Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 11 (7.1935)
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 428 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 428 deutschen Lesestoff ersetzen will, brauchen wir, sondern einzelne, ergänzende Hefte und Büchlein. Man fördere vor allem die Arbeit jüdischer Verleger und Autoren und greife zu dem Guten, das schon vorhanden ist! So zu der Jüdischen Jugendbücherei (J. Kauffmann, Verlag-Frankfurt a. M.), die Dr. Arthur Galliner herausgibt. Auch in der Schocken Bücherei ist viel zu finden, was für den deutschen Unterricht in jüdischen Schulen nutzbar gemacht werden kann. Diesem Zweck kann auch das vorliegende Leseheft dienen, das den Erzähler der Schwarzwälder-Dorfgeschichten, Berthold ^Auerbach, als treuen Juden zeigt. Der bewährte Herausgeber' der Sammlung „Für unsere Jugend", E. Gut, hat es zusammengestellt. Am schönsten ist die menschlich rührende Gesehichte „Lederherz". Die Jugenderinnerungen Auerbachs sind voll anheimelnder jüdischer Stimmung. Weniger geeignet ist „der Schlüsselgeist", da sein Ton zu unkindlich ist. dh. Rosy Lilienfeld, Bilder zu der Legende des Baalschem. Leipzig und Wien 1935. R. Löwit. Mit dem ersten Band Reproduktionen der Baalschem-Zeichnungen Rosy Lilienfelds beginnt sich der Wunsch vieler zu erfüllen, das Werk dieser Künstlerin verbreitet zu sehen. Dieser Wunsch wird durch das schöne Buch voll gerechtfertigt, das mit kurzen erklärenden Texten in deutscher und englischer Sprache den ersten Legendenkreis der Geschichten des Baalschem umfasst. In den ausgezeichneten Drucktafeln haben die Zeiehnungen nichts von ihrer Frische und Weichheit verloren, in der Verkleinerung nichts von der inneren Grösse eingebüsst, die aus manchen dieser Blätter spricht. Die zarte Versonnenheit, die grübelnde Versunkenheit, die glühende Ekstase der Zeichnungen sind gewahrt geblieben. Die zurückhaltenden Texte lassen das Schauen zu seinem Recht kommen und wer hier zu sehen vermag, wird die Geschichte der Schöpferin nacherleben. Den Tafeln geht eine kurze Einleitung voraus, in der Wesentliches über die Welt dieser Gesichte ausgesprochen ist. Dieses Werk wird in jedem Kreise, der dem leisen Klingen jüdischer künstlerischer Aeusserung zugänglich ist, dankbar und freudig begrüsst werden. Keiner wird die Bilder zur Seite legen, ohne sie immer wieder hervorzuholen und das Erscheinen weiterer Folgen zu wünschen. Ghr. Alfred Auerbach, Bühnenspiele für jüdische Feierstunden. Frankfurt a. M. 1935, I. Kauffmann Verlag. Dem in allen Kreisen der deutschen Judenheit, die sich um das Entstehen eines jüdisch-kulturellen Lebens bemühen, verspürten Bedürfnis nach Bühnenspielen jüdischer Art nachzukommen, bemüht sich Alfred Auerbach mit der Reihe von Festscenen, Hörspielen, Sprechsymphonien und Schattenspielen, die er zu einem stattlichen Band vereinigt, soeben der Oeffentlichkeit übergibt. Man wird überall die Initiative von Autor und Verleger begrüssen, denen diese Sammlung ihr Erscheinen und, wie wir glauben, ihre sichere Verbreitung zu danken hat. Alfred Auerbach kam die reiche Erfahrung zugute, die er im Laufe vieler Jahre von der Mentalität der verschiedenen Publikumsschichten gesammelt hat. So entspricht denn auch der Stil dieses Buches dem heute besonders bereiten Aufnahmebedürfnis vieler jüdischer Veranstalter und Organisationen. Es ist keine dramatische Literatur im hohen geläuterten Sinne, die hier geboten wird, sondern inhaltlich ansprechende, bühnenmässig wirksame, nicht