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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-07-01 · 11 (7.1935) · p. Seite 430

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
11 (7.1935)
Date
1935-07-01
Page
Seite 430 (sequence 16)
Language
German
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Seite 430 stätigte frühere Eindrücke. Dir an sich reizvoll timbrierter Sopran, der durch natürliche Musikalität gefördert wird, muß in der höheren Lage noch freier, unbeengter werden.; Hans As Senheim, der mit Bettina Feitier zusammen ein kurzes Duett aus Mendelssohns „Elias" sang, hat seinen weichen, frei strömenden Bariton inzwischen weiter kultiviert — noch bleibt der Wunsch offen, daß er sich vom Notenbild unabhängiger macht. Aber auch so kam die bekannte König-Pliilipp-Arie aus Verdis „Don Carlos" (eigentlich für eine Baß- Stimme) und ..Wotans Abschied" sehr klangschön und erfühlt zur Geltung, wobei Dr. Salomon die instrumentalen Zwischenspiele Wagners auf dem Flügel plastisch wiedergab. Der Abend trug sämtlichen Mitwirkenden starken Dank ein und mag den „jüdischen Tonkünstlern Frankfurts" die Ueberzeugung gegeben haben, daß ihr Konzertieren auch für die Folgezeit einem größeren Kreis willkommen sein wird. g. seh. Abschied von jüdischen Bühnenkünstlern Max Neumann und seine Freunde von „Ton und Wort"' hatten es unternommen, für die scheidenden jüdischen Künstler des Neuen Theaters zwei Abschiedsabende zu veranstalten. Sie glaubten, sich damit einer Ehrenpflicht zu entledigen. Umso bedauerlicher ist es, daß das jüdische Publikum, das diesen Künstlern viele Stunden bester und gepflegtester Unterhaltung im Laufe der letzten Jahre verdankt, ihnen an ihren beiden letzten Abenden nur in geringer Zahl Gefolgschaft leistete. In „Konto X" sahen wir noch einmal Max Wittmann in seiner Paraderolle als Bürovorsteher Reissnagel, die er über 60 mal an der Hellmerbühne gespielt hat. Wir konnten diesen Künstler, der vor 6 Jahren aus Wien nach Frankfurt als Nachfolger unseres unvergesslichen Alois Grossmann gekommen war, noch einmal bewundern. Wie meisterhaft beherrscht er die Charakterisierungskunst auch bei weniger dankbaren Lustspieltypen, wie verstand er aus der kleinsten und nebensächlichsten Rolle immer etwas zu machen! Wittmann, der früher an den meisten Wiener Bühnen tätig war, konnte man während seiner Frankfurter Tätigkeit' wiederholt auf jüdischen Veranstaltungen als Mitwirkenden begegnen. Er war stets ein stiller, bescheidener Künsler, der, weil er die Sache vor die Person stellte, nicht ein „Star" sondern immer eine der wichtigsten Stützen des Ensembles gewesen war. Max Wittmann, den wir sobald nicht vergessen werden, hat wieder in seiner Vaterstadt Wien seine Zelte aufgeschlagen. An den beiden Abenden verabschiedeten sich noch zwei andere jüdische Schauspieler des Neuen Theaters. Arthur Mainzer, den wir in „Konto X" gleich in zwei Rollen sahen, ist erst vor kurzem wieder nach Frankfurt zurückgekehrt. Er gehörte zur alten „Hellmer-Garde" und hat viele Jahre das Publikum durch seine Darstellung der „leicht-cholerischen" Lustspielgestalten erheitert. Er hat in der Reichshauptstadt "einige Jahre an Theatern und auch im Film gespielt. Er wird wohl in Frankfurt, zu dem er vor kurzem Avieder zurückgefunden hat, bleiben. In einer Nebenrolle spielte auch Hans Schindler, der nur sehr kurze Zeit dem Ensemble des Theaters angehört hatte, zum letzten! Male. Als der Vorhang im Neuen Theater fiel, wurde uns zur Gewissheit, daß damit ein Stück deutscher Theatergeschichte abgeschlossen ist. Das Publikum trennte sich nur schwer von seinen Künstlern und rief