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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-07-01 · 11 (7.1935) · p. Seite 434

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
11 (7.1935)
Date
1935-07-01
Page
Seite 434 (sequence 20)
Language
German
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Seite 434 Wie aus vorstehender Bekanntmachung hervorgeht, sind alle Kultussteuerzahlungen, ausgenommen nur diejenigen, die auf in Vollstreckung befindliche Rückstände an die Finanzkassc zu leisten sind, zukünftig nicht mehr an die Finanzkassen, sondern an die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde Fahrgasse 146, (Postscheckkonto 800, Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde) zu zahlen. Frankfurt a.M., den 1. Juli 1935 STEUERAMT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von 8J4 bis 12% Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zu gleicher Zeit statt. Für ältere und gebrechliche Personen steht der Personenaufzug zur Benutzung frei. Frankfurt a.M., den 1. Juli 1935 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Steueramt Persönliche Nächrichten. Heinrich Gottselig s. A. Das plötzliche Hinscheiden des Malers und Graphikers Heinrich Gottselig hat den großen Kreis seiner Freunde und den noch weiteren Kreis derer, die seine Kunst schätzten oder den feinen stillen Menschen kannten, aufs tiefste erschüttert. In besten Mannesjahren hat ein rascher Tod Heinrich Gottselig aus dem Leben gerissen, das von stiller versunkener Arbeit erfüllt war. Seit Jahrzehnten in Frankfurt am Main ansässig, ist der Dahingegangene zu einem vielbeachteten Faktor des künstlerischen Lebens unserer Stadt geworden. Unter^den Meistern, die den jüdischen Namen auf dem Gebiete der Kunst im hiesigen Kreise Geltung verschafften, stand Gottselig in vorderster Reihe. In Frankreich und Italien herangebildet, hat er die großen und tiefen Eindrücke, die er dort empfangen, auf seine eigene Weise gestaltet, auf eine sehr dezente Weise, so wie er selbst war: unauffällig aber sicher, zurückhaltend aber eindeutig, sehr ruhig und von einer manchmal fast strahlenden Wärme. Landschaften und Menschen sind in seinen Werken zur künstlerischen Form geworden, nicht in subjektivistischer Weise ausgedeutet, noch weniger aber nur reproduziert. Daß viele große Persönlichkeiten unserer Zeit, Juden und Nichtjuden, Künstler, Gelehrte, Politiker, sich von ihm porträtieren ließen, daß er immer wieder in seiner Bedeutung als Mensch und Darsteller/ anerkannt wurde, spricht für seine Gabe der Beobachtung und Versenkung. Die Kunstausstellungen, die seit mehr als 10 Jahren im Vereinshaus in der Eschersheimer Landstrasse ein Bild vom Schaffen der jüdischen Künstler Frankfurts geben, werden eine neue, tiefe Lücke aufzuweisen haben, wenn die lebendigen Werke fehlen, die Heinrich Gottselig dort als Zeugnis seiner Arbeit vorführte. Die Freunde künstlerischer Schöpfungen, werden die geschmackvollen Gemälde, die flotten Zeichnungen vermissen, die Gottseligs Kunst und Wesen repräsentierten. In den letzten Jahren hat Gottselig jüdische Stoffe bevorzugt, und wir hätten von seiner Hand gerade hier manches erwarten dürfen, da Liebe zum Judentum und Kenntnis alles Jüdischen ihn erfüllten. Es betrauern vor allem auch die den Tod des Künstlers, die in ihm einen Anreger für. jüdisches Kunstschaffen erblickten. Sein Andenken wird allen, die ihn kannten, lebendig bleiben. Ghr. Dienstjubiläen Am 30. Juni waren 25 Jahre vergangen, seit Herr. Gemeinderabbiner Dr Georg Salz berger sein hiesiges Amt angetreten hat. Die Vorstände der liberalen Gemeindesynagogen beabsichtigen Ende August oder Anfang September dieses Ereignis durch einen Festgottesdienst zu begehen; Auch das Gemeindeblatt wird um diese Zeit des freudigen Anlasses gedenken. Wir bringen bereits heute dem Jubilar aufrichtigste Glückwünsche zum Ausdruck. Der Oberkantor der Westendsynagoge Herr Nikolaus Naumow- F 1 eise h mann kann am 1. Juli auf eine 25jährige Wirksamkeit im Dienst der Gemeinde zurückblicken. Auch auf-seine Verdienste werden wir anlässlich der von den Synagogenvqrsländen geplanten Feier zu sprechen kommen. Unsere Glückwünsche gelten ihm schon heute. " - Georg Marcus . - , Am 24. Juni beging Herr Georg Marcus seinen siebzigsten Geburtstag. Der Jubilar ist ein Sohn der Provinz .Posen und kam in jungen Jahren nach Frankfurt. Hier hat er aus kleinen Anfängen das bekannte Modehaus Schaps in der Kaiserstrasse aufgebaut, das in dieser Branche führend war. Sein besonderes, immer bereites Interesse galt von jelier allen jüdischen Bestrebungen. Dem Vorstand der Westendsynagoge gehörte er lange Jahre: an und in aufopfernder Tätigkeit wirkte er im Pflegamt des: Krankenhauses unserer Gemeinde. Bei seinem Ausscheiden aus diesem Gremium, das seine Mitarbeit nur ungern vermisste, wurde ihm in dankbarer Würdigung seiner grossen Verdienste das Amt des Ehrenvorsitzenden übertragen. Wir wünschen, daß Herr Marcus noch viele Jahre in bester Gesundheit seine . Erfahrung und seinen Rät zum Wohle der ihm nahestehenden Institutionen zur Verfügung stellen möge. 75. Geburtstag 17. Juni: Frau Thekla S t r a u s s, Grünestrasse 42 '24. Juni: Herr Simon M o r ge n t h a u, Herderstrasse 30 70. Geburtstag 11. Juli: Herr Max D i n k e 1 s p i e 1, Rotlintstrasse 34 , 60., Geburtstag ... . , 17. Juli: Frau Balbina .Sfhr u m f e ld geb. .Littauer, Fichardstrasse 9. . .-: . . Y• Jüdische Chronik Deutschland. ' ' T Berlin. An dem Festakt, den der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden änlässlich des zehnjährigen Bestehens der Verbandsorgane veranstaltete,*, nahmen die Träger jüdischer Gemeindearbeit im'Verbandsgebiet und Vertreter anderer Gemeindeverbände und Spitzenorgänisationen in großer Zahl teil. Die Redner hoben die hohe Bedeutung des Landesverbandes in einer für die von' ihm betreuten Mittel- und Kl eingemeinden besonders schweren Zeit hervor und brachten ihm und seinen führenden Männern, Kammergerichtsrat i. R..Leo Wolff und R. A. Dr. Alfred Klee, ihre Glückwünsche dar. —Von seiner Reise zurückgekehrt, hat der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die in Aussicht gestellte Nachprüfung der Sistierung des Herrn Rabbiner Dr. Prinz erteilten 'Predigtaufträges, eingeleitet. Ein Angebot des.

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