immer historisch zutreffende, aber stets das Wesentliche erfassende Gestaltungskunst. Deshalb wird das Buch, das besonders im Sprachlichen die künstlerische Eigenart und Qualität des Autors bezeugt, die Lücke ausfüllen, die es schliessen möchte. Ghr. Vilnay, Zev und Bonne, Alfred: Steimatzky's Palästina-Führer. Jerusalem 1935. , Der heutige Palästinafahrer wird neben der rein praktischen Zusammenstellung seiner Reise auch gerne etwas über das Land seiner Sehnsucht selbst wissen wollen, und diese seine Bestrebungen fördert der vorliegende Führer in ausserordentlich hohem Masse. Die landeskundliche Uebersicht gewährt einen guten Einblick in die üppig-schöne Pflanzen- und Tierwelt Palästinas und zeigt in übersichtlicher Weise den Anteil der verschiedenen Nationen an dem Lande der Bibel; durch den gegebenen Auszug aus den Einwanderungsbestimmungen wird er dem Reisenden eine vorzügliche Handhabe sein. Der landwirtschaftlichen Besiedlung werden einige beachtenswerte Seiten gewidmet, die in einem knappen Bilde die Tätigkeit-der „Alliance Israelite Universelle", der „Jewish Colonisation Association" und der „Zionistischen Organisation" veranschaulichen. Die palästinensische Kunstentwicklung behandelt der bekannte Kunstschriftsteller Dr. Max-Osborn; er gibt eine kurze Uebersicht über die von den Engländern und vorzüglich von dem hervorragenden Archäologen Flinders Petrie begonnenen Ausgrabungen. Von einer eigentlichen Volkskunst jedoch kann man erst in der Nachkriegszeit sprechen; hier betätigten sich mit großem Erfolg die Architekten Alexander Bärwald als Erbauer des Technikums zu Haifa und Richard Kauffmann, unter dessen Leitung die heutigen Kolonien als planmässige Siedlungen im modernen Baustil angelegt wurden. In einem Abschnitt über das Bibliothekswesen im heiligen Lande hören wir, daß Palästina über reichhaltige. .Büchersammlungen verfügt, die nicht nur in Jerusalem, sondern auch in anderen Städten anzutreffen sind. Informationen über alles Wissenswerte, über Hotels und Beförderungsmittel, schliessen den einleitenden Teil ab, der in einer cnronologischen Uebersicht die geschichtliche Entwicklung des Landes bis in die Neuzeit einer kurzen Betrachtung unterzieht. Der eigentliche Führer gibt dem Reisenden eine bis ins Einzelnste gehende Beschreibung Palästinas und unterstützt seine Orientierungsgabe durch reichhaltiges Kartenmaterial. Dr. B. Schulnachrichten aus dem Philanthropin Der nicht gedruckte, sondern aus Ersparnisgründen vervielfältige Bericht über das 131. Schuljahr des Philanthropins verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er durch klare Zahlen ein Bild vom Lehrbetrieb der im Schulwerk der Israelitischen Gemeinde zusammengeschlossenen Lehranstalten gibt undweil er durch Anführung der Lektüre und Aufsätze Einsicht gewährt in die Bildungsabsichten, von denen die Schule geleitet wird. Dabei ist es erfreulich festzustellen, daß neben einer starken Intensivierung der jüdischen Bildungswerte die in dieser Schule traditionelle Weite des Bildungszieles auch heute noch Gültigkeit hat. Knappe Berichte über die Schülerselbstverwaltung, den Gesundheitszustand der Schüler, über den Gesamtunterricht an der Anstalt, -schliessen sich an. Fast die Hälfte des Heftes ist der Päda- JUWELEN GOLD SILBER TRAURINGE BESTECKE edTt Sllber » m~r V«r«»b«rung Armband-Uhren | UHREN-REPARATUREN zuverlässig, preiswert j An- und Verkauf aus Privatbesitz stets Gelegenheiten Posen «Dosen SILBERSCHMIEDE ( KAISERSTR. 5 ■ . W FRANKFURT AM MAIN