sie immer wieder vor die Rampe. L. W-s. ' ' Photo-Ausstellung Der Initiative der Arbeitsgemeinschaft jüdischer Amateurphotograpben in Frankfurt a/Main ist es zu danken, daß die Mannheimer Ausstellung jüdischer Lichtbildkünsitler, die durch eine große Reihe von Städten erfolgreich ihren Weg gemacht hat, nun auch in Frankfurt, zu sehen war. Dabei war der Umfang der Ausstellung durch die Beiträge, die die Frankfurter Gruppe für die hiesige Ausstellung geliefert hatte, wesentlich vergrößert worden. . Der Zusammenschluß von jüdischen Photographen zum Zwecke des Austauschs von Erfahrungen, gegenseitiger Anregung und Belehrung entspringt dem Bedürfnis nach Weiterbildung und Vervollkommnung Man erwartet von solchem Zusammenschluß nicht etwa eine jüdische Lichtbildkunst und die Ausstellung zeigte,- dass das Geleistete in diesem Sinne nicht gewertet werden darf. Die Ausstellung brachte Photographien, durchschnittliche und, mehr noch, ungewöhnlich gute und interessante. Unter diesen Amateuraufnahmen waren Photos, die zum Schönsten gehören, was an Photographien begegnen kann. Es fehlten nicht Beispiele, in denen die Absicht anderes als Photographien, nämlich Graphik zu schaffen in vollendetster Form sichtbar wurde. Die meisten Aussteller jedoch, ihnen voran der große Künstler Guggenheim in Memmingen, zeigten die Kunst des Photographierens aus ihren spezifischen Gesetzen. Wahl der Motive, technische Behandlung, Ausschnitte, Bearbeitung der Abzüge, kurz alles, was gute Lichtbildkunst erfordert, konnte in dieser Ausstellung gesehen werden. Ghr. Eine Photographin sieht Palästina Die Lichtbildnerin Aenne Mosbacher sieht das Greifbare, Gegenständliche Palästinas mit klaren, künstlerisch geschulten Augen; sie wählt ihre Motive nach den Gesichtspunkten des Schönen, Ansprechenden, Harmonischen. Das Ergebnis sind scharfe, plastische, oft etwas genrehaft betonte, „malerische" Aufnahmen. Das grosse innere Erlebnis, das eine Reise durch Erez Israel bieten kann, kommt in diesen Fotos nur bedingt zum Ausdruck. Stärkeres Gewicht hätten die Aufnahmen auch auf das Festhalten des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens legen sollen: aus dem wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Milieu werden so gut wie keine Eindrücke vermittelt, auch die religiöse und die familiäre Sphäre wird kaum berührt. So sehr man also auch' Wesentliches, Entscheidendes vermisst, die formale Qualität der Aufnahmen: Einzelpersonen, Gruppen, Bau- Salomon Feitier rirtscbaftslrßuuMr and Steaersacbverstönflige? Bilanzen, Revisionen. Erledigung von Auswanderung- und Steuerangelegenheiten unter Berücksichtigung der neuen Steuergesetze. Umwandlung von Kapitalgesellschalten. Frankfurt am Main. Wolfsgangstr. 49, Tel. 58670 ,^aÄ«l (^■■jl W direkt vom Hersteller ttVk GUSTAV KAHN j ■ F« nur Rahtnhofstr. 12 " <an der Börse) Tel. 23625 l^^^^^^^^l^^ IPIr3@ir@S modern, künstlerisch, billig im Atelier May Kaiserstraße 19 (Indanthrenhaus) Pas jüdischer Blumengeschäft Bockenheimer Landstr. 17 / Telef. 79554 gegenüber Rothschild-Palais Inn.: A. HENDLISCH POR sei von jetzt an Ihr Sporfgefchäft TEL. 29335 | Neiie Mainzer Str. 6 Direkt an der Brücke AN- UND VERKAUF Antiker Gegenstände aus Gold, Silber, Zinn, Kupfer etc. Bettina Wolf, ffiSSffi34 3nferate (ei um »erftursen (Srfofg! Besuchen Sie bitte Damen - Herren - Friseur LEOPOLD GONDER Moselstrasse 28. Ecke Kaiserstr. Telefon 31860 Koller-M006r'*e,ted"iro?8?e10 Telefon 21516 I Dauerndes Lager sowie Anfertigung sämtl. Lederwaren, wie Koffer, Aktentaschen etc. Reparaturen werden preiswert a usg ef ü hrt

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