemut unbekannte Teile der Erde betreten, der das unerforschte Transhimalajagebiet entdeckt hat, schon lange. Sie hat sich an den fesselnden Büchern des Mannes begeistert, der so sclüicht von seinen Leistungen, von ihren unsäglichen Mühseligkeiten und Gefahren berichtet, der ein warmherziger Mensch ist, voll Dankbarkeit für jede- Förderung und Hilfe, die er auf seinen kühnen Fahrten und Wanderungen gefunden hat. In diesem Sommer sind gerade fünfzig Jahre vergangen, seit Sven Hedin zum ersten Mal in die Welt zog: Heiter hat er . erzählt, wie das kam. Er hatte sein Abiturexamen bestanden, da fragte ihn der Eektor seiner Schule, ob er für sieben Monate mit einem jüngeren Mitschüler nach. Baku am Kaspischen Meer gehen wolle, um den Knaben zu unterrichten. Sven Hedin nahm an. Aber weit wichtiger als das Lehren, das Ueberhören der Aufgaben, war ihm das Kennenlernen der fremden Welt, die ihn umgab. In dem Studenten erwachte der. Wunsch, eine große Reise nach Persien zu unternehmen. Der Gedanke Hess ihn nicht los. Er bereitete sich durch Sparen, durch Lernen von Sprachen darauf vor: er eignete sich das Persische und in Gesprächen mit den Dorfbewohnern auch das Tatarische an. Da packte ihn eine schwere Krankheit, die alle Pläne zu vereiteln und das Leben Sven Hedins' in ganz andere Bahnen zu lenken drohte. In dem gefährlichen Klima mit der unerträglichen Sommerhitze und der eisigen Winterkälte ward er von einem bösen Gelenkrheumatismus befallen. Mit geschwollenen Knien und furchtbaren Schmerzen lag er wochenlang im Bett. Sein Zustand war so ernst, dass seine Mutter aus Schweden zu ihm kommen wollte. Da wurde ein er jüdische Arzt Jude der Helfer, der dem Kranken die Gesundheit Aviedergab. Schön hat Sven Hedin dies für seine Zukunft so bedeutungsvolle Erlebnis und die Gestalt seines Retters festgehalten. „Tag und Nacht wachte ein Arzt an meinem Bett und tat alles, um meine Schmerzen zu lindern. Dieser Arzt war ein alter polnischer Jude- Durch meine nächtlichen Fieberträume hindurch sah ich ihn im Zimmer umhergehen, still und schweigend, armselig gekleidet, ein Bild der Treue und Ergebenheit. Und als er seine Aufgabe beendet hatte, weigerte er sich, eine Entschädigung für seine Mühe anzunehmen. Ich solle das Geld lieber den Armen geben, meinte er. Noch heute steht der Alte deutlich vor mir mit seinem gefurchten Antlitz, seiner großen krummen Nase und den lang herabbaumelnden Schraubenzieherlocken an den Ohren; ich sehe noch seinen langen Rock, der einst schwarz gewesen, nun aber an den Nähten grün geworden und voller Mottenlöcher war. Jetzt ist er, glaube ich, tot, mein alter Jude, aber er gehört zu denen, die ich nie vergessen werde." So berichtet Sven Hedin im Asienband seines Werkes „Von Pol zu Pol". In der Neubearbeitung des ausgezeichneten Jugendbuches, die der Verlag F. A. Brockhaus jetzt verlegt und die nicht von Sven Hedin selbst, aber von sachkundiger Hand mit Treue ausgeführt ist, hat nur das Bild des ärztlichen Helfers ein wenig von der Deutlichkeit eingebüsst, mit der es der große Forscher gezeichnet hat. Statt: „dieser Arzt war ein alter polnischer Jude" steht in der neuen Bearbeitung: , dieser Arzt war ein alter Pole". Und die herzlichen Schlußworte Sven Hedins: „Jetzt ist er, glaube ich, tot, mein alter Jude" sind gekürzt in: „Jetzt ist er, glaube ich, tot, der Alte". S. H ■ Lnii Für die Reise: Entzückende Sommerkleider aureizend budrucKten od. einfa'bi. en Mattcrepe oder Marocain 995 1252 1652 192£ u. höhe.- Die beliebten Trikot-Charmeuse-Kleider schwa ZinindiR, mar ne und b aungrundig 495 350 io££ 1450 Regen-Mäntel aus «ummieitem Batist, Lederol und Satin 575 7£5 1395 1575 -1695 Die angenehmen CORiplet-Mäntel 595 725 950 12?1 15£5 u.höher FUHRLÄNDER L i Gegr. 1860 — Zeil 74 JULIUS HESS Friedberger Anlage 14 Tel. 43673 liefert die neueste elektr. Rasiermaschine ohne Klinge, ohne Seife, mt* rituell zuläßig Preis **4m' Rasieren jetzt ein Vergnügen. Fordern Sie meinen unve.bdl. Besuch Feinsohlerei Maingau Iah. Max Goldschmidt Mendelsaohnatraaae 69 (Mendelssohneck) Etdiersh Landitr.1 Unterllndau 48 Telefon 55717 Suchen Sie Büro - Lager - Sport- Unterstellräume? kommen Sie 23 GroOe FriedbergerstraQe 23 Rothschild POLSTER-MÖBEL Rie en * Auswahl Spezial* Werkstäite Hermann ScMoD Breit* gasse 29 Ecke Zeil Kunst $1 opf erei Teppich-Reparaturen Erstes Geschäft am Platze ff. Referenzen Tel. 55117 |f■ OEDERWEG 21 IVOnig Gr. Bockenb. Str. 41 Fesilictikeitefl.Bociizeileoefc.LIidos - FOTOGRAF Arno Katz Sandweg 7 Tel. 44475 ......immn . er Altbekannt mr gute Kofferu. Lederwaren zu niedrigen Preisen ist Loe wen herz goetfjestr. 2/ Gegründet 1881 *x*° . ELEKTRISCHE KÜHLSCHRÄNKE VENTILA TOREN Dipl.-Ing. Ganz & Joseph Gr. Friedbergerstr. 32 i. H. 1. - Telefon 27174 Elektrische Anlagen